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Von Michael
Brüne
Die
vorliegende transskiption einer kompletten episode von NUMMER
6 ist nicht deshalb etwas besonderes, weil es eine novität
wäre, im gegenteil, film- oder fernsehseriendrehbücher
samt regieanweisungen und dialogen gibt es bergeweise..
Was bisher in der schublade liegen blieb oder höchstens von
hand zu hand weitergereicht wurde, steht hiermit vermutlich erstmals
einer viel größeren öffentlichkeit zur verfügung:
Die deutschen dialoge einer episode von NUMMER 6, genauer: der ersten
episode "Die
Ankunft",
die die duftmarke für alles nachfolgende setzt. Zur besseren
vergleichsmöglichkeit sind auch die englischen dialogteile
eingefügt. Bitte beachten: Hierbei handelt es sich nicht um
das originaldrehbuch, sondern um die niederschrift der dialoge mit
erläuternden zwischentexten, wie sie im fernsehen ausgestrahlt
wurden.
Michael Brüne hat die transskription der deutschen folgen von
THE PRISONER schon vor jahrzehnten aus begeisterung über
die serie hergestellt, als es noch keine videorecorder gab, keine
kaufvideos oder DVDs und man von textverarbeitungsprogrammen noch
nicht einmal träumen konnte. Er benutzte einen cassettenrecorder,
passte die sendezeit ab und nahm den ton auf, die aufzeichnungen
wurden mit einer mechanischen schreibmaschine gemacht. Sehr viel
später erst wurden sie digitalisiert. Und diese arbeit ist
immer noch nicht abgeschlossen. Nicht einmal die hälfte der
dreizehn deutschen episoden ist auf diese weise erfasst worden.
Die
hauptfigur, gespielt von Patrick McGoohan, wird hier als "P"
bezeichnet. Die weiteren abkürzungen bezeichnen die schauspielernamen,
zu finden am ende dieses skripts bzw. hier.
Beschreibende texte sind blau, abweichungen
von der bzw. ergänzungen zur fernsehfassung sind rot
kenntlich gemacht.
[Titelsequenz]
[Innen.
P erwacht benommen aus seinem erzwungenen schlaf, steht auf und
geht hinüber zum fenster. Mit überraschung sieht er den
zentralen platz des Ortes im frühen morgenlicht anstelle der
gebäude am Londoner Buckingham Place. Er sieht sich in seinem
"vorderzimmer" um, eilt dann zur tür hinaus.]

[Außen.
Das haus von P, blick über den zentralen platz. P dreht sich
um, geht ein paar schritte, sieht dann nach oben und erblickt jemand
auf dem glockenturm. P rennt die stufen und die wendeltreppe hinauf,
findet dort aber niemand. Von oben hat er einen guten überblick
über den Ort. P entdeckt eine kellnerin, die gerade einen tischsonnenschirm
aufspannt, wird aber erschreckt vom schlag der turmglocke über
ihm.]
[Außen.
Ort. P steigt den glockenturm hinunter und geht entschlossen über
den den zentralen platz zum café. PS (als kellnerin) rückt
stühle zurecht. Sie blickt auf, als sie P herankommen hört.]
Kellnerin:
We'll be open in a minute. In ein paar minuten öffnen wir.
Nummer Sechs:
What's the name of this place? Wie heißt dieser Ort?
Kellnerin:
You're new here, aren't you? Sie sind neu hier, nicht?
Nummer Sechs:
Where? Wo bin ich?
Kellnerin:
D'you want breakfast? Wollen Sie frühstücken?
Nummer Sechs:
Where is this? Wie heißt das hier?
Kellnerin:
The Village? Wie das hier heißt?
Nummer
Sechs:
Yes. Ja.
Kellnerin:
I'll see if coffee's ready. Vielleicht ist der Kaffee schon fertig.
[PS
will ins gebäude gehen, aber P packt sie am arm.]
Nummer
Sechs:
Where's the Police Station? Wo ist das Polizeirevier?
Kellnerin:
There isn't one! Gibt es nicht.
Nummer Sechs:
Can I use your phone? Kann ich mal telefonieren?
Waitress:
W-we haven't got one! Wir haben kein Telefon.
Nummer Sechs:
Where can I make a call? Wo kann ich telefonieren?
Kellnerin:
Well, there's a phone box around the corner. Da um die Ecke ist
eine Telefonzelle.
Nummer Sechs:
Thank you. Danke.
[P
geht um das café herum und findet das telefon unter einem
großen gewölbten durchgang. Darüber auf dem schild
steht...]
FOR
INFORMATION - Zur Information
LIFT AND PRESS - Abheben und drücken
[P
nimmt das schnurlose telefon und hört ein freizeichen. Er drückt
den einzigen knopf und sofort fragt eine selbstsichere weibliche
stimme...]
Operatorin:
"Number, please." "Nummer bitte."
Nummer Sechs:
What exchange is this? Welches Amt ist das?
Operatorin:
"Number, please." "Nummer bitte."
Nummer Sechs:
I want to make a call to... Ich möchte ein Gespräch...
Nummer Sechs:
"Local calls only. What is your number, sir?" "Nur
Ortsgespräche. Wie ist Ihre Nummer bitte?"
[P
schaut auf das telefon.]
Nummer
Sechs:
Haven't got a number. Ich habe keine Nummer.
Operatorin:
"No number, no call." "Keine Nummer, kein Gespräch."
[Die
operatorin legt auf. P stellt das telefon zurück, geht ein
stück, sieht sich um, sieht einen große elektronische
hinweistafel...]
FREE
INFORMATION - Freie Auskunft
[Daran
eine karte des Ortes. P betrachtet sie einen moment lang.]

PUSH
AND FIND OUT - Drücken und Finden
[P
befolgt die anweisungen und lässt seine finger über eine
reihe nummern und orte gleiten, bis er dies findet...]
