|
Die
in NUMMER 6 verwendete musik speist sich aus zwei bereichen: eigens komponierte sowie präexistierende stücke. Die bedeutendsten beiträge in sachen musik für die serie leisteten die folgenden personen:
Albert
Elms: Wahrscheinlich der zweit-einflussreichste der komponisten,
die mit NUMMER 6 beschäftigt waren; verantwortlich für "incidental-" (d.h. hintergrund-) musik in der
serie (siehe im text weiter unten).
Robert Farnon: Sein erster entwurf einer NUMMER-6-titelmusik
wurde sogleich verworfen. Einige der dramatischsten incidental-stücke
stammen von ihm.
Ron Grainer (1922-1981): Bekanntester und einflussreichster
komponist; komponierte in den 60er und 70er jahren professionell
soundtracks. Seine musikstücke für den serientitel und
abspann sind die markenzeichen von NUMMER 6.
Wilfred Josephs: Sollte ursprünglich den titelsoundtrack
entwickeln, seine arbeit wurde jedoch von McGoohan selbst abgewiesen.
Eric Mival: Musikredakteur bei NUMMER 6. Seine aufgabe
war es, sich die szenen jeder episode anzusehen und musikstücke
zu finden, die 1) exakt der stimmung entsprachen, 2) geeignet waren,
sie der erforderlichen länge und beschaffenheit der jeweiligen
szene anzupassen. Er schrieb das "gebetsbuch" mit den
angaben, welches archivstück in welcher szene verwendet wurde.
Wilfred Thompson: Tonmeister bei NUMMER 6. Gewissenhafter
mitarbeiter, verantwortlich für die geräusche von Rover sowie viele andere toneffekten. (Angaben von Larry Hall)
• CD-SOUNDTRACK-SETS 
• DIE RON-GRAINER-STORY 
• MUSIK BEGINNT, WO WORTE ENDEN 
• LIEBE IST ALLES, WAS IHR BRAUCHT 
• DER HÜFTKNOCHEN KOMMT WIEDER ZUM BECKENKNOCHEN 
• VILLAGE MUZAK 
• DIE KOMPONISTEN 

NUMMER
6 LAUSCHT DEM NACHMITTAGSKONZERT DER VILLAGE BAND, ODER DOCH
NICHT?
Käuflich zu erwerben sind immer noch die zweite auflage des soundtrack-CD-packs von SilvaScreen.
ERSTES
SET _ _
TRACKS
CD 1 - TRACKS
CD 2 - TRACK
CD 3
NEUES
SET _ _
DIE
ZUSAMMENSTELLUNG DER TRACKS IM NEUEN SET IST UNTERSCHIEDLICH,
AUSSERDEM ENTHALTEN SIND DIALOGAUSSCHNITTE

DIE
RON-GRAINER-STORY
Über 42
jahre ist es her, seit die titelmusik für NUMMER 6 in
den Denham-Studios von Middlesex in der nacht zum Sonntag, des 5.
März 1967 aufgenommen wurde. Seit mitte des jahres zuvor war
man damit beschäftigt gewesen, und in den dazwischen liegenden
monaten waren zwei ansätze verworfen worden.
Das
erste titelstück stammte von Robert Farnon, dessen mächtiges
thema sich an motiven des klassischen westerns THE BIG COUNTRY orientierte.
Diese version stieß jedoch sofort auf ablehnung. Daraufhin
wurde Wilfred Josephs beauftragt, eine alternative zu finden.
Sein aufmüpfiges, forderndes thema klang beinahe dissonant.
Immerhin überlebte es als anwärter bis in die zeit der
post-production.

