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DIE OFFENBARUNG

THE PRISONER ALS BLU-RAY

VON FRANK T. BITTERHOF

Ich blicke auf eine zwanzigjährige Irrfahrt zurück, die endlich ihr Ende gefunden hat – nämlich eine meiner Lieblingsserien endlich in der besten, technischen und menschenmöglichen Bild- und Ton-Qualität zu erleben und tatsächlich noch einmal fast völlig neu entdecken zu können.

   

Das ist einerseits den technischen Möglichkeiten der Blu-Ray Disc und andererseits dem (englischen) Videorechteinhaber Network zu verdanken, der keine Kosten und Mühe gescheut hat, in den Archiven die originalen Kamera-Negative zu finden und diese anschließend neu abzutasten und im Computer zu säubern. Anfang der 90er Jahre erschien THE PRISONER als VHS-Videokauf-Kassette und war dank PAL-Kompatibilität auch in hiesigen Videorecordern abspielbar. Zwar bin ich Pragmatiker und ziehe in allen Lebenslagen Inhalt der Form vor, aber was der damalige englische Rechteinhaber hier ablieferte, war einfach unbeschreiblich. Fans von DR. WHO mussten sich damit begnügen, dass die ersten Abenteuer des

Doktors nur von einige Verrückten, die mit Super8-Schmalfilmkamera die Episoden vom Fernseher abfilmten, archiviert und damit der Nachwelt erhalten wurden. Und so ähnlich sah die erste PRISONER-Kaufvideoversion dann aus, obwohl ich bestreiten würde, dass es je solch schlechte Fernseher oder Super8-Kameras gegeben hat.
Ich würde mir zweimal überlegen, ob ich diese VHS-Kassetten überhaupt noch auf eBay anbieten würde (am Ende kommt noch ein Käufer mit dem Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung); und aufgrund der toxikologisch schlechten Bildqualität muss man möglicherweise den Vorsteher des nächstgelegenen Recyclinghofs bestechen, damit er diese Form von Sondermüll überhaupt entgegen nimmt.

Als Präventionsmaßnahme gegen Augenkrebs konnten PRISONER-Fans alternativ auf die in den USA gerade unter "Videophiles" populär gewordene LaserDisc (LD) zurückgreifen (hierzulande als Bildplatten-Flop in die Videogeschichte eingegangen, spätere und hiesige Wiederbelebungsversuche gelangen nicht richtig und wurden durch die Markteinführung der DVD in 1998 überflüssig): So groß wie eine klassische Vinyl-Scheibe aber so silbern wie eine CD.

Verglichen mit dem PAL-Futter aus England waren diese LDs in jeder Hinsicht ein Augenschmaus. Regionalcodes gab es noch nicht, einzige Voraussetzung zur Farbwiedergabe in Europa war ein Multinorm-LaserDisc-Spieler von Pioneer oder Sony und ein Fernseher jüngerer Bauart mit 60Hz Bildwiedergabe. Und der Ton war Mono und digital, hörte sich aber anders als beim VHS-Band auch nach der zwölften Wiedergabe so gut an wie beim ersten Abspielen.
Allerdings hatte der fast elitär anmutende Videogenuss auch seinen Preis: 20 USD zzgl. Versandkosten (in der Summe über 50 DM) und dafür gab es auch nur eine Episode pro LD (die zweite Seite der Bildplatte blieb einfach leer). Die Coverfotos passten regelmäßig nicht zur Episode auf der Platte und schon damals offenbarte jede Plattenhülle den schleichenden Niedergang der US-Wirtschaft: Plattenpressung in Japan, Cover-Umschlag Made in USA.

