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Verehrte
zuschauer!
Nummer
Sechs war ein hoher agent des britischen geheimdienstes. Zornig
und ohne angabe von gründen, kündigt er eines tages.
Kurz darauf wird er betäubt und entführt.
In
einem idyllisch gelegenen, namenlosen städtchen erwacht
er in einem komfortabel eingerichteten haus. Rasch merkt er,
dass er ein gefangener unter gefangenen ist, wobei bewacher
und häftlinge kaum voneinander zu unterscheiden sind.
Man
gibt ihm den namen Nummer Sechs. Geleitet wird das system
von Nummer Zwei, hinter der aber noch eine anonyme Nummer
Eins steht.
Nummer
Sechs erfährt den grund seiner entführung: Er soll
verraten, warum er aus dem geheimdienst ausgeschieden ist.
Aus
unserer etwas aus dem rahmen fallenden agentenserie NUMMER
6 zeigen wir Ihnen nun die episode... "Die Ankunft".
CHRONIK 1969...
WEITERFÜHRENDE LINKS...
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NUMMER
6 im spiegel zeitgenössischer fernsehzeitschriften zur erstausstrahlung
1969 im ZDF
Feststellung
1: "Nummer Sechs" in zeitschriften, "Nummer
6" im serienvorspann; Feststellung 2: Patrick McGoohan
war als John Drake - im gegensatz zu heute - auch in Deutschland
ein begriff, eine marke. Feststellung 3: Offene worte in
der HörZu wegen der späten sendezeit im ZDF. Feststellung
4: "In Farbe" gesehen haben die serie damals
wahrscheinlich nicht viele.
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Man
kann nicht behaupten, NUMMER 6 bzw. NUMMER SECHS,
wie in den meisten fernsehzeitschriften zu lesen, habe bei
der deutschen fernsehpremiere 1969 keine presse gehabt, im
gegenteil. Patrick McGoohan war hierzulande durch seine in
den


QUELLENSTUDIUM:
HÖRZU 16.08.1969
TAGESPROGRAMM ZUR VERFÜGUNG
GESTELLT VON HEIKE NAU
frühen
60er jahren im vorabendprogramm gelaufene serie GEHEIMAUFTRAG
FÜR JOHN DRAKE (mehr...)
wohlbekannt und beliebt. In 32 nicht einmal halbstündigen
episoden hatte Drake "kitzlige" jobs im auftrag
der NATO übernommen und stets mit viel köpfchen
gemeistert. Dass es noch über 50 weitere und mit rund
50 minuten laufzeit deutlich längere episoden gab, davon
wusste das deutsche publikum gar nichts, denn davon hatte
man ganze acht synchronisiert, die
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|
im
abendprogramm gesendet wurden. Das vermittelt jedoch eine ahnung
der enormen popularität, die McGoohan damals in Großbritannien
und den USA genoss und noch heute genießt.

HÖRZU
- RÜCKZUG:
"IMMER MEHR FERNSEHSTARS WEIGERN SICH,
SERIENROLLEN ZU SPIELEN." - WIE SICH DIE ZEITEN ÄNDERN:
FILMSCHAUSPIELER WECHSELN INS FERNSEHSERIENGESCHÄFT UND
GRÜNDEN NEUE FORMATE, BEISPIEL GARY SINISE UND WILLIAM PETERSEN
MIT CSI ODER KIEFER SUTHERLAND MIT 24
(mehr...).
Schon in den frühen 60er jahren war McGoohan als anwärter
für den job des James Bond gehandelt worden (mehr...).
Er lehnte
KRIMI,
SCIENCE-FICTION, UTOPISCH, ZUKUNFTSABENTEUER
-
WAS IST DENN NUMMER 6 NUN? HÖRZU 16.08.1069: NUMMER
SECHS
EINE "UTOPISCH-SURREALISTISCHE ABENTEUERSERIE"
die
rolle (nach diversen quellen sogar zweimal) aus moralischen gründen
ab bzw. gab (wenig überzeugend) an, er habe mit einem beteiligten
schauspieler nicht zusammenarbeiten können. Wie bekannt, interpretierte
daraufhin Sean Connery die rolle des agenten mit der doppel-null.
Und als McGoohan nach über 50 DRAKE-auftritten dieser stereotype
überdrüssig war, ersann er unter verwendung der chiffre
6 (mehr...)
in gewisser weise nicht nur die beerdigung des agententums, sondern
auch seinen eigenen abgang als fernsehstar, rückzug (aus der
öffentlichkeit) als zentrales handlungsmotiv der neuen serie
inbegriffen.

