The Prisoner Nummer 6

Serien gehören zum bodensatz des fernsehens, omnipräsent und so unendlich wie das medium selbst. Die wenigsten kratzen auch nur an der unterseite unserer aufmerksamkeitsschwelle.
UNWAHRSCHEINLICHE GESCHICHTEN war eine, dies es tat, der klassiker TWILIGHT ZONE.
Dieser titel steht ein für alles, was mit dem begriff TV-magic verbunden ist.

Fantastisches fernsehen
der 60er jahre, das ist
auch eine beschwörende formel:
"Wir sehen uns!"
oder L'année dernière
au Village:

FRANK T. BITTERHOF
BLU-RAY: DIE OFFENBARUNG
ROBERT FAIRCLOUGH

POP UND POLITIK
HOWARD FOY

ES WAR EINMAL - EIN TRIP
GUILLAUME GRANIER

SCHÖNER TAG! - SPÄTER...
LARRY HALL

DER PROZESS
WHAT IT MEANS...
HARALD KELLER

WIR SEHEN UNS - WIEDER
NUMMER SECHS
NOWHERE MAN
ROGER LANGLEY

PRISONER'S PORTMEIRION
SET PIECE - BÜHNENSTÜCK
6 PRIVATE
KEVIN P. MAHONEY

DER ANARCHISCHE PRISONER
RICK McGRATH

35TH ANNIVERSARY DVD
WARNER TROYER
McGOOHAN-INTERVIEW
CHRISTOPH WINDER

ICH BIN KEINE NUMMER

 

 

 

"MUSIK SAGT ALLES" (Village-slogan)

ALTES CD-SET __

tracks CD 1 - tracks CD 2 - tracks CD 3

NEUES CD-SET __

DIE ZUSAMMENSTELLUNG DER TRACKS IM NEUEN SET IST UNTERSCHIEDLICH,
AUSSERDEM ENTHALTEN SIND AUCH DIALOGAUSSCHNITTE

DIE RON-GRAINER-STORY

41 jahre ist es her, seit die titelmusik für NUMMER 6 in den Denham-Studios von Middlesex in der nacht zum Sonntag, des 5. März 1967 aufgenommen wurde. Seit mitte des jahres zuvor war man damit beschäftigt gewesen, und in den dazwischen liegenden monaten waren zwei ansätze verworfen worden.

Das erste titelstück stammte von Robert Farnon, dessen mächtiges thema sich an motiven des klassischen westerns THE BIG COUNTRY orientierte. Diese version stieß jedoch sofort auf ablehnung. Daraufhin wurde Wilfred Josephs beauftragt, eine alternative zu finden. Sein aufmüpfiges, forderndes thema klang beinahe dissonant. Immerhin überlebte es als anwärter bis in die zeit der post-production.
Wer die alternative version der episode "Die Glocken von Big Ben" gesehen hat, hat auch Josephs stück zu beginn der episode gehört. Und wer die originalkomposition nicht im ohr hat, findet eine gemäßigtere version davon in "Die Ankunft", und zwar, als Nummer Sechs am swimming pool samt badender schönheiten vorbeigeht. Hier erklingt das Josephs-stück im hintergrund.

Inzwischen hatte man sich auch an Ron Grainer gewandt. Eric Mival, bei NUMMER 6 verantwortlich für die musikauswahl, erinnert sich, dass Grainer das titelthema aufgriff, als McGoohan es vor sich her pfiff! Grainer machte sich an die arbeit und entwarf zuerst eine ruhige cembalo-fassung des späteren titelthemas.

Die frühere Grainer-version trug den arbeitstitel "The Age of Elegance". Wer sich mit filmen und musik auskennt, dem dürfte der filmtitel DER OMEGA-MANN von 1971 bekannt sein, in der Charlton Heston die hauptrolle spielt. Die musik stammte von Ron Grainer, manche passagen haben eine starke ähnlichkeit mit seinem NUMMER-6-thema. Drei jahre vor seinem tod gab er zu, dass da eine gewisse ähnlichkeit war, und er erzählte von seiner vorliebe für musikalische "modellsequenzen". "The Age of Elegance" ist auch auf den SilvaScreen-CDs enthalten, im booklet gibt es informationen dazu.