TAXI
RANK - Taxiruf
[P
drückt auf den betreffenden knopf und erwartet ein licht auf
der karte aufleuchten zu sehen. Stattdessen ertönt ein lautes
motorengeräusch, reifen quietschen und das ratschen einer gezogenen
handbremse. Ein Minimoke Taxi kommt neben P zum stehen. BYL (als
taxifahrerin) fragt...]
Taxifahrerin:
Where to, sir? Wohin wollen Sie?
[P
dreht sich herum und starrt sie an. Als sie keine antwort erhält,
fragt sie erneut...]
Taxifahrerin:
Où desirez vous allez? Où desirez vous allez?
Nummer Sechs:
Take me to the nearest town. Fahren Sie mich in die nächste
Stadt.
Taxifahrerin:
Oh, we're only the local service. Oh, wir fahren hier nur im
Ort.
[P
geht um das fahrzeug herum und nimmt platz darin.]
Nummer
Sechs:
Take me as far as you can. Fahren Sie mich, soweit Sie können.
[P
sieht sich um, während das taxi fahrt aufnimmt.]
Nummer
Sechs:
Why did you speak to me in French? Warum haben Sie französisch
mit mir gesprochen?
Taxifahrerin:
French is international. Französisch ist international.
Nummer Sechs:
I suppose it's a waste of time asking the name of this place? Sicher
Zeitverschwendung Sie zu fragen, wie dieser Ort heißt?
Taxifahrerin:
As a matter of fact, I thought you might be Polish. Or perhaps a
Czech. Wirklich, ich dachte Sie seien Pole oder Tscheche.
Nummer Sechs:
What would Poles or Czechs be doing here? Was hätte ein
Pole oder ein Tscheche hier zu suchen?
Taxifahrerin:
It's very cosmopolitan. You never know who you might meet next.
Hier gibt es alles. Zunächst weiß man nie wo einer
herkommt.
[Pause
während BYL P gut gelaunt durch den Ort fährt.]
Taxifahrerin:
I did tell you we're only local. Ich sagte Ihnen ja, wir fahren
nur im Ort.
[P
steigt aus dem wagen, hält aber an und dreht sich um, als BYL
sagt...]
Taxifahrerin:
The charge is two units. Das macht zwei Einheiten.
Nummer
Sechs:
Units? Einheiten?
Taxifahrerin:
Credit units. Oh, well - pay me next time. Be seeing you! Von
unserem Geld. Na ja, geben Sie mirs das nächste mal.
Wir sehen uns!
[BYL
grüßt mit dem "Zeichen des Fisches" und braust
davon. P findet sich vor einem geschäft wieder. Auf dem schild
steht zu lesen...]
GENERAL
STORES
- Gemischtwaren
[P
schaut durch das fenster, drückt dann die tür auf. Von
innen hört man eine männliche stimme fließend italienisch
sprechen. Als P die tür weiter öffnet und eintritt, hört
ihn der ladeninhaber (DS) - der italienisch sprach - und wechselt
geheimnisvoll mitten im satz ins englische...]
Ladeninhaber:
(Italienisch sprechend) Ich
habe wundervolle Äpfel da: Jonathan, Boskop, Coxorange und
ganz herrliche Bananen. Wundervoll ausgereift. Aber richtig, Sie
wollten ja eine Ananas haben, eine schöne Ananas, nicht?
Er - would you help yourself to a pineapple, please Madam? Wollen
Sie sich selber eine Ananas aussuchen?
[Kleine
pause, während der ladeninhaber die kreditkarte der kundin
registriert. Sie nimmt sich eine ananas und reicht sie ihm.]
Ladeninhaber:
Thank you. Good day. Danke. So, vielen Dank.
Frau:
Thank you. Ich danke Ihnen.
Ladeninhaber:
Be seeing you! Wir sehen uns!
[P
bemerkt, dass DS auf dieselbe art grüßt wie die taxifahrerin.
Der ladeninhaber mustert P, geht dann hinter die andere theke.]
Ladeninhaber:
Good morning, sir. And what can I do for you, then? Guten
Morgen, Sir, was wünschen Sie bitte?
Nummer
Sechs:
I'd like a map of this area. Einen Plan von dieser Gegend.
Ladeninhaber:
Map? Colour or black and white? 'Ein Plan'?
Schwarzweiß oder farbig?
Nummer
Sechs:
Just a map. Einfach einen Plan.
[Pause,
während DS sich umdreht und zu sich selbst brummelt...]
Ladeninhaber:
'Map'... er... ah! Black and white... 'Einfach einen Plan',
aha, schwarzweiß also ...
[DS
zieht etwas aus dem glasschrank und geht zur theke zurück.]
Ladeninhaber:
There we are, sir. I think you'll find that shows everything.
Bitte, Sir, auf diesem Plan finden Sie alles.
[DS
legt ein heftchen auf die theke, darauf steht...]
MAP
OF THE VILLAGE
[Pause,
während P die karte auseinanderfaltet. Nachdem er sie ausgebreitet
hat, enthüllt sie nur den Ort, allseitig umgeben von...]
THE
MOUNTAINS - Berge
[P
schaut etwas perplex auf.]
Nummer
Sechs:
I-I meant, er, a larger map. Ach, ich, eh, ich meinte eine größere
Karte.
Ladeninhaber:
Only in colour, sir. Much more expensive. Aber nur in Farbe,
Sir, und dann auch teurer.
Nummer
Sechs:
That's fine. Ja, bitte zeigen Sie mir.
[Kleine
pause, während DS ein weiteres heftchen hervorholt, auf die
theke legt und zum schrank zurückgeht. P breitet die karte
aus und bemerkt, dass es sich dabei auch nur um eine karte des Ortes
handelt. Leichte panik erfasst ihn...]
THE
MOUNTAINS - Berge
THE
SEA - Meer
THE
BEACH - Strand
Ladeninhaber:
So.