UNBEKANNTE
QUELLE: THE PRISONER ALS "KRIMINALSERIE"
Dass
die neue serie mit dem originaltitel THE PRISONER (bei allen
durchaus nicht zufälligen ähnlichkeiten) jedoch nicht,
wie von den meisten erwartet, ein spionage- und agentengarn bzw.
eine fortsetzung im stile von JOHN DRAKE war, wollte ursprünglich
niemand wissen.
In
der hiesigen presse wurden vor dem deutschen start mitte August
1969 die reaktionen der britischen öffentlichkeit nach der
letzten folge, etwa ein jahr vor der deutschen ausstrahlung, verhandelt.
Und die waren verheerend gewesen. So hatte McGoohan vor dem britischen
fernsehstart 1967 die anwesenden journalisten - mehr happening denn
pressekonferenz - in rätselhafter teils kosaken-, teils cowboy-kostümierung
und hinter gefängnisgittern empfangen und, anstatt ernsthaft
über seine neue produktion zu plaudern, sie mit kryptischen
statements abgespeist, sodass diese nur den kopf schüttelten
oder sich vor denselben gestoßen vorkamen. Von dieser veranstaltung
müssen auch filmaufnahmen existiert haben, auf fotos ist ein
kameramann zu sehen. Die sind jedoch bis heute nicht wieder ans
licht der öffentlichkeit gekommen.
Nachdem
auf der insel die letzte folge gelaufen war, wurde der fernsehsender
ITC belagert, presse und zuschauer reagierten mit unverständnis,
hohn und spott, fühlten sich betrogen und ließen ihrem
unmut über den ausgang der serie und die (nicht-) auflösung
aller geheimnisse - wer ist Nummer Eins?, die gründe seines
rückzugs vom dienst, gelingt Nummer Sechs die flucht? -
freien lauf. McGoohan sah sich anfeindungen enttäuschter fans
gegenüber, zog seine konsequenz daraus, schottete sich noch
stärker ab und ging samt familie zunächst in die Schweiz
und schließlich in die USA, wo er bis zu seinem tod lebte
(mehr...).

PRESSEKONFERENZ
1967
DER
STAR IM KOSAKEN-OUTFIT BITTET ZUM BÜFFET

GONG
16.08.1969
Geschichten
über McGoohans "schwierige persönlichkeit" während
der dreharbeiten, eine gewisse egozentrik, sein wählerischer
umgang mit schauspielern machten die runde. Die tatsache, dass er
hauptdarsteller, produzent, drehbuchautor und regisseur in personalunion
war und nicht zuletzt sein hang, alles unter seine kontrolle zu
bringen, wurden ihm nicht zum vorteil ausgelegt und waren beweis
dafür, dass er überambitioniert sein musste.

BILD
UND FUNK: "WIEDERSEHEN MIT EINEM
ALTEN BEKANNTEN:
JOHN DRAKE ... IN UNREGELMÄSSIGEN ABSTÄNDEN
Der
mit THE PRISONER erlittene schiffbruch führte zu McGoohans
finanziellem ruin, die firma Everyman Films wurde liquidiert. Auch
das schürte gerüchte. Ungeschickterweise äußerte
er sich in interviews auch noch abfällig über das fernsehen,
dem er - gänzlich konservativer kulturpessimismus - molochtum
und verflachung vorwarf, zugleich aber seine karriere verdankte.
Dass er sich weigerte, in nach landläufiger meinung banalen,
seiner ansicht nach aber "unmoralischen" szenen vor der
kamera aufzutreten, und sei es nur, verschiedene frauen zu küssen
oder auch agententypisch mit der knarre zu hantieren, war für
kritiker ein gefundenes fressen und gelegenheit, in teils hämischen
oder gehässigen artikeln den vermeintlichen saubermann bloß-
und die eigene überlegene moral auszustellen.