SIX OF ONE, die Prisoner Appreciation Society, produzierte 1987 eine flexidisc mit dem "Elegance"-stück. Larry Hall schrieb damals in den liner-notes: "Seine ursprünge liegen im dunkeln, aber das arrangement hat einen ähnlichen aufbau wie die gewohnte fassung, die mehr up-tempo ist. Daraus kann man schließen, dass dies Grainers originale version des thema war. Es wird angenommen, dass Patrick McGoohan die melodie beisteuerte und eine verschärfte kombination von instrumentierung und tempo haben wollte."

Das NUMMER-6-titelstück erschien 1978 erstmals auf einer vinyl-EP, produziert von SIX OF ONE. Allerdings stammte das stück von einem ITC-masterband der episode "Die Ankunft" und enthielt also auch die toneffekte. Auf dieser inzwischen gefragten aufnahme hört man demnach das röhren des fahrzeugmotors, den ticketautomat an der einfahrt zur tiefgarage und so weiter. Ohne diese effekte erschien das titelstück erst 1985 auf platte. BAM-CARUSO veröffentlichte später einen sampler mit musik aus der serie. Und es gab sogar eine bootleg-CD des BAM-CARUSO-albums.
1989 erschien von SilvaScreen ein PRISONER-sampler, diesmal auch als cassette und CD erhältlich. Und seitdem sind viele weitere veröffentlichungen mit PRISONER-musik erschienen, die hier nicht alle genannt werden können.

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VON 1986 STAMMT DIESER PRISONER-LP-SOUNDTRACK AUF VINYL, ERSCHIENEN
BEI BAM-CARUSO. DANK AN HEINZ WIPPERFÜRTH FÜR DAS BILDMATERIAL

Eine version des titelthemas darf freilich nicht vergessen werden. 1967 veröffentlichte RCA Victor "The Prisoner" vom Ron-Grainer-Orchester. Dabei handelte es sich aber um eine kommerzielle version des themas, die eindeutig auf die charts zielte. Sie hatte nur noch wenig ähnlichkeit mit dem stück, das wir alle kennen und schätzen.
Diese version wurde im September 1967 in den RCA-studios in London aufgenommen, gerade einmal 14 tage, bevor die serie auf die fernsehschirme kommen sollte. Anzunehmen, dass Grainer und RCA sich einen hit versprachen, denn man erwartete, dass die fernsehserie ein ein großer erfolg würde. Daraus wurde dann leider nichts, die serie war beim durchschnittspublikum kein erfolg. Und so blieb die single eher unbeachtet.

Das arrangement ist recht jazzig und das stück klingt eher laut und roh im ohr. Im mittelteil ist es sogar penetrant, dass man vergisst, wozu es eigentlich dienen sollte. Überraschenderweise wurde diese version aber zum gesuchten sammlerstück.

Dank Larry Halls engagement besitzt SIX OF ONE einige originalexemplare von Grainers handschriftlichen blättern zur RCA-veröffentlichung der titelmusik wie auch der schlusstitel - im A3-format, mit 27, 13 bzw. 9 seiten!

Die noten der eigentlichen titelmusik wurden im gegensatz zu dem RCA-chartstitel nie kommerziell veröffentlicht. Er ist inzwischen unter sammlern ebenfalls sehr gefragt und erschien 1967. Auf dem titel sieht man McGoohan und die hubschrauber-speedbootjagd aus "Free For All". Etwas irreführend heißt es da: "Theme from the ATV network presentation The Prisoner". Gareth Bramley, früher SIX OF ONE-mitglied, überließ der society dankenswerterweise ein exemplar des 1967 von New World herausgebrachten notenheftes.

Larry Hall besorgte ein tape mit Grainer-aufnahmesessions, aus denen auch das berühmte ITC-PRISONER-thema entstammt. Während dieser sessions kam es zu mehreren takes und alternativen arrangements. Ein solches arrangement ist auch auf den PRISONER-CDs enthalten, hören Sie sich die titelmusik der episode "Demaskierung" an!
Im vergleich zum gewohnten titelthema geht die musik an der stelle weiter, wo Nummer Sechs sich nach der bewusstlosigkeit vom sofa erhebt und auf den Ort blickt. Wer gute ohren hat, erkennt hier einen patzer bei den bläsern. Es ist amüsant, die verschiedenen sessions des tapes anzuhören. Man merkt, dass die musiker mit etwas mehr übung es hätten besser machen können. Durch die unterschiedlichen tempi und gegenläufigen motive brauchte man mehrere versuche, bis sich das titelstück schließlich so geglättet herausschälte. Die zeit im studio muss auch sehr knapp gewesen sein, denn die musik zu den bildern war noch nicht hundertprozentig perfekt, wie bei "Demaskierung" zu hören.