ANALOGES DISPOSITIV: UR-PRISONER AUF 35 MM

In gewisser Weise kann man heute die LD als Wegbereiter der darauf folgenden Digital Versatile Disc (DVD) posthum ehren: Denn erstens erkannte die US-Videoindustrie, dass trotz der unhandlichen Handhabung der LaserDiscs seitens des Publikums eine Nachfrage nach besserer Bild- und Tonqualität bestand bei gleichzeitiger Bereitschaft dafür auch erheblich mehr zu zahlen (für Einzelfilm-Special-Editions, die heutiger DVD-Standardausstattung entsprechen, waren Preise von 100 USD und mehr die Regel!); und zweitens kamen die Erstanwender der DVD, also die "Early Adopters", allesamt aus dem Lager der LD Videophiles, die sich scharenweise auf DVDs stürzten, selbst wenn diese gegenüber der LD "nur" mit AC-3 Ton (d.h. Dolby Digital 5.1 statt nur Dolby Stereo) ausgestattet waren.

Der Siegeszug der DVD begann Frühjahr 1997 in wenigen, exklusiv ausgewählten Großstädten der USA (!), der globale Welterfolg führte schließlich und langfristig auch dazu, dass der englische Videoanbieter Carlton THE PRISONER als DVD-Box-Set veröffentlichte.
Verglichen mit den VHS-Kassetten der frühen 90er Jahre war das ein gewaltiger Schritt nach vorn und für viele europäische Prisoner-Aficionados adäquat. Zwischenzeitlich machte sich hüben wie drüben das Gerücht breit "Es sind halt alte Filme, mehr Qualität ist nicht drin."

DEUTSCHE DVD-BOX
BESPRECHUNG DER DEUTSCHEN DVD

Das war und ist – mit Verlaub gesagt – der größte Blödsinn, den sich die breite Masse freiwillig einbilden lässt. Neuere in blau, grün und rot getunkte Hollywood- und andere Produktionen, wandern einfach direkt vom Kamera-Negativ in die Video-Bearbeitung und erscheinen anschließend als DVDs oder Blu-Ray Discs (BD).

Aber gerade bei älteren Filmen und Fernsehserien ist die Suche nach den oftmals verschollenen Kamera-Negativen (damals hatte kaum jemand geahnt, dass Menschen eines Tages Filme beliebig oft zu Hause sehen würden) manchmal schwieriger als die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen, so dass bisher alte Filme auf DVD von Filmkopien oder – schlimmer – von altertümlichen Videoabtastungen herrührten.
Und ausgerechnet hierzulande haben wir die tolle FSK-Kultur, hatten aber im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarn nie ein vom Gesetzgeber verordnetes Programm zur Konservierung der Kamera-Negative von Filmen.

Erfreulicherweise hat mit der Ergänzung der DVD durch die hochauflösenden High-Definition-Discs (HD-DVD contra Blu-Ray Disc) und des sich zunächst anbahnenden Formatkriegs (im Januar 2008 unwiderruflich zu Gunsten der BD entschieden) ein Paradigmenwechsel in der Videoindustrie stattgefunden: Will man die breite Masse der Videokäufer von dem neuen Medium überzeugen, muss man – insbesondere bei älteren Filmen und Serien – unweigerlich an die alten Kamera-Negative heran, um deren Bildschärfepotential optimal auszunutzen und als Kaufargument zu präsentieren.

Network hat das begriffen und bescherte den PRISONER-Fans zum 40jährigen Jubiläum eine neue DVD-Box-Set-Edition mit dem (hervorragenden) Begleitbuch von Andrew Pixley, die einen Vorgeschmack für die jetzt erschienene Blu-Ray Edition darstellte – denn die neuen DVD-Bilder waren bereits von den neuen HD-Masterbändern heruntergerechnet, das vorhandene Potential offenbart sich aber erst jetzt mit der BD-Edition:

THE PRISONER IN HIGH DEFINITION

Egal wie gut eine DVD aussieht - wie scharf das ihr zu Grunde liegende Material des Kamera-Negativs tatsächlich gewesen ist, kann man bestenfalls erahnen, denn auch die DVD bringt eigene (datenreduzierte) Unschärfe mit, hinter welcher sich unscharfes Filmmaterial im wahrsten Sinne des Wortes verstecken kann (zur Veranschaulichung: unscharfes Filmmaterial kann 1:1 der Auflösung einer DVD entsprechen, schärferes Filmmaterial kann aufgrund der DVD immanenten Schärfe-Begrenzung nicht erkannt werden).