"KRIMINALSERIE"
NUMMER
6? ABER GUT ERKANNT VON BILD
UND FUNK, SEPT. 1969:
EINE SERIE, "DIE SICH AN EINE BESTIMMTE INTERESSENGRUPPE
WENDET" -
WARUM
DIESE "GROSSARTIGE SPEZIALKOST"
NICHT FRÜHER AM ABEND?
"Mister
Sechs will nicht küssen" - mit diesem aufmacher sprang
die fernsehzeitschrift HörZu in der woche unmittelbar
vor dem deutschen serienstart etwas anzüglich anscheinend auf
den zug der verdammnis auf, um im nachfolgenden artikel durchaus
sachlich den misserfolg von THE PRISONER im königreich
zu erörtern; es sei "gar nicht so sicher, ob Patrick
daran schuld ist. Er tat, was er konnte, aber das publikum, amüsiert
durch hekatomben von fernsehleichen, abgebrüht durch meere
von atelierblut, war nicht willens, geistige folter mitanzusehen."
Er habe sich, so McGoohan selbstkritisch, seinem publikum nicht
verständlich gemacht, und der Daily Express legte nach:
"Etwas unverzeihlicheres als unverständlich zu bleiben,
gibt es nicht".
Immerhin,
die HörZu stimmte nicht ein in den chor der nörgler
und verfechter bequemer seriengewohnheiten, sondern wagte ein vorsichtiges
plädoyer für die intellektuelle herausforderung: "Und
das Zweite Deutsche Fernsehen, das die "Nummer sechs"-Serie
in Deutschland bringt, läßt den ex-agenten, die "Nummer
sechs", erst eine stunde vor mitternacht aus dem kasten. Denn
genuß ohne reue wird diese serie nur dem bieten, der neben
dem bett das fernsehgerät als das wichtigste möbelstück
ansieht" (dieser artikel im wortlaut, mehr...).
So viel zum thema populäre kultur, in Deutschland.

GONG
02.05.1970: JOHN DRAKES SCHWIERIGSTER FALL "DIE SERIEN-ROLLE
STEMPELTE McGOOHAN ZUM AGENTENSPIELER AB"
Im
April 1970, nachdem die letzte episode "Demaskierung"
im ZDF gelaufen war, befand der Gong, ebenfalls unter dem
banner des "K"-faktors": Vom Küssen will
er nicht viel wissen" über den relativen misserfolg
der serie, jedoch auch zurückhaltend: "...so stellte
sich John Drakes schwierigster fall erst, als alle 'geheimaufträge'
längst erfüllt waren. ... so dachte er sich die psychologisch
untermauerten geschichten um den gefangenen 'Nummer sechs' aus,
mit denen er sein persönliches anliegen zur diskussion stellen
wollte: Den protest gegen die entmenschlichung der gesellschaft,
in der die menschen immer mehr zu bloßen nummern werden. ...
Der erfolg der 'aktion' des schauspielers Patrick McGoohan, so verlautet
aus seiner umgebung, habe sich 'in grenzen' gehalten und sich bisher
keinesfalls in klingender münze ausgezahlt."

"DAS
GROSSE RÄTSEL UM 'NUMMER SECHS' - WIRD ER DEN DEUTSCHEN GEFALLEN?"
FRAGTE DIE FUNKUHR AM 16.08.1969 UND MEINTE: NEIN
Weitaus
nüchterner gab sich die zeitschrift Funkuhr in der ausgabe
vom tag des serienstarts. "Mit pauken und trompeten
durchgefallen" sei er ja bereits beim englischen publikum.
Das unverständnis quillt förmlich aus den zeilenzwischenräumen,
wenn McGoohan gegen sich selbst zitiert wird ("haufen mist"),
und der bericht schließt: "Vielleicht kapieren die
deutschen zuschauer (die serie)"; und meinten McGoohans
16-jährige tochter, die es angeblich auch nicht konnte. In
einer späteren ausgabe (19/1970) bekommt auch noch das ZDF
eins übergebraten: "Völlig danebengegriffen aber
haben die ZDF-planer mit der britischen serie 'Nummer Sechs'. Hier
wird der agenten-unsinn auf die spitze getrieben!" So ein
urteil hätte man auch leicht über manche episode von,
zum beispiel, SOLO FÜR O.N.K.E.L. fällen können.
Befeuert wurde diese antiposition nicht zuletzt durch McGoohans
verweigerungshaltung gegenüber der (presse-) öffentlichkeit
und einer willigen selbstinterpretation seines werkes.