Auf Grainers manuskript des titelstücks sind einige interessante anmerkungen. Auf dem cover listet er die instrumente auf:
2 trompeten
2 flügelhörner
2 basstrompeten
orgel
piano
2 elektrische gitarren
kesselpauken
trommel und schlagzeug.
Auf szenenmarkierungen ist z.b. festgehalten: flugfeld, fahrzeug, Westminster Bridge, Houses Of Parliament, Pat dreht sich nach rechts, korridor, faust auf schreibtisch. Im weiteren verlauf dann: "Resigned"-schild (anm.: das im deutschen serienvorspann weggelassen wurde), überblendung auf schreibmaschine, Pat im auto, korridor, Pats titelschriftzug, zoom auf fahrzeug und "The Prisoner". Gegen ende des stücks totengräber, mann auf treppe, gas durch schlüsselloch, schließlich "fällt auf bett" bei minute 1:44. Abblende und ende dann bei minute 1:47. Das alles sieht in Grainers handschrift extrem kompliziert aus. Dafür dass es ihm gut gelungen ist, die vertracktheit des titelthemas der komplexität des titelvorspanns anzupassen, hätte Grainer eine medaille verdient.
Eine kostprobe für die, die es noch nie gehört haben (144 kB).

Das kürzere schlussthema endet bei minute 1:07, im allgemeinen gilt es als "straffer" als das titelthema. Und ganz sicher bleiben die letzten takte jeder episode, wenn Rover über die wellen gleitet, in erinnerung. Damit ist die geschichte des NUMMER-6-titelstücks abgeschlossen. Natürlich sollen auch die anderen an der musik zu NUMMER 6 beteiligten nicht vergessen werden, besonders zu nennen ist hier Eric Mival.

"DOCTOR WHO & OTHER CLASSIC RON GRAINER THEMES"
CD-SAMPLER, ERSCHIENEN IN WENIG ANSPRECHENDER VERPACKUNG BEI PLAY IT AGAIN,
ENTHÄLT NICHT DIE ORIGINAL-TITELMUSIK, JEDOCH AUSSER "THE AGE OF ELEGANCE"
U.A. "DER MANN MIT DEM KOFFER" UND "MAIGRET"

Wirklich unvergesslich bleiben jedoch Grainers mitreißendes titel- sowie das schlussthema. Grainer starb 1981. Als ehrengast war er 1978 bei einer SIX-OF-ONE-convention (im heutzutage nicht mehr existierenden Thatched Barn Hotel in Borehamwood) aufgetreten. Neben seinen zahlreichen fernseh- und filmmusiken erinnert man sich natürlich vor allem an seine titelmusik für NUMMER 6.

Erschienen im SIX-OF-ONE-magazin Number Six 29/1991; aus dem englischen von Arno Baumgärtel

Die bedeutendsten musikbeiträge für NUMMER 6 leisteten (nach angaben von Larry Hall):

Albert Elms: Wahrscheinlich der zweit-einflussreichste der komponisten, die mit NUMMER 6 beschäftigt waren; verantwortlich für "incidental-" (d.h. hintergrund-) musik in der serie (siehe im text weiter unten).
Robert Farnon: Sein erster entwurf einer NUMMER-6-titelmusik wurde sogleich verworfen. Einige der dramatischsten incidental-stücke stammen von ihm.
Ron Grainer (1922-1981): Bekanntester und einflussreichster komponist; komponierte in den 60er und 70er jahren professionell soundtracks. Seine musikstücke für den serientitel und abspann sind die markenzeichen von NUMMER 6.
Wilfred Josephs: Sollte ursprünglich den titelsoundtrack entwickeln, seine arbeit wurde jedoch von McGoohan selbst abgewiesen.
Eric Mival: Musikredakteur bei NUMMER 6. Seine aufgabe war es, sich die szenen jeder episode anzusehen und musikstücke zu finden, die 1) exakt der stimmung entsprachen, 2) geeignet waren, sie der erforderlichen länge und beschaffenheit der jeweiligen szene anzupassen. Er schrieb das "gebetsbuch" mit den angaben, welches archivstück in welcher szene verwendet wurde.
Wilfred Thompson: Tonmeister bei NUMMER 6. Gewissenhafter mitarbeiter, verantwortlich für die geräusche von Rover sowie viele andere toneffekten.