ANALOGES (LINKS) UND DIGITALES DISPOSITIV (RECHTS):
IST EIN VERLUSTFREIER TRANSFER MÖGLICH?

Als ich "Arrival" in meinen BD-Spieler einlegte, fiel mir der Kitt aus der Brille und ich muss der Ohnmacht sehr nahe gewesen sein, da ich mich meines Atems beraubt fühlte. Patrick McGoohan am Steuer seines Lotus Seven erschien in einer quasi-Dreidimensionalität und Plastizität, in einer Schärfe, dass ich das Gefühl hatte, der Lotus Seven fährt aus der Leinwand heraus und mitten in unser Heimkino hinein (das 1.33:1 alias 4:3 Originalformat des Kameranegativs hat bei uns eine Projektionsbreite von 1,78 m).
Das London der späten 60er Jahre wirkte wie eine Live-Aufnahme der Jetzt-zeit mit einfach nur antiquiert wirkenden PKWs. Selbst die Szenen mit den Titel-Einblendungen waren gestochen scharf und ich fragte mich sofort, wie die das bitteschön hin gekriegt haben (zum Verständnis: wenn Filmnegative mit anderen zusammen kopiert werden, führt das normalerweise sofort zu einem sichtbaren, quasi ‚analogen’ Schärfeverlust – sehr gut bei "The Schizoid Man" zu beobachten, wenn Patrick McGoohan doppelt im Bild erscheint). Kurzzeitig fühlte ich mich – da ich die Originaldrehorte in 2004 besucht hatte und kannte – als Passagier auf einer Zeitreise.

Das hohe Qualitätsniveau bleibt auch bei anderen Episoden beibehalten (wenn Sie wissen, wie beeindruckend und scharf Dia-Show-Bilder sein können, dann stellen Sie sich vor, dass die Dias plötzlich anfangen zu laufen). Lediglich für die PRISONER-Produktion fremd besorgtes Kameramaterial, also z.B. Kandersfeld in "Do Not Forsake Me, Oh My Darling" oder die anfängliche Pferderitt-Sequenz aus "Living in Harmony" (warum komme ich bei diesen beiden Episodentiteln immer durcheinander…?) oder gelegentliche Stillleben von Portmeirion fallen durch geringere Schärfe aus dem Gesamtrahmen, sind aber in der Summe Ausnahmen und nicht die Regel.

Die jetzt erkennbaren Texturen und Stofflichkeiten der Kostüme vermitteln zum Greifen nahe Bildeindrücke; einzelne Kopfhaare und Hautfurchen sind detailliert wahrnehmbar. Bisher war mir noch nie aufgefallen, dass der Anzug von Nummer Sechs eine Brusttasche hat, im Tante-Emma-Laden des Village habe ich erstmals die Vielfältigkeit und Arten der dort feil gebotenen Artikel bemerkt.
Allerdings hat der sich hier offenbarende Detailreichtum natürlich auch seine Schattenseiten: Die Holzmaserung des Türschilds von Nummer Sechs ist deutlich als solche zu erkennen, im Studio nachgedrehte Szenen sind jetzt nicht mehr nur an den mehreren Schatten der Studio-Scheinwerfer zu erkennen, sondern auch an den gemalten Kulissenwänden, die eine (falsche) Perspektive und Räumlichkeit vorgaukeln sollen.
Und bei "Living in Harmony" fiel mir neuerdings ein Produktionspatzer auf: In Patrick McGoohans Zelle schwebt bereits blauer Dunst, bevor er sich die selbstgedrehte Zigarette angezündet hat (nebenbei für mich persönlich der Beweis, dass Nummer Sechs John Drake ist – ‚außerhalb’ des Village und seiner Person, holen ihn sofort dessen alte Laster ein).