BILD
UND FUNK 16.08.1969: "DRAKES NEUE
ROLLE - SEIN ANLIEGEN:
DIE FREIHEIT DES INDIVIDUUMS" - DIE ABBILDUNG ZEIGT EINE SZENE
AUS
DER EPISODE "FREE FOR ALL", DIE ES DAMALS AUF DEUTSCH
GAR NICHT GAB
Der
reichlich späte und zudem äußerst unregelmäßige
sendetermin (mehr...)
für NUMMER 6 wird dagegen in diversen presseartikeln
kritisch vermerkt. Angst vor der eigenen courage nennt man das wohl,
oder eher traute man beim damals noch weit von "seniorensender"-image
entfernten ZDF dem eigenen publikum nichts zu?
Kein
thema wert ist der deutschen presse die tatsache, dass und warum
man von der ohnehin ungewöhnlichen anzahl von 17 episoden und
bei faktisch nicht vorhandenem sendeschema für dasselbe nur
13 synchronisiert hatte - und welche nicht, und warum gerade die
nicht. Da rabiate kürzungen und streichungen sowie die simplifizierung
von vor- und abspännen bei fernsehserien bis weit in die 80er
und 90er jahre hinein völlig normal war, nicht weiter verwunderlich.
Übliche praxis bei einigen fernsehzeitschriften war es, dem
publikum in den textankündigungen nicht nur die englischen,
sondern auch die deutschen episodentitel vorzuenthalten und durch
eigene interpretierende schöpfungen zu ersetzen. Der Gong
etwa ließ die episodentitel bei der erstsendung 1969 ganz
weg, bei der wiederholung 1972 lautete der selbstgemachte titel
der episode "Pas de deux" dann "Sieg oder Niederlage?"
und für "Hammer oder Amboss" stand 1972 "Gejagter
Jäger". Die Bild und Funk machte aus "Die
Anklage" "Gefangener wird vor Gericht gestellt",
aus "A, B und C" "Geständnisse im Narkoseraum?",
aus dem ohnehin sprechenden titel "Schachmatt" das erläuternde
"Schachspiel mit lebenden Figuren", und stellvertretend
für seine leser fieberte der redakteur zur erstausstrahlung
der letzten folge "Demaskierung" mit: "Letzte
Folge: Endlich wieder frei", bei der 72er wiederholung
dann "Wieder eine Persönlichkeit". Alle klarheiten
beseitigt?
Was den textredakteuren recht war, konnte den bildredaktionen da
nur billig sein, sie druckten wiederholt szenenbilder aus "Free
For All", die episode, die es auf deutsch gar nicht gab, einfach
zu anderen episoden, merkt ja niemand.
BRAVO:
"PATRICK McGOOHAN, DER ALS 'JOHN DRAKE' VIELE FANS
GEWANN. WARUM DARF DIESER TOPSTAR ERST ZU SO SPÄTER
STUNDE AUF DEN BILDSCHIRM?"
Als
1972 die olympischen sommerspiele in München stattfanden, wiederholte
das ZDF in einem mutigen schritt und als bewussten kontrast
sieben episoden der "surrealistischen agentenserie" (HörZu)
NUMMER 6. Geplant waren acht, die achte entfiel jedoch nach
dem anschlag auf die israelische olympiamannschaft durch palästinensische
terroristen. Wieder war es die HörZu, die eine lanze
für die serie brach und den sender lobte: "... den
misserfolg der serie in Amerika mutig missachtend ... gerechnet
hatte mit dieser wiedergeburt keiner. Denn 'Nummer Sechs' hatte
vor zwei jahren zu später stunde nur wenige zuschauer erreicht.
Allerdings waren diese hellauf begeistert... Sie bombardierten den
sender mit bitten um wiederholung." Semper aliquid haeret.
Und die perlentaucher traten erst allmählich auf den plan.
Ohne das randständige schließlich gäbe es auch diese
website nicht.