Wer
die alternative version der episode "Die Glocken von
Big Ben" gesehen hat, hat auch Josephs stück zu beginn
der episode gehört. Und wer die originalkomposition nicht im
ohr hat, findet eine gemäßigtere version davon in "Die
Ankunft", und zwar, als Nummer Sechs am swimming pool samt
badender schönheiten
The Wilfred Josephs PRISONER Theme
Wilfred Josephs was then asked to write the theme. This time a little more insight was given into THE PRISONER's style and he produced a more appropriate big-band tune with lots of percussion and punchy brass. Unfortunately it was a bit too much over the top and it too was rejected.
Wilfred Josephs Recording Session
Denham Master Roll 16
One track available only
Length 2:19
Actually there's not much to go on here as the complete recording session tape has never come to light. It's probable he would have done a complete session to include the usual opening and closing themes plus variations and ins-and-outs but all that remains is his version of the "opening titles" theme dropped into the "working copies" tapes. It's sandwiched in between a bunch of what I can only decribe as "odds and ends" so was obviously never seriously considered. Having said that, the theme isn't so bad and it certainly works very well as incidental music. You can hear it, albeit re-arranged and re-rescorded by Albert Elms, as Number Six approaches the helicopter during the escape attempt in "Arrival".
Like the Robert Farnon theme, the Josephs' one is shorter than expected and confirms that the title sequence was originally intended to be mainly sound effects. Also, Ron Grainer wrote his theme to fill the whole title sequence (length-wise), and his manuscript reveals he wrote a lot more music (density-wise) than he actually recorded. The Grainer theme is exactly the length of the sequence but the manuscript reveals a lot of crossing-out, again perhaps indicating that McGoohan wanted a thinner music track with more emphasis on sound effects.
Larry Hall (SIX OF ONE) |
vorbeigeht. Hier erklingt das Josephs-stück
im hintergrund. Inzwischen
hatte man sich auch an Ron Grainer gewandt. Eric Mival, bei
NUMMER 6 verantwortlich für die musikauswahl, erinnert sich,
dass Grainer das titelthema aufgriff, als McGoohan es vor
sich her pfiff! Grainer machte sich an die arbeit und entwarf zuerst
eine ruhige cembalo-fassung des späteren titelthemas.
Die
frühere Grainer-version trug den arbeitstitel "The
Age of Elegance". Wer sich mit filmen und musik auskennt,
dem dürfte der filmtitel DER OMEGA-MANN von 1971 bekannt sein,
in der Charlton Heston die hauptrolle spielt. Die musik stammte
von Ron Grainer, manche passagen haben eine starke ähnlichkeit
mit seinem NUMMER-6-thema. Drei jahre vor seinem tod gab er zu,
dass da eine gewisse ähnlichkeit war, und er erzählte
von seiner vorliebe für musikalische "modellsequenzen".
"The Age of Elegance" ist auch auf den SilvaScreen-CDs
enthalten, im booklet gibt es informationen dazu.
SIX
OF ONE, die Prisoner Appreciation Society, produzierte 1987
eine flexidisc mit dem "Elegance"-stück. Larry Hall
schrieb damals in den liner-notes: "Seine ursprünge
liegen im dunkeln, aber das arrangement hat einen ähnlichen
aufbau wie die gewohnte fassung, die mehr up-tempo ist. Daraus kann
man schließen, dass dies Grainers originale version des thema
war. Es wird angenommen, dass Patrick McGoohan die melodie beisteuerte
und eine verschärfte kombination von instrumentierung und tempo
haben wollte."
Das
NUMMER-6-titelstück erschien 1978 erstmals auf einer vinyl-EP,
produziert von SIX OF ONE. Allerdings stammte das
stück von einem ITC-masterband der episode "Die Ankunft"
und enthielt also auch die toneffekte. Auf dieser inzwischen gefragten
aufnahme hört man demnach das röhren des fahrzeugmotors,
