The Prisoner Nummer 6

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NUMMER 6
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THE PRISONER
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BRAND

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ÜBER DIE ZIFFERN!

No. 12:
You don't believe it. A university level degree in three minutes.
No. 6:
It's improbable.
No. 12:
But not impossible.
No. 6:
Nothing is impossible
in this place.

No. 12:
Nicht zu glauben. Ein Universitätsabschluss in drei minuten.
No. 6:
Unwahrscheinlich.
No. 12:
Aber nicht unmöglich.
No. 6:
Nichts ist unmöglich
an diesem ort.

 

BRAND
HENRIK IBSEN

Von Jana Müller

"Brand" ist ein Theaterstück von Henrik Ibsen aus dem Jahr 1866, das 1867 uraufgeführt wurde. 1959 wurde das Stück von der BBC in einer gekürzten Fassung verfilmt.

Die Hauptrolle, Brand, wurde von Patrick McGoohan gespielt. Der Charakter Brand ist willensstark, kompromisslos, will das Richtige tun, und das um jeden Preis. Gott zu folgen und den eigenen, extrem hohen moralischen Ansprüchen zu genügen ist sein höchstes Ziel, dem er alles opfert. Die Konsequenzen seiner Entscheidungen zu tragen und zu leiden erscheint ihm als der einzig richtige Weg, den er gehen muss, um seinen Zielen treu zu bleiben. Der freie Wille ist für ihn das höchste Gut und das Maß aller Dinge, aber er bringt Verantwortung mit sich. Brand sieht seine Pflicht darin, diese Verantwortung voll und ganz zu tragen.

Dasselbe erwartet er auch von anderen, und zwar mit einer Starrheit und in einem Ausmaß, das ihn am Ende als einsamen Menschen zurücklässt. Unter anderem opfert er seiner Entscheidung, mit allen Konsequenzen Priester zu sein und zu seinen Entscheidungen zu stehen, seinen Sohn, der in dem abgelegenen Tal mit seinen widrigen Bedingungen krank wird und stirbt. Brand hätte ihn retten können, wenn er es über sich gebracht hätte, das Tal zu verlassen. Stattdessen erwartet er von seiner Frau, es ihm gleichzutun, und alle Erinnerungen an den Sohn loszulassen und fortzugeben. Auch seine Frau stirbt. Brand steigert sich dann in die Idee, eine Kirche zu bauen. Diese wird zwar fertig gestellt, aber der Propst ein Verständnis von Kirche, das er nicht teilen kann. Schließlich, nach einem Gespräch mit einem früheren Bekannten, dem früheren Geliebten von Agnes, der von ihr wegen Brand verlassen wurde und der sich zu einem noch härteren Missionar entwickelt hat, als er es selbst ist, wirft Brand den Schlüssel zur Kirche in den Fluß, und führt seine Schäfchen in die Berge. Die Menschen folgen ihm, verlieren aber auf dem beschwerlichen Weg ihren Glauben. Brand macht ihnen keine Hoffnungen oder Versprechungen, als eine Kirche ohne Grenzen, einen neuen Willen und neuen Glauben. Der Bürgermeister hat nun leichtes Spiel, die Schäfchen mit falschen Versprechungen gegen Brand aufzuhetzen und auf seine Seite zurück zu holen. Brand endet als Geächteter.

Jetzt steht er allein da. Er hat alles, was ihm wichtig war und seiner Meinung nach nicht sein durfte seinen moralischen Ansprüchen und seinem Glauben geopfert, immer im Bestreben, "ganz" zu sein, sich ganz und gar hinzugeben und die Konsequenzen seiner freien Entscheidungen voll und ganz zu tragen. Eine Stimme, scheinbar die von seiner Frau Agnes, versucht ihn davon zu überzeugen, dass er nur auf drei Worte verzichten muss, um gerettet zu werden: Alles oder nichts. Verzweifelt wendet er sich im Sterben an Gott und fragt, was er falsch gemacht habe. Wodurch, wenn nicht über den freien Willen, kann Erlösung gefunden werden? Die Antwort kommt von oben: Gott ist Liebe.

Auch wenn "Brand" anders endet als NUMMER 6, kommen einem Fall Out und die Beatles in den Sinn: All you need is love.

ICH LASSE MICH NICHT ZWINGEN, STOSSEN,
EINSTUFEN, ABSTEMPELN, WERTEN,
ABWERTEN ODER NUMMERIEREN.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Rolle des Brand McGoohans Ideen vom Mann in der Isolation und schließlich seine Vorstellung von Nummer Sechs mit geprägt hat. Zwischen den Charakteren Nummer Sechs und Brand und auch zwischen den Themen lassen sich zahlreiche Parallelen ziehen, von denen hier nur ein paar angedeutet werden sollen.