BRAVO
08.09.1972
OLYMPIA-KONTRAST IM ZDF: NUMMER-6-EPISODE 'PAS DE DEUX'
Hatte man also in Deutschland die qualitäten des formats frühzeitig
erkannt? Genützt hat es jedenfalls nicht allzu viel. McGoohans
wie auch die popularitätskurve von NUMMER 6 sanken danach
rapide. Die erste wiederholung 1986 auf dem neu gegründeten
privatkanal Sat.1 fand zu einem zeitpunkt statt, als die
neuen stationen froh über jedes sendefähige material waren
und praktisch unter ausschluss der öffentlichkeit nur im kabelfernsehen.
Anfang der 90er jahre erhielt die serie mit den wiederholungen auf
ProSieben (damals Pro7) noch einmal einen kleinen
schub, der jedoch in der mittlerweile viel bunter gewordenen und
unübersichtlicheren fernsehlandschaft unterging. Zumindest
konnte, wer vorinformiert war, hier seine erinnerungen auffrischen
und, wesentlicher unterschied zu 1969/72, NUMMER 6 erstmals auf
video archivieren.
In
Großbritannien dauerte es immerhin bis 1976/77, bis THE PRISONER
nach der ersten landesweiten fernsehwiederholung aufmerksamkeit
erregte und der sender die anschrift eines gewissen Dave Barrie
veröffentlichte, der einige zeit darauf die Prisoner Appreciation
Society SIX OF ONE ins leben rief (mehr...).
Sehr
nett ist die begründung des ZDF für die erneut
späte sendezeit: Die leute seien bei Olympia ohnehin länger
wach, aber dafür sei die wartezeit zwischen den episoden nun
kürzer, zitat: "Davon kann dieses mal die serie profitieren."
HÖRZU AUGUST 1972:
WIEDERHOLUNG VON 7 FOLGEN IM ZDF -
DIE QUALITÄTEN DER SERIE FRÜH ERKANNT UND EINE
PROGRAMMATISCHE ÜBERSCHRIFT: "NEUE CHANCE FÜR 'NUMMER
SECHS'"
Auf
ein wort! Neue chance für NUMMER 6: Eine wiederholung
auf deutschen fernsehschirmen hätte die serie im 41. jahr ihrer
entstehung nötiger denn je. Auch wenn sich die zeiten und sehgewohnheiten
gegenüber 1969 gewaltig verändert haben und fernsehen
nurmehr eine unterhaltungs- und freizeitbeschäftigung unter
vielen anderen ist. Der popularität würde eine wiederholte
ausstrahlung (im frei empfangbaren fernsehen) auf jeden fall gut
tun. Nach allem, was bekannt ist, wird sie vom ZDF nicht
zu erwarten sein. Eigentlich schade, denn senioren sind wir doch
(fast) alle...

MELDUNG
IN DER EHEMALIGEN SIX-OF-ONE-MITLGIEDERZEITSCHRIFT
NUMBER SIX NR. 26, 1991, ÜBER EINE DER PRO7-WIEDERHOLUNGEN
VON NUMMER 6
Zum
tod Patrick McGoohans am 13.01.2009, knapp zwei monate vor seinem
81. geburtstag, brachte das ZDF leider nicht mehr als eine standard-agenturmeldung
zustande. Mehr...
Rückblick:
Aus zeitgenössischen TV-zeitschriften - mehr...