den ticketautomat an der einfahrt zur tiefgarage und so weiter.
Ohne diese effekte erschien das titelstück erst 1985 auf platte.
BAM-CARUSO veröffentlichte später einen sampler mit musik
aus der serie. Und es gab sogar eine bootleg-CD des BAM-CARUSO-albums.
1989
erschien von SilvaScreen ein PRISONER-sampler, diesmal auch als
cassette und CD erhältlich. Und seitdem sind viele weitere
veröffentlichungen mit PRISONER-musik erschienen, die hier
nicht alle genannt werden können.
_
VON
1986 STAMMT DIESER PRISONER-LP-SOUNDTRACK AUF VINYL, ERSCHIENEN
BEI BAM-CARUSO. DANK AN HEINZ WIPPERFÜRTH FÜR DAS BILDMATERIAL
Eine
version des titelthemas darf freilich nicht vergessen werden. 1967
veröffentlichte RCA Victor "The Prisoner" vom
Ron-Grainer-Orchester. Dabei handelte es sich aber um eine kommerzielle
version des themas, die eindeutig auf die charts zielte. Sie hatte
nur noch wenig ähnlichkeit mit dem stück, das wir alle
kennen und schätzen.
Diese version wurde im September 1967 in den RCA-studios in London
aufgenommen, gerade einmal 14 tage, bevor die serie auf die fernsehschirme
kommen sollte. Anzunehmen, dass
The Robert Farnon PRISONER Theme
Robert Farnon's brief from Patrick McGoohan was to write him a theme for THE PRISONER and make it big, "something like THE BIG COUNTRY theme", which had been a major Western film. Whether Farnon misunderstood, we'll never know, but what he wrote was exactly like THE BIG COUNTRY with powerful sweeping strings and strong imaginative rhythms. A wonderful theme for a Western which in other circumstances would still be played today, but unfortunately it was totally inappropriate for a spy/secret agent/surrealistic drama like THE PRISONER.
The Farnon theme, like all the PRISONER music, was recorded at the Denham studios. Blissfully unaware that his efforts were destined for the dumpster, the composer conducts the session himself, his Canadian accent can be heard while discussing a "missing diminuendo" at one stage and an occasional "Sorry, Bob" comes over as a musician plays a bum note or two. This session includes variations on his basic theme for opening titles and closing credits plus two 'ins-and-outs' for commercial break segues. The timings are different to the ones used by Ron Grainer and it appears that the original title sequence for THE PRISONER was to have just sound effects to begin with, then gradually bring the theme in as the McGoohan character leaves Westminster. It certainly doesn't fit any other way.
Larry Hall (SIX OF ONE) |
Grainer und RCA sich einen hit versprachen,
denn man erwartete, dass die fernsehserie ein ein großer erfolg
würde. Daraus wurde dann leider nichts, die serie war beim
durchschnittspublikum kein erfolg. Und so blieb die single eher
unbeachtet.
Das
arrangement ist recht jazzig und das stück klingt eher laut
und roh im ohr. Im mittelteil ist es sogar penetrant, dass man vergisst,
wozu es eigentlich dienen sollte. Überraschenderweise wurde
diese version aber zum gesuchten sammlerstück.
Dank
Larry Halls engagement besitzt SIX OF ONE einige originalexemplare
von Grainers handschriftlichen blättern zur RCA-veröffentlichung
der titelmusik wie auch der schlusstitel - im A3-format, mit 27,
13 bzw. 9 seiten!
Die
noten der eigentlichen titelmusik wurden im gegensatz zu dem RCA-chartstitel
nie kommerziell veröffentlicht. Er ist inzwischen unter sammlern
ebenfalls sehr gefragt und erschien 1967. Auf dem titel sieht man
McGoohan und die hubschrauber-speedbootjagd aus "Free For All".
Etwas irreführend heißt es da: "Theme from the
ATV network presentation The Prisoner". Gareth Bramley,
früher SIX OF ONE-mitglied, überließ der society
dankenswerterweise ein exemplar des 1967 von New World herausgebrachten
notenheftes.