Nummer Sechs:
Er, that's not what I meant. I meant a... larger area. Tja, das
ist nicht das, was ich wollte. Eine Karte nicht nur von diesem Ort
hier.
Ladeninhaber:
No - we only have local maps, sir. There's... no demand for
any others. Wir haben nur Karten vom Ort, Sir. Für andere
besteht keine Nachfrage.
[DS
schließt den schrank, blickt dann P ins gesicht.]
Ladeninhaber:
You're new here, aren't you? Sie sind neu hier, nicht wahr?
Nummer Sechs:
Where can I get a hire car, self-drive? Wo kann ich einen Wagen
mieten? Einen Leihwagen.
Ladeninhaber:
No self-drive. Only taxis. Das gibt es hier nicht. Nur Taxis.
Nummer
Sechs:
I've tried those. Bin ich schon gefahren.
[Kleine
pause, ein weiterer kunde betritt das geschäft. DS geht hinter
die andere theke zurück.]
Ladeninhaber:
Well, I look forward to the pleasure of your custom, sir! Nun,
ich hoffe, Sie werden ein neuer Kunde von mir.
[P
wendet sich zur tür, stoppt aber und dreht sich um, als DS
ihn auf die bewusste weise grüßt...]
Ladeninhaber:
Be seeing you! Wir sehen uns!
[Aber
DS ist nicht mehr an ihm interessiert, sondern wendet sich dem neuen
kunden zu...]
Ladeninhaber:
Yes, sir? Ja, Sir?
[Außen.
Gemischtwarenladen. P sieht sich um, geht dann durch den Ort.
Aus lautsprechern ertönt urplötzlich ein kurzer trompetenstoß,
und eine enthusiastische weibliche stimme verkündet...]
Village-Radio-Stimme:
"Good morning, all! It's another beautiful day!" "Allen
einen guten Morgen! Wieder ein schöner Tag!"
[Pause,
P sieht ein zimmermädchen auf seinem balkon einen mop ausschütteln.
P läuft zu seiner haustür und bemerkt zum ersten mal ein
schild davor mit der aufschrift...]
6
PRIVATE
[Mit
einem summenden geräusch öffnet P's tür sich automatisch.
Er tritt ein, dreht sich um und sieht, wie die tür sich wieder
von selbst schließt. Er schaut aus dem fenster und sieht das
zimmermädchen von seiner behausung weg die treppen hinterhuschen.
P sieht sich im zimmer um und findet eine puppe auf einem tisch
mit einer karte in der hand, darauf zu ist lesen...]
WELCOME
HOME FROM HOME - Ihr Heim heißt sie daheim willkommen.
[P
sieht sich die karte näher an. Plötzlich meldet sich ein
telefon mit piepsenden tönen. P bemerkt die nummer "6"
darauf und nimmt den hörer.]
Operatorin:
"Is your number six?" "Haben Sie Nummer Sechs?"
[P
antwortet zögernd...]
Nummer
Sechs:
Yes. Ja.
Operatorin:
"Just one moment - I have a call for you." "Einen
Augenblick, ich habe ein Gespräch für Sie."
Nummer
Zwei:
"Good morning to you. I hope you slept well. Come and join
me for breakfast. Number two. The green dome." "Guten
Morgen. Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen. Kommen Sie doch zum Frühstück
zu mir. Nummer Zwei. Das grüne Kuppelgebäude."
[Abblende]
[Außen.
Das grüne kuppelgebäude. P steigt die treppen nach oben,
hält kurz an und blickt über den Ort, geht dann
zur tür und zieht an der kette. Eine laute glocke tönt
und die tür öffnet sich summend automatisch. P geht hinein
und wird von AM (als Butler) mit einer armbewegung begrüßt.
P schaut zu, wie eine massive metallschiebetür beiseite gleitet
und einen großen kuppelförmigen und kreisrunden raum
frei gibt. Ein schwarzer kugelsessel erscheint aus einer öffnung
im boden. Darin sitzend GD (als Nummer Zwei) mit einem schirm in
der hand.]
Nummer
Zwei:
At last! Delighted to see you! Endlich! Freut mich, Sie zu
sehen.
[Kleine
pause, P tritt ein. Hinter ihm schließen sich die türen
sofort.]
Nummer
Zwei:
Come in, come in! Kommen Sie, kommen Sie!
[Kleine
pause, während P die rampe hinuntergeht.]
Nummer
Zwei:
Do sit down. Setzen Sie sich.
[Kurze
pause, GD hantiert mit seinem schirmstock an einem schalter auf
einem schalttafel. Eine öffnung im boden tut sich auf, und
ein ledersessel hebt sich daraus nach oben.]
Nummer
Zwei:
Ha-ha-ha! I'm sorry, I can never resist that. I hope you don't
mind a... working breakfast? Hm-he-he-he. Tut mir leid. Ich finde
es immer wieder komisch. Ich hoffe, Sie haben nichts gegen ein Arbeitsfrühstück?
[GD
betätigt einen anderen schalter. Ein kleiner runder tisch taucht
aus einer anderen öffnung genau vor dem ledersessel auf. An
der tür erscheint AM mit einem silbernen servierwagen, darauf
speisezutaten.]
Nummer
Zwei:
Tea or coffee? Tee oder Kaffee?
Nummer Sechs:
Tea. Tee.
Nummer Zwei:
Indian, or China? Indisch oder chinesisch?
Nummer Sechs:
Either. Egal.
[Kurze
pause]
Nummer
Sechs:
With lemon. Mit Zitrone.
[AM
hatte dies erwartet und steckt, als er es sagt, eine scheibe in
P's tee.]
Nummer
Zwei:
One or two eggs with your bacon? Ein oder zwei Eier mit Schinken?
Nummer
Sechs:
Two? Zwei.