BIS
HEUTE VERSCHOLLEN GEBLIEBEN: FILMAUFNAHMEN VON DER
1967er ITC-PRESSEKONFERENZ ZUM START DER SERIE THE PRISONER
WAS
WAR, WAS WURDE:
1969
EINE (UNVOLLSTÄNDIGE)
CHRONIK
3.1.
Die krimiserie DER KOMMISSAR mit Erik Ode in der hauptrolle
läuft erstmals im ZDF und wird ungeachtet
stereotyper dialoge und handlungsabläufe, markenzeichen
ihres drehbuchschreibers Herbert Reinecker,
zum zuschauerhit. Der schuf später mit DERRICK eine sehr
ähnlich geartete dauerserie.
15.1.
Barry Ryans song "Eloise"
führt die deutschen charts an.
18.1. Die
ZDF-Hitparade, moderiert von schnellsprecher Dieter
Thomas Heck, wird zum ersten mal ausgestrahlt. Abonniert auf
deutschsprachige interpreten, denen man mit der charakterisierung
"schlagerfuzzies" nicht zu nahe tritt, brachte es
die sendung zeitweilig bis auf über 27 prozent zuschaueranteil;
kein wunder natürlich bei nur zweieinhalb empfangbaren
deutschen fernsehprogrammen.
Sie entschlief endgültig im jahr 2000 nach dem absacken
ins quotennirvana.
20.1.
In Washington wird Richard M. Nixon (1913-1994) als
Präsident der USA nachfolger von Lyndon B. Johnson. Unrühmlichster
teil seiner amtszeit war der missbrauch von amtsvollmachten
und die berühmt gewordene bespitzelung von politikern
der Demokratischen Partei mittels eines von ihm veranlassten
einbruchs ins Watergate Building. Die "Watergate"-affäre
führte 1974 zur amtsenthebung Nixons.
5.3.
In West-Berlin wird der SPD-politiker Gustav Heinemann
zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
gewählt.
23.3. Beatle John
Lennon (1940-1980) und seine Frau Yoko Ono (geb.
1933) inszenieren in Amsterdam ein siebentägiges "bed-in",
um für den frieden in der welt zu demonstrieren.
6.4.
In den USA demonstrieren tausende von bürgern im rahmen
der anti-Vietnam-märsche am Osterwochenende gegen den
krieg in Vietnam.
24.5.
Zwei tage vor ablauf der bundesligasaison steht der FC
Bayern München als Deutscher Fußballmeister
fest (das kenn' ich doch...)
15.6.
Der Gaullist Georges Pompidou (1911-1974)
wird zum neuen französischen präsidenten gewählt.
27.6.
Während der sommerferien gilt erstmals in der
Bundesrepublik ein wochenendfahrverbot für LKW,
damit besonders die autobahnen zugunsten des ferienverkehrs
entlastet werden.
20.7. Um 21.17 Uhr mitteleuropäischer
zeit landet die US-amerikanische landefähre "Eagle"
(Adler) auf dem Mond. Um 3.56 Uhr MEZ setzt Neil Armstrong
als erster mensch den fuß auf die mondoberfläche.
"That's a small step for a man, one giant leap for mankind"
("Ein kleiner schritt für einen menschen, aber ein
gewaltiger sprung für die menschheit") sind seine
im voraus festgelegten ersten worte.
6.8. Der philosoph und
soziologe Theodor W. Adorno ("Ästhetische
Theorie", "Minima Moralia", "Negative
Dialektik") stirbt in Brig/Schweiz. Gemeinsam mit Max
Horkheimer hatte er im exil in den USA während des 2.
Weltkrieges die "Dialektik der Aufklärung"
verfasst. Nach dem krieg begründeten sie das Institut
für Sozialforschung an der Frankfurter universität
neu. Durch seine theoretischen schriften wurde Adorno zum
begründer der sog. "Frankfurter Schule", eher
ungewollt avancierte er zu einem der intellektuellen wegbereiter
der studentenbewegung in Deutschland.
14.8.
Bundesdeutscher kinostart von Sergio Leones film C'ERA
UNA VOLTA IL WEST - besser bekannt als SPIEL MIR
DAS LIED VOM TOD.
16.8. Die britische fernsehserie THE
PRISONER wird vom ZDF erstmals unter dem deutschen titel NUMMER
6 (auch: NUMMER SECHS) ausgestrahlt. Von 17 episoden wurden
13 synchronisiert. "Oh Happy Day"
von den Edwin Hawking Singers führt die hitparade in
der vorwoche an; in der woche danach ist es Elvis Presley
mit "In the Ghetto".
17.8. Auf dem grundstück
von Max Yasgur im US-bundesstaat New York geht das Woodstock-Festival
zu ende, ein stelldichein aller musikbands von rang und namen
wie Canned Heat, The Mamas and the Papas, The Who, Santana,
Jefferson Airplane, Crosby Stills Nash & Young, Jimi Hendrix
u.v.a. 60.000 besucher hatte man zu dem dreitägigen open-air-konzert
- motto: "3 days of peace and music"
- erwartet; gekommen waren zwischen 400.000 und 500.000.