Larry
Hall besorgte ein tape mit Grainer-aufnahmesessions, aus denen auch
das berühmte ITC-PRISONER-thema entstammt. Während dieser
sessions kam es zu mehreren takes und alternativen arrangements.
Ein solches arrangement ist auch auf den PRISONER-CDs enthalten,
hören Sie sich die titelmusik der episode "Demaskierung"
an!
Im vergleich zum gewohnten titelthema geht die musik an der stelle
weiter, wo Nummer Sechs sich nach der bewusstlosigkeit vom sofa
erhebt und auf den Ort blickt. Wer gute ohren hat, erkennt
hier einen patzer bei den bläsern. Es ist amüsant, die
verschiedenen sessions des tapes anzuhören. Man merkt, dass
die musiker mit etwas mehr übung es hätten besser machen
können. Durch die unterschiedlichen tempi und gegenläufigen
motive brauchte man mehrere versuche, bis sich das titelstück
schließlich so geglättet herausschälte. Die zeit
im studio muss auch sehr knapp gewesen sein, denn die musik zu den
bildern war noch nicht hundertprozentig perfekt, wie bei "Demaskierung"
zu hören.

Auf
Grainers manuskript des titelstücks sind einige interessante
anmerkungen. Auf dem cover listet er die instrumente auf:
2 trompeten
2 flügelhörner
2 basstrompeten
orgel
piano
2 elektrische gitarren
kesselpauken
trommel und schlagzeug.
Auf szenenmarkierungen ist z.b. festgehalten: flugfeld, fahrzeug,
Westminster Bridge, Houses Of Parliament, Pat dreht sich nach rechts,
korridor, faust auf schreibtisch. Im weiteren verlauf dann:
"Resigned"-schild (anm.: das im deutschen serienvorspann
weggelassen wurde), überblendung auf schreibmaschine, Pat
im auto, korridor, Pats titelschriftzug, zoom auf fahrzeug und "The
Prisoner". Gegen ende des stücks totengräber,
mann auf treppe, gas durch schlüsselloch, schließlich
"fällt auf bett" bei minute 1:44. Abblende
und ende dann bei minute 1:47. Das alles sieht in Grainers handschrift
extrem kompliziert aus. Dafür dass es ihm gut gelungen ist,
die vertracktheit des titelthemas der komplexität des titelvorspanns
anzupassen, hätte Grainer eine medaille verdient. Eine
kostprobe für
die, die es noch nie gehört haben (144 kB).

Das
kürzere schlussthema endet bei minute 1:07, im allgemeinen
gilt es als "straffer" als das titelthema. Und ganz sicher
bleiben die letzten takte jeder episode, wenn Rover über die
wellen gleitet, in erinnerung. Damit ist die geschichte des NUMMER-6-titelstücks
abgeschlossen. Natürlich sollen auch die anderen an der musik
zu NUMMER 6 beteiligten nicht vergessen werden, besonders zu nennen
ist hier Eric Mival.
Wirklich
unvergesslich bleiben jedoch Grainers mitreißendes titel-
sowie das schlussthema. Grainer starb 1981. Als ehrengast war er
1978 bei einer SIX-OF-ONE-convention (im heutzutage
nicht mehr existierenden Thatched Barn Hotel in Borehamwood) aufgetreten.
Neben seinen zahlreichen fernseh- und filmmusiken erinnert man sich
natürlich vor allem an seine titelmusik für NUMMER 6.
Ron Grainer's session is more easily catalogued as the pieces are easily identifiable and I can refer to his notes on the manuscript. Surprisingly, his session is the sloppiest of the lot, with certain musicians finding the going very difficult. The trumpets, for example are often guilty of bum notes and false starts. The drummer also has his problems and, in one take he plays at an ever-increasing pace, finally ending up several bars ahead of everyone else. The first take of the title theme ishorrendous!
When Patrick McGoohan called Ron Grainer in to discuss writing the theme, legend has it that McGoohan whistled a few bars of what he thought might be a good "tune" and asked him to go away and expand it into the required piece. Whether that's true or not, I don't know, but whatever came back met with approval and, on Sunday 5th March 1967, Ron Grainer and session musicians recorded numerous takes of the main theme from 2 PM onwards at the Denham Studios, in Middlesex, UK.
Eric Tomlinson was the sound mixer. He now works at Abbey Road studios where "All You Need Is Love" was re-mixed. Unfortunately there are no surviving records of who the musicians were except that some research reveals that the following were at some or all of the recording sessions.
Martin Kershaw - Lead Guitar
Vic Flick - Lead Guitar
Terry Walsh - Electric bass
Roy Willocks - Woodwind
The best-known of these is Vic Flick who provided that distinctive liquid guitar which provides much of the feel of the piece. Besides being a session musician, he was part of The John Barry Seven who had a number of hit records in the early seventies. John Barry became a rather famous composer and, among a lot of other things, wrote and recorded the James Bond theme with Vic Flick playing lead guitar and providing the distinctive "DANG-a-dang-dang-DANG-dang" hook which everyone remembers. As another piece of trivia, the James Bond theme was recorded at CTS studios where we re-mastered the first Prisoner soundtrack album.
Martin Kershaw recalls that the score he was shown was covered in crossings-out and pencil markings; "That was how the session scene was, back then. Parts were written in the back of taxis on the way to sessions ? sometimes the copyist would be working as you played a take."
"Ron Grainer wanted a twin lead guitar sound, and because the studio had no multi-track facilities, he hired two players. Ron really knew what he was doing with guitar scores. He understood what was possible between strings, and all about the instrument's range. In The Prisoner, he scored for two rhythm guitars, playing different positions for a really big chord sound."
The band finished the music for the show in that one Sunday afternoon session, but this wasn't particularly unusual at the time. Vic Flick; "There was no room for second-rate guitar playing ? although there was a lot of work around, it was incredibly competitive. You would just sight-read what was in front of you and go home. To be honest, I can't even remember the session"
Larry Hall (SIX OF ONE) |