[AM
hebt eine glocke über einer silberschale, darunter große
schinkenscheiben und zwei spiegeleier.]
Nummer
Zwei:
That will be all. Das wird reichen.
[Pause,
während AM den raum verlässt.]
Nummer
Zwei:
Help yourself to toast. Nehmen Sie sich einen Toast.
[Pause,
P begibt sich nach vorne und öffnet eine andere silberschale
- darunter einige feine dreieck-toastscheiben.]
Nummer
Zwei:
I suppose you're wondering what you're doing here? Ich nehme
an, Sie fragen sich, was Sie hier sollen?
Nummer Sechs:
It had crossed my mind. Ja, Sie haben es erraten.
[P
knallt die schale zu.]
Nummer
Sechs:
What's it all about? Was soll das alles?
[Ein
zweiter ledersessel erscheint aus einer bodenöffnung.]
Nummer
Zwei:
Sit down, and I'll tell you. Setzen Sie sich. Ich sage es
Ihnen.
[Kurze
pause, P entschließt sich, zum Pennyfarthing-Hochrad zu gehen
anstatt sich hinzusetzen.]
Nummer
Zwei:
It's a question of your resignation. Es hat damit zu tun,
dass Sie Ihre Arbeit niedergelegt haben.
Nummer Sechs:
Go on. Weiter.
Nummer Zwei:
The information in your head is priceless. I don't think you
realise what a valuable property you've become. A man like you is
worth a great deal on the open market. Was Sie wissen, ist unbezahlbar.
Ich glaube, Sie ahnen nicht, was für einen Wert Sie darstellen.
Ein Mann wie Sie ist teure Ware auf dem freien Markt.
Nummer Sechs:
Who brought me here? Wer hat mich hierher gebracht?
[P
geht unterdessen durch den raum.]
Nummer
Zwei:
I know how you feel, believe me - and they have taken quite
a liberty. Ich weiß, wie Sie sich fühlen müssen.
Wir mussten uns schon eine gewisse Freiheit herausnehmen.
Nummer Sechs:
Who are 'they'? 'Wir', wer ist das?
Nummer Zwei:
A lot of people are curious about what lies behind your resignation.
You had a brilliant career. Your record is impeccable. They want
to know why you suddenly left. Viele Leute hätten gern gewußt,
warum sie Ihre Arbeit niedergelegt haben. Ihre Karriere ist erstaunlich.
Ihre Vergangenheit einwandfrei. Sie wollen wissen, warum Sie plötzlich
gingen.
Nummer Sechs:
What people? Welche Leute?
Nummer Zwei:
Ah - personally, I believe your story. I do think it was a matter
of principle. But, er - what I think doesn't really count, does
it? One has to be sure about these things. Ich persönlich
glaube Ihren Angaben, dass es eine prinzipielle Entscheidung war.
Aber was ich glaube, zählt letzten Endes nicht. In diesen Dingen
muss man sicher gehen.
Nummer Sechs:
And that gives you the right to poke your nose into my private
BUSINESS? Und das gibt Ihnen das Recht, Ihre Nase in MEINE PRIVATEN
DINGE ZU STECKEN ?
Nummer Zwei:
Now, please. It's my job to check your motive. Aber ich bitte
Sie. Ich muss nur Ihre Motive überprüfen.
Nummer Sechs:
I've been checked! ICH BIN ÜBERPRÜFT WORDEN !
Nummer Zwei:
Of course - but when a man knows as much as you do, a double
check does no harm. A few details may have been missed. Natürlich.
Aber wenn jemand zuviel weiß, dann kann eine doppelte Prüfung
nicht schaden. Ein paar Kleinigkeiten könnten übersehen
worden sein.
Nummer Sechs:
I don't know who you are, or who you work for... and I don't
care. I'm leaving. Ich weiß nicht, wer Sie sind
und für wen Sie arbeiten ... Es ist mir auch egal. Ich gehe
jetzt!
[P
geht zur tür, aber GD drückt auf einen knopf und schließt
sie, bevor P sie erreicht. GD steht aus seinem kugelsessel auf.]
Nummer
Zwei:
Have you not yet realised there's no way out? Now, look - I
have something that will interest you. Haben Sie noch nicht begriffen,
dass es keinen Ausweg gibt? Ich hab hier etwas, was Sie interessieren
wird.
[Kleine
pause, während GD einen ordner nimmt. Darin befinden sich verschiedene
fotografien und dokumente über P. Auf einem bildschirm sind
derweil bilder zu sehen, die P's kindheit zeigen. P geht zu GD,
schnappt ihm den ordner aus der hand und blättert hastig durch
- dabei mit einem auge auf den bildschirm blickend.]
Nummer
Zwei:
Oh, feel free. Was regen Sie sich so auf?
[Die
fotos auf dem bildschirm zeigen nun P als erwachsenen. Man sieht
ihn schlafend im bett, beim rasieren und anziehen.]
Nummer
Zwei:
A most important day, remember? Getting ready to meet Chambers.
About to become late of the Foreign Office. You were, er, hoping
to persuade him to change his mind, before the big boys found out.
You waited and waited, but he never turned up. A nice guy, Chambers.
And so talkative. Ein ganz wichtiger Tag, wissen Sie noch? Sie
machen sich fertig, um Chambers zu treffen, der das Foreign Office
verlassen will. Sie wollen ihn beeinflussen. Er soll es sich noch
mal überlegen, bevor er es publik macht. Sie warteten und warteten,
aber er kam nicht. Netter Kerl, dieser Chambers. Und er redet so
gern.
[Die
bilderschau stoppt. P schlägt den ordner zusammen.]
Nummer
Zwei:
You see, there's not much we don't know about you. One likes
to know everything. For instance, do you remember that time you
arrived back from Singapore? Change of climate, feeling a bit shaky.
