The Prisoner Nummer 6

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NUMMER 6
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THE PRISONER
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MICHEL FOUCAULT

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ÜBER DIE ZIFFERN!

No. 12:
You don't believe it. A university level degree in three minutes.
No. 6:
It's improbable.
No. 12:
But not impossible.
No. 6:
Nothing is impossible
in this place.

No. 12:
Nicht zu glauben. Ein Universitätsabschluss in drei minuten.
No. 6:
Unwahrscheinlich.
No. 12:
Aber nicht unmöglich.
No. 6:
Nichts ist unmöglich
an diesem ort.

 

MICHEL FOUCAULT

"In den diskurs, den ich heute zu halten habe, und in die diskurse, die ich vielleicht durch jahre hindurch hier werde halten müssen, hätte ich mich gern verstohlen eingeschlichen. Anstatt das wort zu ergreifen, wäre ich von ihm lieber umgarnt worden, um jedes anfangens enthoben zu sein. Ich hätte gewünscht, während meines sprechens eine stimme ohne namen zu vernehmen, die mir immer schon voraus war: ich wäre es dann zufrieden gewesen, an ihre worte anzuschließen, sie fortzusetzen, mich in ihren fugen unbemerkt einzunisten, gleichsam, als hätte sie mir ein zeichen gegeben, indem sie für einen augenblick aussetzte. Dann gäbe es kein anfangen. Anstatt der urheber des diskurses zu sein, wäre ich im zufall seines ablaufs nur eine winzige lücke und vielleicht sein ende."

Der berühmte beginn von Michael Foucaults antrittsvorlesung "L'ordre du discours" (dt. "Die Ordnung des Diskurses"), 1970, auf dem neu gegründeten lehrstuhl Geschichte der Denksysteme am Collège de France befasst sich mit dem stellenwert der autorschaft in literarischen aber auch nicht-literarischen texten.

Michel Foucault, französischer sozialphilosoph, psychologe und soziologe, 1926 in Poitiers geboren, 1984 in Paris gestorben, lehrte unter anderem an der Universität Paris III. von Vincennes, die eine gründung der Pariser studentenunruhen von 1968 ist.

Einen großen teil seiner arbeiten widmete er der genealogie des wissens, also der frage, auf welche weise wissen und denksysteme ("episteme") innerhalb verschiedener gesellschaftsformationen und zeiten und unterschiedlicher machtkonstellationen entstanden, sich durchdrangen und veränderten ("Die Archäologie des Wissens", 1969). Die politischen ereignisse in Frankreich veranlassten Foucault auch, sich ins tagesgeschäft der politik einzumischen und sich mit den rechten politischer gefangener zu beschäftigen.

In "Überwachen und Strafen - Die Geburt des Gefängnisses" (1975), einer seiner hauptarbeiten, analysiert er anhand historischer quellen, und getreu seiner "archäologischen" vorgehensweise, systeme der macht. Seine analysen betonen dabei stets die wechselseitige verschränkung von macht, die, weit davon entfernt, nur pure repression zu sein, stets wissen hervorbringt, das seinerseits konstitutiv für macht ist. Als ergebnis bleibt, das individuum - im westeuropäischen abendländischen denken häufig auch mit der "seele" des menschen identifiziert - ist ein produkt vielfältiger wissensanhäufung und wissenschaftlicher, nämlich religiöser, medizinischer, juristischer und naturwissenschaftlicher diskurse, die in etwa mit dem zeitalter der aufklärung ihren siegeszug begannen. Die lehre vom menschen erweist sich so als immer detailierteres intimes wissen, das ihm fraglos nützt, aber genauso gegen ihn nutzbar gemacht werden kann.

Als archetyp des modernen überwachungs- wie auch wohlfahrtstaates gilt ihm ein von dem Engländer Jeremy Bentham im 18. jahrhundert entworfenes (aber so nie realisiertes), auf dem prinzip des panoptismus beruhendes gefängnisgebäude. Jeder insasse steht darin zumindest potenziell zu jedem zeitpunkt unter beobachtung eines wärters von einem zentralen turm aus.

Ziehen wir die linie also weiter ins fiktive Village der fernsehserie NUMMER 6...

NUMMER 6 ALS DISKURS
MEHR ÜBER FOUCAULT BEI WIKIPEDIA
M. KEITH BOOKER: DER POSTMODERNE PRISONER
KEVIN P. MAHONEY: DER ANARCHISCHE PRISONER

Und während Nummer Sechs seine persönlichkeit und sein menschsein zu behaupten sucht, liegt die bittere ironie darin, dass er, zumal als angehöriger des staatsdienstes, bereits vielfach "gescannt", unter die lupe genommen und beurteilt wurde. Wie sich in der ersten episode zeigt, schon von kindheit an. Erst aufgrund des gesammelten wissens in form seiner offenbar von kindesalter an existierenden akte wurde aus einem amorphen bild das individuell abgerundete profil eines individuums, das er gern bleiben oder werden möchte.
Die interessante frage in diesem zusammenhang ist demnach, ist im informationszeitalter ein schritt zurück hinter diese erkenntnislage überhaupt möglich?

Foucaults interesse in seinem spätwerk kreist beständig um die sexualität als konstituierende gesellschaftliche kraft ("Sexualität und Wahrheit", in drei bänden).

 

 

MICHEL FOUCAULT

"I would really like to have slipped imperceptibly into this lecture, as into all the others I shall be delivering, perhaps over the years ahead. I would have preferred to be enveloped in words, borne way beyond all possible beginnings. At the moment of speaking, I would like to have perceived a nameless voice, long preceding me, leaving me merely to enmesh myself in it, taking up its cadence, to lodge myself, when no one is looking, in its interstices as if it had paused an insttant, in suspense, to beckon to me. there would have been no beginnings: instead, speech would proceed from me, while I stood in its path -- a slender gap -- the point of its possible disappearance."

FORMER GERMAN EDITIONS

The famous first paragraph of Foucault's inaugural lecture "The Order of the Discourse" held in 1970 at the Collège de France. At the centre of his speech here is the question of the authorship of fictional as well as non-fictional texts.

The work of French philosopher, psychologist and sociologist Michel Foucault (born 1926 in Poitiers, died 1984 in Paris) can indeed be used as a way of reading the television series THE PRISONER. This was done in an article written more than 20 years ago by Kevin Patrick Mahoney the translated version of which can be read on this website (more...). The original is no longer available on the web.

THE PRISONER AS A DISCOURSE
MORE: MICHEL FOUCAULT ON Wikipedia (English language)

In the series THE PRISONER, now coming full circle, the efforts of the central character Number Six to resist coercion to cooperate and being screened ("pushed, filed, stamped, indexed...") bear some very bitter irony. Because, the individual he claims to be, or to become again, in turn is the very product of multiple knowledge about him that was being collected from as early as when he was a child. The reciprocal process of the accumulation of knowledge on humans and the execution of power is described by Foucault in his book "Discipline And Punish - The Birth of the Prison".

 


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