"DOCTOR
WHO & OTHER CLASSIC RON GRAINER THEMES"
Der CD-sampler in wenig ansprechener verpackung, erschienen bei Play
It Again,
enthält nicht die original-titelmusik, jedoch Grainers "The
Age Of Elegance" sowie u.a. die titel zu den serien DER MANN MIT DEM KOFFER und MAIGRET.
Erschienen
im SIX-OF-ONE-magazin Number Six 29/1991; aus dem englischen
von Arno Baumgärtel

"MUSIK
BERUHIGT DAS GEMÜT."
"MUSIK
BEGINNT, WO WORTE ENDEN."
Einzig
in der episode "Hammer oder Amboss" finden sich die obigen
slogans. Nicht unmittelbar ersichtlich ist indes,
warum die verantwortlichen im Ort gerade der musik so ein
besonderes gewicht beimessen. Immerhin
beschäftigt der Ort eine eigene

blaskapelle bzw. band, die - dem charakter als kur- oder ferienort entsprechend - öffentliche
konzerte gibt. Als kalkül mag der unterhaltende und zum teil beschwichtigende
charakter von musik eine rolle spielen.
Vielleicht aber sind es
auch eher die produzenten der serie. Sie haben natürlich
recht. Kein kinofilm, keine fernsehserie kommt ohne musikalische
untermalung aus. Schon die allerersten filmvorführungen ende
des 19. jahrhunderts hatten wie die meisten kleineren und mittleren
kinos der stummfilmzeit eine klavierbegleitung. Und die größten
lichtspielhäuser leisteten sich eigene orchester. So
kann noch das ödeste synthesizer-gedudel einer filmwahrnehmung
eine völlige andere richtung geben. Was filmmusik leistet,
bemerkt man indes oft erst dann, wenn es keine gibt und diese abwesenheit
als dramaturgisches mittel eingesetzt wird.
"Music begins where
words leave off" ist offenbar die englische übersetzung
des deutschen originalzitats "Wo die sprache aufhört,
fängt die musik an" von ETA Hoffmann (1776 - 1822). Kleine,
leicht übersehene verweise auf die vielfältigen wurzeln
der serie NUMMER 6 im allgemeinen. In "Hammer oder Amboss" spielt "source music", das von einer schallplatte abgespielte stück "L'Arlésienne" von George
Bizet eine markante rolle. Die anmutung des PRISONER-Villages als kurort wird durch die von

DIE
VILLAGE BAND IN AKTION...
der Village-Band interpretierte musik unterstrichen. Als "source music" dient nicht nur der bei vielen gelegenheiten zu hörende "Radetzky Marsch" vom bekannten Johann Strauß (probe: ), sondern auch etwa ein stück von A. Steck, das sinnigerweise den originaltitel "Freedom Of The City" trägt (probe: ). Zudem das passend als "Village afternoon concert" bezeichnete schmissige "Double X" von C.H. Jaeger.
Platzkonzerte sind besonders in kurstädten eine sehr beliebte
unterhaltungsform. Obwohl das repertoire von leicht angepopptem
bis zur kammermusik umfassen kann, wird ein typisches platzkonzert mit eher schwungvoll-zackiger volkstümlicher musik bestritten,
auch märsche fehlen nicht, wenn sie in ziviler gewandung gegeben
werden.