Sie sehen, es gibt nicht viel, was wir nicht von Ihnen wissen,
aber man möchte gern alles wissen. Erinnern Sie sich zum Beispiel,
als Sie aus Singapur zurückkamen? Klimawechsel, Sie fühlen
sich ein bisschen wacklig.
[Auf
dem bildschirm erscheinen weitere bilder von P.]
Nummer
Zwei:
You were sickening for a... cold. Sneezed yourself out of our
camera. Deciding to take a vacation. Now, where can you go? Ireland?
Bit to cold that time of the year. Paris! Maybe not. "What was
that? Sounded like a click! Something in the mirror? Or was it over
there? Yes - over there, too!" Sie kämpfen gegen eine
Erkältung. Sie niesen uns in unsere Kamera. Sie wollen Urlaub
machen. Aber wo sollen Sie hinfahren? Irland? Ein bisschen zu kalt
um diese Jahreszeit. Paris! Blos nicht! Was war das? Wie das Klicken.
Von einer Kamera. Oder war es da drüben? Ja, da ist es auch!
[Kleine
pause, der bildschirm wird schwarz, GD geht hinüber zu P.]
Nummer
Zwei:
As I said, one likes to know everything. For instance, I had
no idea you liked lemon tea. Wie ich Ihnen sagte, man weiß
gern alles. Zum Beispiel wußte ich nicht, dass Sie Zitrone
zum Tee nehmen.
[Kleine
pause, P schlägt den ordner wieder auf, diesmal mit mehr ruhe.]
Nummer
Sechs:
The time of my birth is missing. Es fehlt, wann ich geboren
bin.
Nummer Zwei:
Well, there you are. Now, let's bring it all up to date. Na
da sehen Sie schon. Wir werden das alles nachtragen.
Nummer Sechs:
Four thirty one AM, nineteenth of March, 1928. I have nothing
to say. Is that clear? Morgens, 4 Uhr 31, 19. März 1928.
Ich habe nichts zu sagen. Verstehen Sie?
[P
wirft den ordner auf den boden.]
Nummer
Sechs:
Absolutely nothing. Absolut nichts.
Nummer
Zwei:
Now, be reasonable, old boy. It's just a matter of time. Sooner
or later you'll tell me. Sooner or later you'll want to. Let's make
a deal. You cooperate, tell us what we want to know, and this can
be a very nice place. You may even be given a position of authority.
Warum wollen Sie denn nicht vernünftig sein? Es ist eine
Frage der Zeit. Früher oder später reden Sie doch. Je
früher, um so besser für Sie. Ich mache Ihnen einen Vorschlag.
Sie arbeiten mit uns zusammen. Sie sagen uns, was wir wissen wollen.
Es kann sehr schön hier sein. Vielleicht bekommen Sie eine
einflußreiche Stellung.
Nummer
Sechs:
I will not make any deals with you. I've resigned. I will not
be pushed, filed, stamped, indexed, briefed, debriefed or numbered!
My life is my own. Nein, ich will nichts mit Ihnen zu tun haben.
Ich habe mich zurückgezogen. Ich lasse mich nicht ZWINGEN,
STOSSEN, ABSTEMPELN, EINSTUFEN, WERTEN, ABWERTEN oder NUMMERIEREN
! Mein Leben gehört mir!
Nummer Zwei:
Is it? Ach wirklich?
Nummer Sechs:
Yes. You won't hold me. Ja. Sie können mich nicht zurückhalten.
Nummer Zwei:
Won't we? Let me prove that we will. Wir können nicht?
Ich werde es Ihnen beweisen.
[GD
hebt den ordner auf und nimmt seinen schirm.]
Nummer
Zwei:
Come on, I'll show you. We can take this up later. Sie sollen
selber sehen. Wir sprechen später weiter.
[GD
begleitet P aus dem raum.]
[Abblende]
[Außen.
Ort. GD nimmt P zum hubschrauberlandeplatz mit. AM ist der
pilot, P und GD mit kopfhörern auf den hinteren sitzen.]
Nummer
Zwei:
Are you receiving me? Können sie mich auch hören?
Nummer Sechs:
Loud and clear. Laut und deutlich.
Nummer Zwei:
Quite a beautiful place, really - isn't it? Almost like a world
on its own. Wirklich, ein sehr schöner Platz, finden sie
nicht? So eine kleine Welt für sich.
Nummer Sechs:
I shall miss it when I'm gone. Wird mir sehr fehlen, wenn
ich weg bin.
Nummer Zwei:
Oh, it'll grow on you. We have everything, here. Water, electricity...
Oh, es wird Ihnen ans Herz wachsen. Wir haben alles hier: Wasser,
Strom ...
[GD
sieht etwas und deutet es P an.]
Nummer
Zwei:
There's the Council building. We have our own council. Democratically
elected. We also use it for public meetings, amateur theatricals...
Das ist das Rathaus. Wir haben einen eigenen Stadtrat, demokratisch
gewählt. Dort finden auch öffentliche Veranstaltungen
statt, Amateurtheater ...
Nummer Sechs:
Fascinating. Faszinierend.
Nummer Zwei:
Yes, indeed. There's the restaurant. Ja, wirklich! Da ist
das Restaurant.
[Sie
überfliegen das café, in dem P am vormittag war.]
Nummer
Zwei:
But did you know we have our own little newspaper? Aber wissen
Sie, dass wir unsere eigene kleine Zeitung haben?
Nummer Sechs:
You must send me a copy. Ach, schicken Sie mir ein Exemplar.
Nummer Zwei:
Ha-ha-ha! You'll be the death of me! Ha, ha-ha-ha. Wirklich,
Sie sind sehr komisch. Ha-ha-ha.
[GD's
gesicht wird ernster.]
Nummer
Zwei:
We also have our own graveyard. But you'd be more interested
in our, er... social club, I think. Members only, but I'll see what
I can do for you. Wir haben auch unseren eigenen Friedhof. Aber
ich denke, Sie werden mehr an unserem Gesellschaftsclub interessiert
sein. Nur für Mitglieder. Mal sehn, ob ich was für Sie
tun kann.