Dass Portmeirion mit all seiner Vegetation und baulichen Merkmalen sowie deren Details selten besser und interessanter ausgesehen hat, bedarf nicht der Vertiefung, selbst mit meinem Canon HD-Camcorder könnte ich heute Portmeirion nicht schärfer aufnehmen.

Und was man hier aus dem alten Mono-Ton herausgeholt hat, um eine akustische Mehrkanal-Räumlichkeit zu simulieren, ist nicht minder beachtlich, wenn man das bescheidene Ausgangsmaterial berücksichtigt. Da das beeindruckende Bonusmaterial nach meinem Kenntnisstand mit jenem der DVD-Jubiläumsedition identisch ist, will ich mich hier kürzer fassen: Die Dokumentation Don't Knock Yourself Out mag zunächst wie eine Tee-Party älterer Semester anmuten, ist aber schon alleine deshalb beachtlich, da man die Zeitzeugen vor Portmeirion-Hintergundbildern interviewt hat. Was diese Dokumentation von den 'Wir hatten uns alle so lieb'-Hollywood Dokus angenehm unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Beteiligten von früher kein Blatt vor den Mund nehmen (Pat McGoohan lebte noch) und auch schonungslos berichten wie sie unter dem "Egomaniac" McGoohan zu leiden hatten.
Etwas merkwürdig bleibt hier nur, warum diese zwei Bonus-Discs nicht ebenfalls als Blu-Ray Discs aufgelegt wurden, sondern schlicht als Standard-DVDs beigepackt wurden.

Und trotz aller Begeisterung haben mich doch ein paar Dinge geärgert: Die (nie vollständigen) englischen Untertitel sind eine Sache, aber es bleibt mir völlig unverständlich warum auch hier – schon wieder – die Episoden in der völlig chaotischen und unproduktiv irritierenden und widersprüchlichen Reihenfolge ihrer UK-Erstausstrahlung auf den Discs abgelegt sind.
Eine schlüssige Episoden-Reihenfolge ist ja bekanntlich unter Fans die Suche nach dem "Heiligen Gral", aber der kleinste gemeinsame Nenner ist und bleibt die Original-Produktionsreihenfolge (mit Ausnahme von "Once Upon a Time", die immer die vorletzte ist)! Bei Star Trek in den USA hat man das schon vor Jahrzehnten bei den Endlos-Wiederholungen im US-TV begriffen, die Videorechteinhaber von THE PRISONER bleiben weiterhin von solcher Intelligenz verschont. Immerhin gibt einem das Pixley-Taschenbuch auf Seite 4 mit Darstellung der Produktionsreihenfolge einen Wegweiser an die Hand, welche ich jedem PRISONER-Interessierten nicht nur ans Herz legen möchte, sondern muss.

Mit ihren Maßen von 32,5 x 21 x 4,5 cm beansprucht die ansprechende, englische THE PRISONER Blu-Ray Disc Box – will man das Pixley-Taschenbuch und die Blu-Ray Multihülle nicht separat unterbringen – einen eigenständigen Platz. Angesichts des Inhalts und der technischen Perfektion, mit dem diese BD aufwartet, hat diese einen solchen auch verdient: Ein Meister- und Kunstwerk der modernen Fernsehunterhaltung in einer Form, welche die gleichen Attribute verdient!

P.S. Apropos Bildformat

Ausschließlich für die damalige Fernsehwiedergabe konzipiert, entspricht das original gedrehte Filmmaterial mit dem Verhältnis 1.33:1 wie auch bei Raumschiff Enterprise (alias STAR TREK) dem klassischen 4:3 Format – und ist als Originalformat auch auf der BD- wie auch schon zuvor auf der DVD-Edition anzutreffen.
Da andererseits alle Flachbildschirme das 16:9-Format aufweisen, erscheinen 4:3 Programme mit schmaleren Bild, welches von seitlichen, schwarzen Säulen ("Pillarbox") flankiert wird.

