The Prisoner Nummer 6

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NUMMER 6
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THE PRISONER
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ÜBER DIE ZIFFERN!

No. 12:
You don't believe it. A university level degree in three minutes.
No. 6:
It's improbable.
No. 12:
But not impossible.
No. 6:
Nothing is impossible
in this place.

No. 12:
Nicht zu glauben. Ein Universitätsabschluss in drei minuten.
No. 6:
Unwahrscheinlich.
No. 12:
Aber nicht unmöglich.
No. 6:
Nichts ist unmöglich
an diesem ort.

 

OBJETS TROUVÉS

Von Jana Müller

Wird ein Alltagsgegenstand oder ein Teil eines Kunstwerkes in einen neuen Kontext gesetzt, um es zu einem (neuen) Kunstobjekt zu erheben, spricht man von einem Objet trouvé.

Grundgedanke dieser im Dadaismus und Surrealismus entwickelten Kunstform ist es, den Gegenständen dadurch, dass man sie in einen neuen Kontext setzt, eine neue Bedeutung und/oder einen Symbolgehalt zu verleihen. Marcel Duchamps erhob auf diese weise ein Urinal zum Kunstgegenstand. Auch in Nummer 6 lassen sich auf unterschiedlichen Ebenen verschiedene Beispiele für diese Technik finden.

Der Ort Portmeirion, historisch und architektonisch selbst ein Kunstwerk, wird im Kontext der Serie von einer Hotelanlage zu einem Gefängnis. Dabei werden filmische Mittel genutzt, die ihn größer erscheinen lassen, als er ist, und den Gebäuden werden neue Funktionen zugewiesen. Das Hotel wird zum Altenheim, die Hercules Hall zum Rathaus, das Pantheon wird als Sitz von Nummer Zwei dargestellt, verschiedene Ferienunterkünfte werden zu den Privatunterkünften der Gefangenen.

Schon ganz zu Beginn in "Die Ankunft" erfüllt der schwarz-weiß geflieste Boden des cafés im wirklichen Portmeirion-Gebäude Salutation seine Funktion als objet trouvé: Nummer Sechs begibt sich hier auf das (imaginäre) Schachfeld.

Ein weiteres Beispiel findet sich am Ende der Episode "Die Ankunft": Die letzte Einstellung zeigt den Butler hinter einem Schild, auf dem steht "Residents Only". Das Schild ist im realen Portmeirion ein Hinweis für Besucher, dass sie den

entsprechenden Bereich des Ortes nicht betreten dürfen. Aber in dieser Szene wird durch den Kontext der Serie seine Bedeutung in Frage gestellt. Der Zuschauer, der an diesem Punkt bei der ersten Ausstrahlung der Serie noch nichts von seiner eigentlichen Bedeutung weiß, wird durch die Hervorhebung des Schildes dazu aufgefordert, dessen Sinn zu hinterfragen, aber die genaue Bedeutung bleibt unklar. Möglich ist die Aussage: Im Ort gibt es nur Residents, das Verlassen ist nicht möglich.

Auch andere Gegenstände werden in NUMMER 6 ähnlich genutzt und teilweise umgedeutet. Beispiele sind unter anderem das Pennyfarthing, das zum Symbol des Ortes wird, und Rover, der vom Wetterballon zum Stadtmonster wird, die Lampen, die als Hypnosegeräte dienen, die Schirme der Bewohner und des Butlers und die seltsamen Brillen, die manche Bewohner tragen (eigentlich Schneebrillen der Inuit). Vielleicht kann man auch das Foto von Nummer Sechs dazu zählen, das im Vorspann und zu verschiedenen Gelegenheiten in der Serie gezeigt wird und das in

der Realität McGoohans Pressefoto war. Ähnlich werden verschiedene Punkte aus McGoohans eigener Biographie einschließlich seiner Rolle als John Drake zu Teilen der Biographie von Nummer Sechs (unter anderem McGoohans Geburtsdatum und mehrere seiner Kinderfotos, Teile seiner Schulzeit und (vermutlich) seine Vergangenheit als "Geheimagent" ), so dass im Prinzip auch McGoohan selbst in der Serie zu einer Art Objet trouvé wird, zu einer künstlerischen Repräsentation seiner selbst in der Figur Nummer Sechs.

Aber nicht nur materielle gegenstände, auch die musik und sogar eine ganze epoche - die belle époque des ausgehenden 19. jahrhunderts - kann zum vorgefundenen objekt werden: in gestalt des "Radetzky Marschs", Johann Strauß' zackiger operettenarmeemarsch von 1848. Die Village Band in NUMMER 6 intoniert dann und wann Strauß' "Radetzky Marsch", zudem auch andere klar im 19. und nicht im 20. jahrhundert zu verortende titel. Die wenigsten zeitgenossen des jahres 1967 bzw. in Deutschland 1969 hätten diese art musik in einer als "utopisch" oder mit dem attribut "science-fiction" beworbenen fernsehserie erwartet. Regisseur Stanley Kubrick hat für 2001 ODYSSEE IM WELTRAUM, der in etwa zeitgleich und im selben MGM-studio entstand, interessanterweise Johann Strauß' II (sohn) opulentes "An der schönen blauen Donau" im kontext von raumschiffen eingesetzt.

Film und Realität werden auf diese Weise in Nummer 6 immer wieder kurzgeschlossen, ergänzen und kommentieren sich gegenseitig. Innerhalb der filmischen Wirklichkeit verlieren die verschiedenen Requisiten und Orte häufig ihre ursprüngliche Bedeutung, und gewinnen dadurch an Tiefe und Mehrdeutigkeit, wenn man sie ihm Rahmen der Handlung und der Entstehungsgeschichte von Nummer 6 betrachtet. Sicherlich trägt das zum Surrealismus der Serie mit bei.

ZUM SURREALISMUS IN NUMMER 6
ZUR MUSIK IN NUMMER 6

 

 

OBJET TROUVÉS

So far no English version of this text.

In her article author Jana Müller explores how everyday real objects, e.g. signs like the Portmeirion hotel's "Residents Only",

now with the ominious Butler next to it, Patrick McGoohan's own publicity photo, a real pennyfarthing or an ordinary weather ballon can be given an altered meaning when placed into a new context, that of the fictitious action of the series.

Early on in "Arrival" the black-and-white layout of the tiles of the real Portmeirion building Salutation acts as an objet trouvé: Number Six enters the (imaginary) chessboard.

In this respect French artist Marcel Duchamp became famous when he transposed an urinal into an object of art.

ON SURREALISM IN THE PRISONER


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