Nummer Sechs:
You're too kind. Sie sind zu freundlich.
[Der
hubschrauber dreht sich, und GD zeigt auf ein weiteres großes
gebäude.]
Nummer
Zwei:
Now, if you have any problems, there's our Citizens Advice Bureau.
They do a marvellous job. Everybody's very nice. Wenn Sie irgendwelche
Probleme haben, da ist unsere Beratungsstelle. Fabelhaft was dort
geleistet wird. Lauter nette Leute.
[Kleine
pause.]
Nummer
Zwei:
You might even meet people you know. Kann sein, dass Sie
jemand treffen, den Sie kennen.
Nummer
Sechs: [ - Ohne worte.] So?
[Pause,
AM befördert sie über den strand, landet dann auf dem
rasen.]
[Außen.
Altenheim. Eine schar pensionäre genießt die frische
meeresluft. P folgt GD durch die menge. Er stutzt, als er das steinboot
sieht. Darauf klettern wie wild einige ortsbewohner herum.]

Nummer
Zwei:
Probably see the funny side of that! I'm told some people even
get sea-sick on it. Das erscheint Ihnen sicher komisch. Es gibt
welche, die werden darauf seekrank.
Nummer Sechs:
What are they here for - St. Vitus' Dance? Was soll das darstellen?
Einen Veits-Tanz?
Nummer Zwei:
Ha-ha! I'm glad you've still got your sense of humour. Hm
ha-ha-ha. Freut mich, dass Sie noch Humor haben.
[P
und GD gehen zurück.]
Nummer
Zwei:
They are senior citizens. Of course, they have every comfort.
You see, you're... looked after, here - for as long as you live.
Brilliant background. You see that old gentleman, there? Es sind
Leute, die schon länger hier sind. Natürlich haben Sie
allen Komfort. Sie sehen, es wird für sie gesorgt solange
sie leben. Erstklassiger Stammbaum, dieser alte Gentleman hier.
[Sie
kommen an einem alten mann vorbei (FP als ex-admiral), der sich
mit einem schachspiel beschäftigt.]
Nummer
Zwei:
Ex-Admiral. Excellent chess player. Ex-Admiral. Hervorragender
Schachspieler.
Nummer
Sechs:
Hope he finds a partner. Ich hoffe, er findet einen Partner.
Nummer
Zwei:
TAXI! [ - kein Wort]
[Ein
Mini Moke steht sofort bereit. Sie steigen ein und werden in schneller
fahrt zum rathaus befördert, wo sie aussteigen. P folgt ein
stück weit einer marschierenden musikkapelle, als der lautsprecher
sich wieder meldet...]
Village-Radio-Stimme:
"Good morning, all! It's another beautiful day!" "Allen
einen guten Morgen. Wieder ein schöner Tag!"
[P
stoppt, um eine große bronzestatue des Atlas anzuschauen.]
Village-Radio-Stimme:
"Here are two announcements: ice cream is now on sale for your
enjoyment. The flavour of the day is strawberry. Here is a warning..."
"Achtung, Achtung! Zwei Bekanntmachungen: Zu Ihrer Freude
kommt Eis zum Verkauf. Heute mit Erdbeergeschmack. Und jetzt eine
Vorwarnung: ..."
[P
hält im schritt inne, erwartet etwas gefahrvolles, dreht sich
um und schaut auf einen der lautsprecher.]
Village-Radio-Stimme:
"There is a possibility of light intermittent showers later
in the day. Thank you for your attention!" "Am Nachmittag
kann es zeitweilig zu leichten Schauern kommen. Vielen Dank für
Ihre Aufmerksamkeit!"
[P
schließt daraus, dass es keinen grund für einen alarm
gibt und setzt seinen gang durch den Ort fort. Ihm fällt
ein hinweisschild auf, dass ihn ungewohnterweise auffordert...]
WALK
ON THE GRASS - Gehen Sie auf dem Gras!
[P
geht die stufen zum zentralen platz hinauf, wo eine farbenfrohe parade
von leuten sich rund um den teich in der mitte bewegt...]
Nummer
Zwei:
"Come along, my dear fellow - don't be shy." "Kommen
Sie, mein Lieber, seien Sie nicht schüchtern."
[Pause,
ein alter mann grüßt P, besteigt ein hochrad und fährt
davon. Lächelnd grüßt ihn im vorbeigehen ein älteres
paar mit...]
Älteres
paar:
Beautiful day! Schöner Tag! Schöner Tag!
Nummer Zwei:
They didn't settle for ages - now they wouldn't leave for the
world. Sie wollten nicht lange bleiben. Jetzt gehen sie um nichts
in der Welt mehr.
Nummer Sechs:
You mean you brought them around to your way of thinking. Heißt
das, Sie haben sie dazu gebracht, so zu denken wie Sie?
Nummer Zwei:
They had a choice. Sie hatten die Wahl.
[P
bewegt sich langsam auf GD zu - der plötzlich der menge zuruft...]
Nummer
Zwei:
Wait! WAIT! Halt! HALT!
[Alle
- außer P - bleiben regungslos stehen.]
Nummer
Zwei:
BE STILL! MYSTERO! [Hystero!]
[Aus
dem springbrunnen heraus entsteht Rover, ein
weißes luftballonähnliches gebilde. Ein armer
unglücklicher bewohner wird darüber nervös, wedelt
mit den armen und stößt wie verrückt laute aus.]
Mann:
Waargh! Aargh! Waaaargh! Aarh! Aarh! Aarh!
Nummer
Zwei:
STOP! STOP!
Mann:
Waargh Aargh! Aaarrh! Aaarrg!
Nummer
Zwei:
TURN BACK! ZURÜCK!