NUMMER 6 LAUSCHT DEM NACHMITTAGSKONZERT DER VILLAGE BAND, ODER DOCH NICHT?

"MUSIK BERUHIGT DAS GEMÜT."
"MUSIK BEGINNT, WO WORTE ENDEN."

Einzig in der episode "Hammer oder Amboss" finden sich die obigen slogans; das stück "L'Arlésienne" von George Bizet spielt hier eine markante rolle. "Music begins where words leave off" ist offenbar die englische übersetzung des deutschen originalzitats "Wo die sprache aufhört, fängt die musik an" von ETA Hoffmann (1776 - 1822). Kleine, leicht übersehene verweise auf die vielfältigen wurzeln der serie NUMMER 6 im allgemeinen. Nicht recht ersichtlich ist indes, warum die verantwortlichen im Ort gerade der musik so ein besonderes gewicht beimessen.

Immerhin beschäftigt man eine eigene blaskapelle bzw. band, die öffentliche konzerte gibt. Als kalkül mag der unterhaltende, zum teil beschwichtigende charakter der musik eine rolle spielen. Vielleicht aber sind es auch eher die produzenten der serie. Andererseits haben sie natürlich recht. Kein kinofilm, keine fernsehserie kommt ohne musikalische untermalung aus. Schon die allerersten filmvorführungen ende des 19. jahrhunderts hatten wie die meisten kleineren und mittleren kinos der stummfilmzeit eine klavierbegleitung. Und die größten lichtspielhäuser leisteten sich eigene orchester.

So kann noch das ödeste synthesizer-gedudel einer filmwahrnehmung eine völlige andere richtung geben. Was filmmusik leistet, bemerkt man indes oft erst dann, wenn es keine gibt und diese abwesenheit als dramaturgisches mittel eingesetzt wird.

DIE VILLAGE BAND IN AKTION...

"LIEBE IST ALLES, WAS IHR BRAUCHT..."
The Beatles (1967)

Neben der berühmten NUMMER-6-titelmusik von Ron Grainer finden sich auf den drei erhältlichen SilvaScreen-CDs die unter "tracks" genannten stücke, darunter die "Farandole" von Georges Bizet, arrangiert von Albert Elms, sowie die musik zum karnevalsumzug, eine originalkomposition von Elms. Nicht jedoch "All You Need Is Love". Von diesem zu dem zeitpunkt bereits populären Beatles-song hatte McGoohan sich erhofft, er würde sich ebenso wie die serie als eine art zeitkapsel erweisen. Interessanterweise sind die ersten takte dieses songs die der Marseillaise, der französischen nationalhymne. Darüber warum McGoohan gerade "All You Need Is Love" auswählte, kann man nur spekulieren (mehr...). Bezugsquellen für NUMMER 6-soundtracks findet man auf der SIX-OF-ONE-homepage.

Ein typischer vertreter sogenannter source music, solcher musikstücke also, die einer quelle im handlungszusammenhang zuzuordnen sind, ist der leitmotivische "Radetzki-Marsch" von Johann Strauß (probe, 103k: längen- u. qualitätsreduzierte probe), die heimliche titelmelodie von NUMMER 6. Diesen bittersüßen operettenarmeemarsch hört man auch in anderen episoden, meistens in situationen, in denen der Ort wieder die oberhand über Nummer Sechs behalten hat. Daneben wird von der Village Band im nachmittagskonzert "Double X", ein stück von C.H. Jaeger, gegeben, oder eins von A. Steck, das sinnigerweise den originaltitel "Freedom Of The City" trägt (probe, 123k längen- u. qualitätsreduzierte probe).
Platzkonzerte sind besonders in kurstädten eine sehr beliebte unterhaltungsform. Obwohl das repertoire von leicht angepopptem bis zur kammermusik umfassen kann, wird ein typisches platzkonzert mit eher schwungvoll-zackiger volkstümlicher musik bestritten, auch märsche fehlen nicht, wenn sie in ziviler gewandung gegeben werden.

Hip bone connected to my thigh bone
Thigh bone connected to my leg bone
My leg bone connected to my ankle bone.
I get so hung-up on bones.
Dr. Funkenstein, here.

Preoccupied and dedicated
To the preservation of the motion of hips.

