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die kurze enthüllung der Nummer Eins in der letzten folge,
die sozusagen zirkuläre oder
rekursive realität.
Mit einer objektiven realitätsanschauung, bei der man davon
ausgeht, dass alles, was man sieht, objektiv von jedem

gleichermaßen
als "wahr" erachtet werden kann, scheitert man in dieser
welt schon vorn vornherein obwohl paradoxerweise natürlich
genau das dem neutralen zuschauer notwendig abverlangt wird. Eine
egozentrische perspektive, die nur das für real hält,
was man (in dem falle Nummer Sechs) selbst wahrnimmt, einen selbst
quasi zum "schöpfer" der welt macht, die mit dem
eigenen tod aufhört, zu existieren (man kann sie selbst ja
nicht mehr wahrnehmen), hilft zwar Nummer Sechs, in seinem goldenen
käfig sich treu zu bleiben, kann aber am ende nur seiner suche
nach antworten, nach dem dahinter in die quere kommen: So führt
die suche nach antworten der albtraum jedes ermittlers -
letztlich zu ihm selbst. Die realität wird ad absurdum geführt,
sie schließt sozusagen einen ring in sich selbst (mehr...)
Das gegenstück zu dieser egozentrischen suche nach antworten
ist der umgekehrte blick der anderen: herauszufinden, warum Nummer
Sechs seinen dienst quittiert hatte.
DAS
SPIEL MITSPIELEN
Zwei konzepte, die sich zumindest aus sicht des objektiven
zuschauers - eigentlich widersprechen: Einmal wird die geschichte
aus sicht des absoluten individuums erzählt, dann wieder aus
der der gesellschaft. Hier möchte ich Arno Baumgärtel
widersprechen: "Warum jemand in einen goldenen käfig
sperren, wenn man konformes verhalten erzwingen oder informationen
mittels technischer maßnahmen, drogen oder gehirnwäsche,
erhalten kann?" Zum einen: Wie einige folgen zeigen, helfen
technische maßnahmen eben nicht weiter, um aus ihm herauszuquetschen,
was er für motive hatte, dass er aufhörte. Zum anderen:
Natürlich könnte man ihn mittels drogen und gehirnwäsche
ruhigstellen oder konformes verhalten erzwingen, wenn man angst
hätte, dass er mit seinen strengvertraulichen informationen
einen schaden bewirken könnte. Nur geht es darum gar nicht
(wie Nummer Zwei in "Die Glocken von Big Ben" auch betont).
Sie treibt das absolute unverständnis für das konzept
individuum an. Wie kann jemand unkooperativ sein, wenn er doch scheinbar
gar keinen grund hat, wenn es ihm doch gutgehen könnte, würde
er einfach das spiel mitspielen?
SERIENSYNCHRON & SYNCHRONFORUM - mehr...
Mehrmals negiert eine Nummer Zwei die vorteile des individuum-seins,
dabei wäre genau das der schlüssel, Nummer Sechs entscheidung
zu begreifen. So paradox das auch klingt: Einsicht hätten sie
erst gewonnen, wenn sie akzeptieren würden, dass sie keine
einsicht darüber erlangen können, warum er aufgehört
hat.
Die
serie als ganzes (in dem umfang wie sie es nach Deutschland geschafft
hat, aber wohl auch mit den ausgelassenen folgen) wirkt wie ein
fragment nicht, dass eine "vollständige" fassung
weniger rätselhaft wäre und sinn ergeben würde.
Sie erinnert mich an Georg Büchners "Woyzeck", das
ebenfalls um das völlige unverständnis der gesellschaft
mit ihren konformen vertretern für das aufständlerische,
revoltierende individuum handelt. Die szenen wirken ebenfalls wie
fragmente und in der wahrnehmung stark verzerrt. Daher ist wie bei
der serie auch umstritten, was eigentlich die "richtige"
reihenfolge der episoden ist und letztlich, von einem gewissen
rahmen abgesehen, auch egal. Es tut nichts zur sache.
WAHRE
ANTWORTEN
Gedanken
über die sinnhaftigkeit von antworten und erklärungen
haben sich schon die alten griechen gemacht: es war epikur, der
durch naturwissenschaftliche aufklärung den menschen die sorgen
vor dem übermächtigen nehmen wollte. doch führt seine
lehre bei genauerem studium zu der verblüffenden erkenntnis,
gar nicht auf alles die "richtige" haben zu müssen
usw.
DEUTSCHE
FASSUNG: "GROSSER BLICK FÜRS GANZE"
Zur
deutschen fassung: Es beunruhigt mich jetzt etwas, von Patrick McGoohans
fragmentwerk auch nur wieder ein fragment gesehen zu haben und dass
dabei gleichzeitig auch in die reihenfolge eingegriffen wurde
ein bisschen ist zwar jetzt logischer oder schlüssiger, dem
gegenüber stehen aber immer soviele löcher, aber andererseits
muss man schon sagen, dass die deutsche bearbeitung sehr gelungen
ist und man sich doch, soweit das möglich war, dem deutschen
publikum angenährt hat, die Rezeption erleichtert hat. Vor
allem muss Joachim Brinkmann ein sehr gutes sprachgefühl, aber
auch einen großen blick fürs ganze gehabt haben.
"Where
am I" "In the village": Da hätte
Sie sind im Dorf durchaus nahegelegen, mit "dorf"
hätte man ja durchaus sofort assoziationen mit einem ruhigen,
vom wirbel der moderne unberührtem dorfleben wecken können.
Stattdessen aber etwas viel interessanteres: "Sie sind
da". Herrlich mehrdeutig zu verstehen: Einmal "Sie
sind existent", "Sie sind (fingerzeigend) genau da an
dieser stelle" oder "Sie sind angekommen."
Und keine interpretation dieser völlig legitimen antwort hilft
irgendwie weiter...
Interessant
finde ich übrigens, dass Jürgen Claussen mehrmals einen
hippie sprechen durfte (Anm.: Alexis Kanner in "Demaskierung").
Außer hier noch im Musical-Film HAIR (1979) und noch mal in
der RAUMSCHIFF ENTERPRISE - FOLGE "Die Reise nach Eden"
(~1984).
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