Ein Kunde von Amazon.co.uk hat nach Erscheinen der Blu-Ray Edition dort im Rahmen einer abwertenden Rezension indirekt die Frage aufgeworfen und eine Diskussion angestoßen, ob es denn tatsächlich so verwerflich sei, das originale 4:3 Format etwas oben und unten stärker zu beschneiden, um THE PRISONER unverzerrt aber 16:9 formatfüllend darzustellen.
Im Rahmen der STAR TREK-Neubearbeitung ist zumindest in Japan testweise eine solche HDTV-Ausstrahlung erfolgt, allerdings hatte dies aufgrund der extremen Nahaufnahmen in der Serie bei vielen beteiligten Schauspielern einen buchstäblichen 'Gesichtsverlust' zur Folge – so dass bei der BD-Auswertung hier zunächst das 4:3 Originalformat zum Tragen gekommen ist.
Ob und wann eine Neuformatierung von THE PRISONER in einem 16:9 bildfüllenden Format realisierbar und konsensfähig ist, wird zunächst die Zukunft zeigen.

P.P.S. Blu-Ray Disc oder DVD?

Für alle, die sich bereits die DVD-Edition zum 40. zugelegt haben, stellt sich verständlicherweise die Frage, ob jetzt doch noch die BD-Version erforderlich ist (wobei ich nicht daran glaube, dass wir je in Deutschland NUMMER 6 in HD sehen werden. Die ultimative Videoauswertung mit Originalton liegt uns jetzt vor und dem Fernsehsender ANIXE HD, berüchtigt dafür, englische 4:3 Fernsehserien einfach in die 16:9 Breite zu ziehen, schenke ich kein Vertrauen - auf Patrick McGoohan als "Breitmaulfrosch" habe ich keinen Bock, weder in Standard Definition und erst recht nicht in HD!).

PRISONER NETWORK-DVD UND ALS BLU-RAY

Außer der in meiner Rezension berichteten Qualitätsvorteile gibt es tatsächlich noch gute Gründe:
BD verzichtet im Gegensatz zur DVD auf die dort (und im TV allgemein) übliche Datenreduktion und damit verbundene Folge, dass Farben buchstäblich verblassen! Wer einen LCD-Schirm neben einen alten, gut erhaltenen Röhren-Fernseher stellt, erkennt sofort, dass die Achillesferse der LCD-Technik die "natürliche Farbwiedergabe" ist. Auf der Wiedergabeseite fehlt einerseits in letzter Konsequenz die technische Möglichkeit natürlicher Farbwiedergabe, auf der Quellenseite (DVD) andererseits sind die Farben bereits datenreduziert und verblasst. Damit gewährleistet nur die BD eine weitgehend, originalgetreue Farbwiedergabe von THE PRISONER – und ist nebenbei einer der Gründe, warum auf den LCD-Flachbildschirmen in den Flächenmarkten so viele BD-Präsentationsfilme laufen…
Genauso wie Kinofilme wurde THE PRISONER mit Filmkameras aufgenommen und die nehmen Bild und Ton mit einer Geschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde auf ("24p"). Anders als bei NTSC und dem BD-Standard von 60 Hz, muss für Europa (und damit PAL) das Filmmaterial auf 50 Hz umgerechnet werden, der Ton

DEUTSCHE DVD-BOX
BESPRECHUNG DER DEUTSCHEN DVD

läuft damit 4% schneller und klingt höher als das Original. Das heißt, dass es bislang nur mit den US LDs oder DVDs möglich war, THE PRISONER in der Original-Tonlage zu hören - mit der englischen BD ist das jetzt quasi erstmalig auch in Europa möglich (und ist nebenbei ein weiterer Kostenfaktor, die eine deutschsprachige BD-Edition von NUMMER 6 verteuern würde. Die BD-Bilder müssten mit dem deutschen, vorhandenen 50Hz-Synchronton buchstäblich in Einklang gebracht werden).

 


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