"The Clones Of Dr. Funkenstein", George Clinton/Parliament 1976

Ein titel aus dem bereich incidental music ist auf keinem der CD-sets enthalten: "Dem Bones", auch "Dry Bones", in einer fassung der Four Lads. In den 50er und 60er jahren war die acapella-gruppe aus Kanada recht erfolgreich mit gospel interpretationen. Ihre version des alten spiritual-stückes wurde 1962 auf LP veröffentlicht. In den 90er jahren kam eine limitierte neuauflage als single heraus, vertrieben von SIX OF ONE. Den "alten knochen" reverenz erwiesen hat auch schon der große altmeister des P-Funk, George Clinton (siehe oben).

Das stück ist wie das Pennyfarthing - das hochrad - so merkwürdig unzeitgemäß und darum auffällig innerhalb der serie. Incidental, ohne konkret erkennbare quelle, ist es zu hören in der letzten episode "Demaskierung/Fall Out" beim auftritt des jugendlichen rebellen Nummer 48, gespielt von Alexis Kanner, vor der versammlung der maskierten und nochmals, als die kleine truppe um Nummer Sechs auf dem weg zurück nach London ist. Zu diesem zeitpunkt gibt es schon länger keine nennenswerten dialoge mehr; ein umstand, der den chaotischen produktionsverhältnissen zuzuschreiben ist. Man kann viel gegen diese abschließende episode einwenden. Diese - wie schon andere non-verbalen - momente aber sind grandios.

Nummer 48 mischt die versammlung der maskierten gehörig auf und injiziert ihr eine portion anarchie, indem er unaufhörlich den text von "Dem Bones" halb rezitiert, halb singt - ...was sich schlimmer liest, als es in der deutschen fassung dargeboten wird: "Der hüftknochen kommt wieder zum beckenknochen; der armknochen kommt wieder zum schulterknochen...; und hört das wort des Herrn!"

DEM BONES "COLLAR BONE'S CONNECTED TO THE NECK BONE,
NECK BONE'S CONNECTED TO THE HEAD BONE.
... HEAR THE WORD OF THE LORD. - I'M ALL BONES."

Tatsächlich, das establishment, die versammelten maskierten erheben sich von ihren sitzen, geraten ins schwingen, klatschen, die verknöcherung buchstäblich und im übertragenen sinne beginnt sich zu lösen... Aber das ist nur von kurzer dauer. Nummer 48 wird in eine projektilähnliche kapsel eingeschlossen und in einer untergrundzelle verwahrt.

Die szenen auf dem weg nach London zeigen Nummer Sechs, Nummer 48 und die frühere Nummer Zwei in der auf einem tieflader montierten wohnzelle aus der vorletzten episode "Pas de deux" und tanzend zu den klängen von "Dem Bones", die nun aus dem autoradio zu hören sind. Ein herr mit bowlerhut verliert beim vorbeifahren fast die kontrolle über sein fahrzeug und zieht leicht indigniert schnell vorbei.... Hip bones.

"UND NUN... MUSIK!" - VILLAGE RADIO

Abgesehen von der im bild oder außerhalb von der Village Band intonierten musik, spielt die typische hintergrundbeschallung eine nicht unwichtige rolle.

Village-muzak läuft als akustische tapete im Village-radio und schwillt unmerklich an. Sie weckt am morgen und säuselt am abend in den schlaf. Auch als zuschauer geht sie einem (gezielt) auf die nerven. Village-muzak ist überall und immer schon. Von Brian Eno wurde diese spezielle ausprägung funktionaler musik als ambient music oder fahrstuhlmusik geadelt ("Music For Elevators"). Typischerweise hat sie keinen anfang und kein ende, keine höhepunkte, kaum dynamik. In NUMMER 6 wird sie dramaturgisch eingesetzt, zeigt sowohl bei Nummer Sechs als auch beim publikum ihre wirkung. Er kann sie in diesem moment nicht mehr ertragen und zertrümmert sein radio, ohne freilich damit die quelle zu treffen.

Den komponisten der am stärksten in diese richtung neigenden titel darf man dabei nicht unrecht tun. Denn ihre lullabies - und sie heißen wirklich so: "Moon Lullaby" von M. Lubbock (probe, 353k längen- u. qualitätsreduzierte probe) und "Lullaby for Isabelle" von P. Aliprandi sowie der eine oder andere mehr - sie sind nicht muzak, aber sie funktionieren im gegebenen kontext so.

Die bedeutung der sprache in NUMMER 6, ein artikel von Guillaume Granier, mehr...

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