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Noch
jahre nach der (deutschen) erstsendung blieb bei vielen zuschauern
die erinnerung an wenigstens ein detail: NUMMER 6, das
war die serie mit dem weißen ballon.
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Der
weiße ballon, im vor- und abspann zu sehen, wie er aus dem
meer steigt und über land oder see driftet.
Im
original heißt er Rover, und er wird in der episode
"The Schizoid Man", die es bis 2010 auf deutsch bisher nicht gab,
so bezeichnet, wo er sogar eine wichtige nebenrolle spielt. Die
deutsche fassung der ersten folge "Die Ankunft" macht
daraus, weil von Nummer Zwei so genannt, Hystero, was im original
eigentlich die aufforderung an die bewohner ist: "Be still!".
Denn alle bewohner/insassen des Ortes sind gehalten, bei
seinem erscheinen regungslos stehen zu bleiben, andernfalls Rover
sie in einem schauerlichen bild zu ersticken droht. Vor Nummer 6'
augen werden Rovers fähigkeiten demonstriert.

Rover entsteht in einer art reagenzglas unter wasser. Akustisch verschafft
er sich respekt durch ein dinosaurierähnliches gebrüll.
Dieser
wachhund patrouilliert an den grenzen, paralysiert und fängt
flüchtende wieder ein. Nach innen dient er zur aufrechterhaltung
der ordnung. So gibt es eine vielzahl bilder, die ihn zeigen, wie
er Nummer Sechs vor sich her treibt. Bei all den zeitgenössischen
typischen SF-versatzstücken, ist es gerade ein amorphes gadget
wie Rover, das im gegensatz zu supercomputern, kabellosen telefonen u.a.m. nicht gealtert ist - die futuristische
und auf clevere weise augenfällig gemachte, absolute synthetisierte
verkörperung der allgegenwärtigen unterdrückung im
Ort und ein sinnbild für den doppelcharakter des technischen fortschritts.

Produktionstechnisch
war Rover ein verlegenheitsergebnis der verantwortlichen
requisitenabteilung. Noch im skript des drehtages war Rover ursprünglich ein
halbkugelförmiges unbemanntes mechanisches vehikel, ohne fenster
und mit einem rotierenden polizeilicht auf dem dach, fotos von den
dreharbeiten zeigen das. Derart sollte
es in Portmeirion und auf dem strand patrouillieren.
Schon
die ersten probeaufnahmen zeigten aber, dass dieses konzept nicht aufgehen
würde. Das mitgebrachte fahrzeug auf der basis eines go-karts war zu unförmig und ließ sich nur auf befestigtem untergrund
bewegen. Weil es zu schwer war, versank es im sandstrand. Bestimmte
einstellungen ließen sich gar nicht umsetzen - der gefürchtete
wachhund war alles andere als leichtfüßig und unberechenbar.
Schließlich war das fahren eine qual für die person im
inneren, die den abgasen ausgesetzt war und vor allem bei sonnenschein kaum den weg vor sich erkennen
konnte.
Die
idee zu Rovers letztlicher gestalt wird von manchen McGoohan
zugeschrieben, andere sagen, es sei ein mitarbeiter gewesen. Den
ausschlag gaben wohl zufällig vorbei fliegende wetterballons.
Doch zunächst zeigten die ballons vor der kamera überhaupt
nicht das verhalten, das man sich erhofft hatte. Sie waren zu leicht,
flogen davon oder gingen viel zu schnell kaputt. Man experimentierte,
füllte sie zum teil mit wasser, um sie eleganter hüpfen
zu lassen, aber auch um sie besser dirigieren zu können. Die
wichtigste maßnahme zur angemessenen inszenierung Rovers
war aber, die ballons an einem dünnen seil zu ziehen und die
szenen rückwärts ablaufen zu lassen.
Auf diese weise erklärt sich von selbst, warum die bewohner
wie angewurzelt stillstehen mussten, während Rover vorbei
flog. In der geschichte der filmpatzer und anschlussfehler fehlt
deshalb auch nicht die sequenz, in der der rauch aus einem kamin
eines der häuser bei Rovers passieren in diesen zurückkehrt
- wenn man genau hinsieht...

...wenn
man genau hinsieht, erkennt man in NUMMER 6 auch Rovers
"geburt", äußerst anschaulich vorgeführt
an hand des Rover-mini-replikats in gestalt der berühmten Lava-Lampe.
Eine solche steht in Nummer Sechs' appartment ebenso wie in der
zentrale von Nummer Zwei. Auf dessen wandbildschirm kann man außerdem
gelegentlich die Rover-entwicklung als eine art bildschirmschoner
sehen.
Mit der wahl dieses ausstattungsstückes stellten die produzenten
von NUMMER 6 ihr formensprachliches gespür und ein feines händchen
für das zeitgenössischen kunstgewerbe unter beweis.
Dieses
designobjekt wurde 1963 von einem Edward Craven Walker als
"Astrolampe" entworfen und 1965 unter dem bekannten namen
"Lava-Lampe" im großen stil vermarktet. Darin wird
Wachs in einem geschlossenen mit einer flüssigkeit gefüllten
behälter erhitzt, bildet blasen, steigt nach oben, kühlt
sich ab und sinkt wieder nach unten.
Im
internet finden sich unter dem Stichwort viele quellen.
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