"LIEBE
IST ALLES, WAS IHR BRAUCHT..."
--- The Beatles (1967)
Neben
der berühmten NUMMER-6-titelmusik von Ron Grainer finden
sich die
unter "tracks" genannten stücke, darunter
die "Farandole"
von Georges Bizet, arrangiert von Albert Elms, sowie die
musik zum karnevalsumzug, eine originalkomposition

von Elms. Nicht
jedoch "All You Need Is Love". Das stück wurde am 25. Juni 1967 aufgenommen. Music editor Eric Mival sagte zur auswahl dieses titels, McGoohan habe sich von dem stück erhofft, es würde sich ebenso wie die serie
als eine art zeitkapsel erweisen. Interessanterweise
sind
die ersten takte dieses songs die der Marseillaise, der französischen
nationalhymne. Mehr....
McGoohan and The Beatles
Arguably the two finest British exports of 1967 were The Prisoner and the Beatles' famous "Sergeant Pepper" album. Of course, the two were in fact linked by the use of their 1967 anthem "All You Need Is Love" in "Fall Out". Patrick McGoohan spoke highly of the group, during the same year in a T.V. World magazine interview: ''I think The Beatles are marvellous. They are venturing into astonishing fields of music and are really searching in their embryonic 'retirement' to find new sounds. I am always listening to their latest work and get something new out of it each time I hear it. They epitomise the age. They parody all the things we grown-ups pay lip service to, but don't practise. In one of their latest numbers they sing "All you Need Is Love" - just that, over and over again. Afterwards you realize that love is the thing that we have least of. They parody such ambiguities''.
Eric Mival, Music Editor on the Prisoner, recalled that the decision to use "All You Need Is Love" on the "Fall Out" soundtrack cost the princely sum of £48. Commenting on the series generally, he says there was the feeling that new ground was being broken and that the principles by which McGoohan governed his life came through in the series.
Patrick Kilmer writes: "The offer was made to McGoohan [to direct their movie] after the Beatles watched the last episode, in which they knew their song 'All You Need is Love' was being used. They were impressed with McGoohan's style, and with the debacle of self-directed Magical Mystery Tour fresh on their minds, they were looking for a director with whom they felt in sync but who would do a more professional job. Unfortunately, McGoohan had already made his decision to move out of the country, so nothing ever came of this missed opportunity; the Beatles lost interest in active movie-making and only put in a token cameo at the end of Yellow Submarine." (evidence for this appears in George Harrison's autobiography)
In relation to the Beatles, a curious similarity exists between the Beatles movie HELP! (filmed in 1965) and "The Girl Who Was Death" episode. HELP! features a pair of Number Twos Leo McKern ("Fall Out") and Patrick Cargill ("Hammer into Anvil") as the evil baddie and chief inspector respectively. The plot of HELP! involves a mad scientist trying to take over the world and a mysterious beautiful girl who leads the heroes onward.
Zusammenstellung: Larry Hall (SIX OF ONE) |

"Hip
bone connected to my thigh bone
Thigh bone connected to my leg bone
My leg bone connected to my ankle bone.
I
get so hung-up on bones.
Dr. Funkenstein, here.
Preoccupied
and dedicated
To the preservation of the motion of hips."
--- "The
Clones Of Dr. Funkenstein", George Clinton/Parliament
1976
Ein
titel aus dem bereich incidental music ist auf keinem der
CD-sets enthalten: "Dem Bones", auch "Dry
Bones", in einer fassung der Four Lads. In den 50er
und 60er jahren war diese

ALEXIS KANNER ALS NUMMER 48:
"
THANKS FOR THE TRIP, DAD! - HÖRT DAS WORT DES HERRN"
kanadische acapella-gruppe mit gospel-interpretationen recht erfolgreich. Ihre version des alten spirituals
wurde 1962 auf LP veröffentlicht. In den 90er jahren kam eine
limitierte neuauflage als single heraus, vertrieben von SIX
OF ONE.
Incidental, d.h. ohne konkret erkennbare quelle, ist es zu hören
in der letzten episode "Demaskierung" beim auftritt
des von Alexis Kanner gespielten jugendlichen rebellen Nummer 48, vor der versammlung der maskierten und nochmals, als die kleine
truppe um Nummer Sechs auf dem weg zurück nach London ist.
Zu diesem zeitpunkt gibt es schon länger keine nennenswerten
dialoge mehr; ein umstand, der den chaotischen produktionsverhältnissen
zuzuschreiben ist. Man kann viel gegen diese abschließende
episode einwenden. Diese - wie schon andere non-verbalen - momente
aber sind grandios.
Nummer
48 mischt die versammlung der maskierten gehörig auf und injiziert
ihr eine portion anarchie, indem er unaufhörlich den text von
"Dem Bones" halb rezitiert, halb singt - ...was
sich schlimmer liest, als es in der deutschen fassung dargeboten