[Pause,
während Rover herabschwebt und dabei brüllt. Der mann
strampelt herum, weiß nicht, was er tun soll. Rover erstickt
ihn, man sieht sein verzerrtes gesicht an Rovers haut gepresst...]
Mann:
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH! AAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRH!
[...
Rover hüpft davon, alle gehen wieder ihren beschäftigungen
nach, als ob nichts geschehen wäre.]
Nummer
Sechs:
What was that? Was war das?
Nummer
Zwei:
That would be telling. Sie haben es gesehen.
Village-Radio-Stimme:
"Calling Number Two! Ready for you at the Labour Exchange!"
Achtung, Nummer Zwei! Sie werden bei der Arbeitsvermittlung
erwartet.
Nummer
Zwei:
Be right with you! Bin gleich bei Ihnen.
[P
sieht sich um.]
Nummer
Zwei:
Come along, my dear fellow. There to your left, now straight
ahead. Follow the signs. Gehen Sie nur, mein Lieber. Halten Sie
sich links, dann geradeaus. Folgen Sie den Schildern.
[P
geht am vorbei am Ex-Admiral, der mit seinem spielzeugschiff beschäftigt
ist. Der teich ist ausgeschildert als...]
FREE
SEA - Freie See
[P
geht an einem reparaturtraktor vorbei, und ein weiteres schild...]
CITIZENS
ADVICE BUREAU - Bürgerbüro
[bis
er schließlich das richtige findet...]
LABOUR
EXCHANGE - Arbeitsvermittlung
[P
bleibt stehen, als GD näher kommt und fragt...]
Nummer
Zwei:
Well? How'd you like it? Na, wie gefällt es Ihnen?
Nummer
Sechs:
Charming. Entzückend.
Nummer
Zwei:
It'll grow on you. Es wird Ihnen ans Herz wachsen.
[Pause
während P von GD an einer warteschlange von leuten vorbei ins
gebäude geführt wird. Hinter dem "Auskunft"-schalter
tritt ein mann hervor und grüßt...]
Angestellter:
Good morning, sir! Guten Morgen, Sir.
Nummer
Zwei:
Good morning. Guten Morgen.
Angestellter:
Go straight through. Gehen Sie gleich durch.
Nummer
Zwei:
Thank you. Danke.
[Pause
während GD auf eine tür zu geht. P zögert und blickt
auf hier sitzenden menschen; auf einem schild steht...]
A
STILL TONGUE MAKES A HAPPY LIFE - Wer schweigt, hat ein glückliches
Leben.
[P
schließt zu GD auf, sie kommen an einem anderen schild vorbei...]
QUESTIONS
ARE A BUDEN TO OTHERS - ANSWERS A PRISON FOR ONESELF - Fragen belasten
die andern, Antworten machen einen unfrei
[Innen.
Großer grauer kuppelförmiger raum. CB (als arbeitsvermittler)
verlässt seinen schreibtisch, um GD zu begrüßen...]
Arbeitsvermittler:
Ah, this is our new friend. Everything's ready, sir. Ah, unser
neuer Freund. Alles vorbereitet, Sir.
[CB
wendet sich an P.]
Angestellter:
Will you sit down? Bitte setzen Sie sich.
[P
ignoriert ihn und sieht sich im raum um.]
Angestellter:
Now - first of all, the aptitude test. Als erstes der Eignungstest.
[CB
deutet auf einen tisch. P geht hin und nimmt ein rundes holzklötzchen,
das neben einem quadratischen loch liegt. P grinst leicht und senkt
das holz in das loch, woraufhin dieses von einem quadratischen plötzlich
zu einem runden wird und das klötzchen stecken bleibt. P schaut
zu GD hinüber, der lächelt und in sich hinein kichert...]
Nummer
Zwei:
He-he-he-he-he! He he-he-he.
Angestellter:
Now the questionnaire. Jetzt der Fragebogen.
[CB
legt ein papier vor P auf den tisch und beginnt, mit einem großen
hölzernen räderwerkspielzeug zu spielen.]
Angestellter:
If you'd just fill in your race, religion, hobbies, what you like
to read, what you like to eat... what you were, what you want to be.
Any family illnesses. Any politics. Füllen Sie nur aus: Abstammung,
Religion, Hobbys, ...was Sie gern lesen, gern essen, ...was Sie waren,
was Sie sein möchten, ...irgendwelche Familienkrankheiten, politische
Überzeugung.
[P
fegt plötzlich mit einer handbewegung alles vom tisch, zerstört
das spielzeug, an dem sich CB gerade betätigte und stürmt
aus dem raum - während CB versucht, es wieder zusammenzubauen.]
Nummer
Zwei:
Never mind - you can get all you need from this. Macht nichts.
Sie bekommen schon, was Sie brauchen.
[GD
legt P's akte auf den tisch, schaut auf die tür, durch die
P soeben gegangen ist, und gibt dann langsam zu...]
Nummer
Zwei:
I think we have a challenge... Wir kriegen ihn schon zum
Reden.
[Abblende]
[Außen.
P's haus. P strebt auf die tür zu und geht hinein.]
[Innen.
SR (als zimmermädchen) ist beim saubermachen. Sie lächelt,
aber P erwidert es nicht. Ruhig fragt P...]
Nummer
Sechs:
What are you doing here? Was tun Sie hier?
Hausmädchen:
I'm your personal maid. Labour Exchange sent me. Ich bin
Ihr Hausmädchen. Von der Arbeitsvermittlung.
Nummer Sechs:
That's another mistake they made. GET OUT! Das können
die mit mir nicht machen. RAUS HIER!
[Pause,
SR ist schockiert über P's wutausbruch und verlässt gehorsam
das haus. P beobachtet sie. Mit einem summen erhebt sich plötzlich
eine scheinwand bis nach oben in die decke und gibt drei räume
frei; ein schlafzimmer, bad und küche. Einschmeichelnde hintergrundmusik
(mehr...)
setzt ein. Langsam geht P die stufen nach oben. Auf einem tisch
eine weitere puppe mit einer willkommensnachricht.]