Es gibt Ähnlichkeiten zwischen Brand und Nummer Sechs als Charaktere – Für Brand ist der freie Wille des Menschen das höchste Gut, mit dem er Gott dienen soll. Und auch für Nummer Sechs ist seine Freiheit sein höchstes Ziel. "Ich bin ein freier Mensch" ist seine Überzeugung, und er ist gewillt, mit allen Konsequenzen für diese Überzeugung zu kämpfen. Wie Brand ist auch Nummer 6 nicht zu Kompromissen bereit: "Ich will nichts mit ihnen zu tun haben. Ich lasse mich nicht zwingen, stossen, einstufen, abstempeln, werten, abwerten oder nummerieren." Im englischen beginnt dieser Ausspruch noch deutlicher: "I will not make any deals with you.” Brands Loyalität gegenüber Gott findet seine Entsprechung in Nummer 6 Loyalität gegen seine früheren Arbeitgeber und gegen sich selbst. Auf keinen Fall würde er Informationen über seine früheren Aufgaben preisgeben und seinen Arbeitgeber oder sich selbst verraten. Brand hat außerdem ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein. Er versucht, seine Mitmenschen zu überzeugen, den selben Weg zu gehen, wie er. Das selbe erleben wir bei Nummer Sechs, wenn er die Bewohner des Ortes auffordert, ihr Hirn zu benutzen und sich vom Ort nicht zerstören zu lassen. Wie Brand geht er dabei kompromisslos bis zum äußersten und stößt seine Mitmenschen gnadenlos vor den Kopf. Die Sturheit und "single-mindedness" ist ebenfalls eine gemeinsame Eigenschaft von Brand und Nummer Sechs.

Interessant ist auch, wie es zum Verwürfnis zwischen Brand und der Kirche (in Person des Propstes) kommt: Brand will, das jeder für sich seinem freien Willen folgt, und die Konsequenzen trägt. Der Propst warnt ihn. Die Kirche will keine Individuen, sie will die Gleichheit der Menschen, um sie nicht zu verwirren und ihren Glauben an die Autorität der Kirche nicht zu gefährden. Das ist ein Grund, weshalb Brand, der überzeugte Prediger, der seine Familie an seine Berufung verloren hat, schließlich seinen Abschied von der Kirche nimmt.

In Ziauddin Sardars "Die Postmoderne und das Andere" (mehr...) findet sich ein Abschnitt über Nummer Sechs' Charakterfestigkeit im Gegensatz zur Beliebigkeit der Postmoderne:

"In einer hinsicht ist NUMMER 6jedoch alles andere als postmodern: in seiner kompromisslosen moralischen haltung. NUMMER 6 streitet nicht um irgendeine trügerische vorstellung von freiheit oder individueller freiheit(die als mythos postuliert wird), sondern gegen jegliche form von manipulation, einschließlich bildermanipulation. Es wird nicht bestritten, dass wir alle gefangene in einer von fabrizierten bildern und sinnlosen wortspielereien beherrschten welt seien. NUMMER 6 wendet sich gegen diese welt."

Die moralische Haltung findet sich auch bei Brand. Brand wendet sich gerade gegen die verwaschenen, beliebigen, "zu" toleranten etc Einstellungen in seiner Gemeinde, die diese moralische Haltung seiner Meinung nach unterminieren. Also wie Nummer Sechs im Prinzip gegen das, was als postmodern bezeichnet werden könnte, wenn auch auf anderer Ebene, mit anderem Bezug. Aber es gibt auch noch einen GROSSEN Unterschied zwischen Brand und Nummer Sechs: Nummer Sechs will fliehen. Dieser Strang fehlt bei Brand völlig. Brand sucht zwar letztendlich auch Erlösung, und ist am Ende auch weder "frei", noch findet er den Weg, die anderen von seinen Zielen zu überzeugen, aber seine Mittel sind nicht Flucht und Widerstand, sondern eher absolute Unterwerfung unter Gott, den freien Willen und die eigene Verantwortung. Am ähnlichsten sind sich Brand und Nummer Sechs vielleicht in der Szene am Ende von "Free For All": "Obey me and be free."

Das sind nur ein paar Parallelen, die darauf hindeuten, dass es sich lohnen kann, sich mit "Brand" zu beschäftigen, um ein weiteres Puzzleteil zu NUMMER 6 zu finden.

Collin Clearly hat einen umfangreichen Artikel zum Thema THE PRISONER und "Brand" veröffentlicht, der neben den Berührungspunkten in den Handlungen unter anderem auch McGoohans Charakter und die Produktion von NUMMER 6 mit ins Auge fasst.

COLIN CLEARLY: ALL OR NOTHING (2013)
Ziauddin Sardar: Die Postmoderne und das Andere
MEHR: PATRICK McGOOHAN

Abbildungen: BBC World Theatre, 1959

 

BRAND
HENRIK IBSEN

Patrick McGoohan's acting role in Ibsen's play "Brand" is described in this article. No English version of this text. The play, however, a BBC production of 1959, can be watched on Youtube searching for "Brand".

 


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