Trotz regen, fehlender sanitärer einrichtungen und mangel
an nahrungsmitteln wird das konzert zu einem großen
erfolg und zum inbegriff der "flower-power-bewegung".
Chefcutter des gleichnamigen kinofilms war ein gewisser Martin
Scorsese.
28.9.
Bei den wahlen zum 6. Deutschen Bundestag erhalten
die CDU/CSU 46,1 prozent, die SPD 42,7 prozent und die FDP
5,8 prozent der stimmen. Die NPD scheitert fünfprozent-hürde.
21.10. Willy Brandt
(SPD) wird zum Bundeskanzler einer sozial-liberalen koalitionsregierung
gewählt, Walter Scheel (FDP) wird vizekanzler und außenminister.
In seiner regierungserklärung kündigt Willy Brandt
das umfangreichste reformprogramm der deutschen nachkriegsgeschichte
an ("mehr demokratie wagen"). Politisch am erfolgreichsten
war er in der gestaltung der deutschen ostpolitik, vor allem
im verhältnis zur DDR. Brandt trat 1974 (vermutlich auf
druck seiner eigenen fraktion) überraschend vom amt zurück
und Helmut Schmidt wurde Bundeskanzler.
15.11.
Die proteste gegen die US-amerikanischen interventionen in
Vietnam finden in einer massendemonstration in Washington
ihren höhepunkt.
28.11.
Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet den atomwaffensperrvertrag.
1./2.12.
Auf der konferenz der staats- und regierungschefs der Europäischen
Gemeinschaft (EG) in Den Haag wird einigkeit über
einen gemeinsamen markt erzielt. Frankreich stimmt einer erweiterung
der EG zu. "Come Together" von den Beatles
steht an der spitze der deutschen hitparade.
6.12.
Woodstock ist tot: Die euphorische erwartung, dass lediglich
liebe unter den menschen zu einer besseren welt führen
werde, erhält einen herben dämpfer, als beim Altamont
Free Concert in den USA vor den augen der gerade auf der
bühne spielenden Rolling Stones ein schwarzer von einem
mitglied der sicherheitskräfte, mitglied der "Hell's-Angels",
niedergestochen wird, weil er mit einer waffe in der hand
gegen deren hartes vorgehen protestierte. Das konzert geht
weiter. Der vorfall ist in dem film GIMME SHELTER festgehalten
und dokumentiert worden.
20.12.
Die familienspielshow "Wünsch Dir was"
unter der moderation von Dietmar Schönherr (bekannt geworden
als Commander McLane in der serie RAUMPATROUILLE) und seiner
ehefrau Vivi Bach wird erstmals ausgestrahlt. Einen mittleren
skandal in der regenbogenpresse entfachte die halbdurchsichtige
bluse einer der teilnehmerinnen. Spektakulär und hitzige
debatten provozierend war ein in einem wasserbassin versenktes
auto mit einer familie darin.
Ach
ja... der
liter normalbenzin kostet 0,582 D-Mark.
Quellen:
Deutsches Historisches Museum, www.dh.de; www.jahr1969.de,
sonstige
|
Die
Jupiter Film und Heimatdruck Ges. m.b.H. in Wien wurde vom Zweiten
Deutschen Fernsehen, ZDF, mit der herstellung der deutschen fassung
von THE PRISONER beauftragt. Die studioaufnahmen fanden in München,
vermutlich bei der firma Beta Technik (mehr...)
statt.
Die
deutsche reihenfolge
ist dabei sehr unerforschlich eigen. Mit "großem blick
fürs ganze" (Tobias Becker) sorgte Joachim Brinkmann
für die übersetzung von 13 ausgewählten episoden
ins deutsche und führte auch regie bei den synchronaufnahmen.
Es ist nicht bekannt, ob er auch für gerade diese episodenauswahl
verantwortlich war.

Rückblick:
Aus zeitgenössischen TV-zeitschriften - mehr...
Michael Brünes transskript
der ersten episode "Die Ankunft"
Interview:
Patrick McGoohan im gespräch mit Warner Troyer
Harald Keller: Wir sehen uns
- wieder!
Christoph Winder: Ich bin
keine Nummer, ich bin ein Mensch
Hans Schmid in Telepolis: Die
Welt ist ein Dorf
Erste vollständige deutsche DVD-edition
von Koch-Media
Überblick über alle episoden
mit kurzcharakterisierung
Joachim Brinkmann, dialogregisseur
der ZDF-fassung
Das prisonereske
in fernsehserien
Sendezeiten
der deutschen version
The Village - der Ort - Prisoner's Portmeirion, mehr...
Mehr informationen: The Tally
Ho
Mehr informationen: Speedlearn
Nachlese Nr6DE III, mehr...
Abbildungen,
ausschnitte aus fernsehzeitschriften aus der privatsammlung von
Michael Brüne; mit besonderem dank an Heike Nau für das
HörZu-tagesprogramm vom 16.08.1969
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