DEM
BONES
"COLLAR BONE'S CONNECTED TO THE NECK BONE,
NECK BONE'S CONNECTED TO THE HEAD BONE.
wird: "Der hüftknochen kommt wieder zum beckenknochen;
der armknochen kommt wieder zum schulterknochen...; und hört
das wort des Herrn!" Tatsächlich,
das establishment, die versammelten maskierten erheben sich von
ihren sitzen, geraten ins schwingen, klatschen, die verknöcherung
buchstäblich und im
The Four Lads and "Dem Bones"
Another addition to the list of musical oddities used in THE PRISONER episode "Fall Out" was a rendition of an old negro spiritual "Dem Bones" recorded by The Four Lads, a vocal group formed in Toronto, Canada around 1950. The lineup of the group has changed over the years and only one of the original members remain, but they are still active today and you could very easily book them to appear at your PRISONER get-together to sing "Dem Bones" just for you!
The Four Lads first-release LP's are extremely rare and a virgin copy of their 1960's album sells for more than $200. However, their music is re-released from time-to-time and it might be possible to find the track on a re-issue. The version of "Dem Bones" chosen for "Fall Out" comes from a 1962 album called "Dixieland Doin's" which was a Kapp recording released on the London label in stereo, catalogue number SAH-R 6213. The distinctive instrumental backing comes from the "Swingin' Nine Minus Two" and the album was produced by Joe Shermon.
Coincidentally, another of the tracks on this album was called "Do Not Forsake Me Oh My Darling", the same as a PRISONER episode. The song actually comes from the Gary Cooper film HIGH NOON and both film and song were very big during what would have been Patrick McGoohan's formative years. The film was all about a man in a small community having to stand up alone against great danger on a point of principle - sounds familiar, doesn't it?
The song lyrics include the line "Do not forsake me, oh my darling - on this our wedding day" and another one goes "For I must face the man who hates me". Obviously it was written and recorded a long time before THE PRISONER but, remembering that the "Do Not Forsake Me" episode title was changed from "Face Unknown", one can speculate that perhaps the song title, lyrics and nature of the film inspired that change.
The Four Lads sang close harmony and capella and were much influenced by negro spirituals and gospel music. They produced an enormous number of very popular recordings. Formation of the original group took place in Toronto where all the members had been choirboys. Original members included James Arnold (first tenor) Connie Codarini (bass) Frank Busseri (baritone) Bernard Toorish (second tenor). They launched their professional career in 1950 singing in local clubs around Toronto.
In 1952 Columbia released their first hit, "The Mockingbird". Among their others were "Moments To Remember" and "No, Not Much" written by the songwriting team of Bob Allen and Al Stillman, who wrote Johnny Mathis's big hit "Chances Are". They received their first gold record in 1953 for "Istanbul." With Columbia Records The Four Lads produced 73 numbers. Their success story included the sale of some 50 million singles and albums to date. Bernie Toorish (shortened to "Torish") is leader of the group, sings second tenor and does all the vocal arranging and orchestrating. As an eighth grader at St. Michael Choir School, he sang with the "Jordanaires", forerunner of The Four Lads, with the accent on church music. Early on, Bernie was greatly impressed by the Golden Gate Quartet, then famous in the United States for its Negro spirituals, and he sang many of its songs.
During its heyday, the Lads had fan clubs totaling 150,000 members. In Pittsburgh alone there were 20,000. But their popularity, which reached its zenith in 1957, began to decline as the pendulum swung to folk music and later rock.
After a number of changes in personnel, the group finally broke up, with Bernie joining Equitable as an insurance underwriter, a job he continues to hold today.
He reactivated the quartet after a 17-year hiatus (he calls it a sabbatical). Teamed with him to make up the latest edition of The Four Lads are Peter (Pete) Selvaggio of Lakewood, bass singer and one of the finest jazz pianists around; James (Jimmy) Murphy, high tenor, who lives in South Euclid; and Frank Albano, baritone, of Euclid, who plays the keyboard and handles the synthesizer. The 1992 Four Lads: Jimmy Murphy, Frank Albano, Pete Selvaggio, Bernie Torish
Today The Four Lads continue their musical history bringing exciting and truly "golden" performances to receptive audiences on cruises, at conventions, night clubs, dinner theatres, concert halls and Nevada's hotel-casinos.
Zusammenstellung: Larry Hall (SIX OF ONE) |
übertragenen sinn beginnt sich zu
lösen... Aber das ist nur von kurzer dauer. Nummer 48 wird
in eine projektilähnliche kapsel eingeschlossen und in einer
untergrundzelle verwahrt.
  
"UND
NUN... MUSIK!" - VILLAGE RADIO
Die szenen auf dem weg nach London zeigen Nummer Sechs, Nummer 48
und die frühere Nummer Zwei in der auf einem tieflader mon
tierten
wohnzelle aus der vorletzten episode "Pas de deux" und
tanzend zu den klängen von "Dem Bones", die
nun aus dem autoradio zu hören sind. Ein herr mit bowlerhut
verliert beim vorbeifahren fast die kontrolle über sein fahrzeug
und zieht leicht indigniert schnell vorbei.... Hip bones.
Den "alten knochen" reverenz erwiesen hat auch schon
der große altmeister des P-Funk, George Clinton (siehe oben). Das
stück ist wie das Pennyfarthing - das hochrad - so merkwürdig
unzeitgemäß und darum auffällig innerhalb der serie.

Ein
typischer vertreter sogenannter source music, solcher musikstücke
also, die einer quelle im handlungszusammenhang zuzuordnen sind,
ist der
leitmotivische von der Village-Band intonierte "Radetzki-Marsch" von Johann Strauß, die
heimliche titelmelodie von NUMMER 6. Diesen bittersüßen
operettenarmeemarsch hört man auch in anderen episoden, meistens
in situationen, in denen der Ort wieder die oberhand über
Nummer Sechs behalten hat.
Abgesehen
von der im
bild oder außerhalb des bildes von
der Village Band gebotenen
musik, spielt die typische hintergrundbeschallung in NUMMER 6 eine nicht unwichtige
rolle.
Village-muzak
läuft als akustische tapete im Village-radio und schwillt unmerklich
an. Sie weckt am morgen und säuselt am abend in den schlaf. Von Brian Eno wurde diese spezielle
ausprägung funktionaler musik als ambient music oder fahrstuhlmusik
geadelt ("Music For Elevators"). Typischerweise hat sie
keinen anfang und kein ende, keine höhepunkte, kaum dynamik.
In
NUMMER 6 wird sie dramaturgisch eingesetzt, zeigt sowohl bei Nummer
Sechs als auch beim publikum ihre wirkung. In der ersten episode begleitet M. Lubbocks "Moon Lullaby" (probe: ) Nummer Sechs, als er seine neue unterkunft in augenschein nimmt. Und auch als zuschauer geht diese muzak einem (gezielt) auf die nerven. Village-muzak ist überall und immer schon.
An einem punkt kann er sie nicht mehr ertragen und zertrümmert sein radio, ohne
freilich damit die quelle zu treffen.
Den
komponisten der am stärksten in diese richtung neigenden titel
darf man dabei nicht unrecht tun. Denn ihre lullabies - und sie
heißen wirklich so: etwa "Lullaby for Isabelle" von P. Aliprandi sowie der
eine oder andere mehr - sie sind nicht wirklich muzak, aber sie funktionieren
im gegebenen kontext so.
• DIE KOMPONISTEN 
• CD-SOUNDTRACK-SETS 
• DIE RON-GRAINER-STORY 
• MUSIK BEGINNT, WO WORTE ENDEN 
• LIEBE IST ALLES, WAS IHR BRAUCHT 
• DER HÜFTKNOCHEN KOMMT WIEDER ZUM BECKENKNOCHEN 
• VILLAGE MUZAK 
ZURÜCK ZUM HAUPTTEXT
GUILLAUME
GRANIER: DIE BEDEUTUNG VON SPRACHE
|