WELCOME
TO YOUR HOME FROM HOME - Ihr Heim heißt Sie daheim willkommen
[P
untersucht jedes zimmer. In einem sekretär findet er einen
tagesplaner mit einer erinnerung...]
DON'T
FORGET TO SEND THANK YOU NOTE FOR FLOWERS AT EARLIEST.
- So schnell wie möglich für die Blumen bedanken.
[Rechts
in der ecke eine notiz:]
ARRIVED
TO-DAY. MADE VERY WELCOME.
- Heute angekommen, freundlich empfangen worden.
[In
einer schublade findet P eine große farbige karte des Ortes
- die gleiche wie es sie im laden gab. P legt die sachen zurück,
schließt den sekretär und stürzt in die gut ausgestattete
küche. Im küchenschrank findet er konservendosen mit dem
"Village Food"-zeichen. Er schüttelt ein paar davon,
um den inhalt zu erraten. Er knallt sie auf den tisch. Die säuselnde
hintergrundmusik scheint lauter geworden zu sein, P geht auf den lautsprecher
zu, läuft auf und ab, nimmt dann den lautsprecher und bemerkt,
dass daran keine schalter oder kabel sind. Dann schmettert er den
lautsprecher auf den boden und tritt ein paar mal gezielt danach.
Aber die musik ist weiterhin zu hören...]
Village-Radio-Stimme:
"Attention Electrics Department! Please go to Number Six, where
adjustment is needed." "Achtung, Elektrotechnik. Suchen
Sie Nummer Sechs auf. Sie werden dort gebraucht."
[P
entdeckt, dass SR zurückgekommen ist.]
Hausmädchen:
I forgot my- Ich vergaß mein ...
[SR
deutet auf ihren wischmop.]
Nummer
Sechs:
How do you stop this thing? Wie kann man das ABSTELLEN ?
Hausmädchen:
We can't! Das geht nicht.
Nummer Sechs:
Why not? Warum nicht?
Hausmädchen:
It's automatic! Es ist automatisch.
Nummer Sechs:
How do you stop it? Wer steuert es?
Hausmädchen:
I have no idea. Ich habe keine Ahnung.
Nummer Sechs:
Who runs this place? Wo ist die Zentrale?
Hausmädchen:
I don't know! Ich weiß nicht.
[Kleine
pause, während P die stufen herunterkommt und auf die nervöse
SR zugeht.]
Hausmädchen:
I really don't know! Wirklich, ich weiß es nicht.
Nummer Sechs:
You never wondered? You never tried to find out? Sie haben
sich das nie gefragt? Sie haben nie versucht, das rauszukriegen?
[Kleine
pause, bevor P mit sanfter stimme sagt...]
Nummer
Sechs:
How long have you been here? Wie lange sind Sie schon hier?
Hausmädchen:
As long as I can remember. Ich bin immer hier gewesen.
Nummer Sechs:
And your parents? Und Ihre Eltern?
Hausmädchen:
They died when I was a child. Sie starben, als ich ein Kind
war.
Nummer Sechs:
You don't remember them? Sie erinnern sich nicht an sie?
Hausmädchen:
I've found it's wiser not to ask questions. We have a saying
here: a still tongue makes a happy life. Es ist klüger,
keine Fragen zu stellen. Hier gibt es eine Redensart: Wer schweigt,
hat ein glückliches Leben.
Nummer Sechs:
People must have tried to get away from here. How many have
succeeded? Es haben doch bestimmt schon welche versucht, von
hier zu fliehen. Wie vielen ist es gelungen?
Hausmädchen:
Don't ask. Ich sage nichts.
Nummer Sechs:
Has anyone ever ESCAPED? Ist hier schon einer RAUSGEKOMMEN?
Hausmädchen :
Some have tried! They've been brought back! Not always alive...
Ein paar haben es versucht. Sie wurden zurückgebracht. Nicht
immer lebend.
Nummer Sechs:
Go on. What are you afraid of? Weiter. Wovor haben Sie Angst?
Hausmädchen:
Nothing. I've said too much! Vor nichts. - Ich habe zuviel
gesagt.
[SR
dreht sich um und geht, hält aber an der tür an...]
Hausmädchen:
What time tomorrow? Um wieviel Uhr morgen? ...
[Kurze
pause, SR beginnt zu weinen, geht dann zu P zurück.]
Hausmädchen:
I know what you must think of me! Ich weiß, was Sie
von mir denken.
[SR
setzt sich auf einen stuhl neben P und fleht ihn an...]
Hausmädchen:
Put yourself into my position! They offered me my freedom in exchange!
Versetzen Sie sich in meine Lage. Sie haben mir dafür die
Freiheit versprochen.
Nummer Sechs:
In exchange for what? Freiheit wofür?
Hausmädchen :
In exchange for your confidence. Make you trust me. Tell them
everything about you. Wenn ich es schaffen würde, dass Sie
mir vertrauen und ich dann alles verrate.
Nummer Sechs:
Then they'd let you go? You believe that? With that knowledge
in your head? You really believe that they'd let you go? Dann lassen
sie Sie gehen? Und das glauben Sie? Sie glauben wirklich, dass Sie
hier rauskönnen, wenn Sie erst mal soviel wissen?
Hausmädchen :
I hadn't thought about that. Daran hab ich nicht gedacht.
Nummer Sechs:
Obviously not. Nein, wie sollten sie auch.
Hausmädchen :
They might! They might let me go! If you give me some sort of
information! Oh, please help me! Please help me! Vielleicht, vielleicht
lassen sie mich doch ... wenn Sie mir etwas sagen, was sie wissen
wollen. O bitte helfen Sie mir! Bitte helfen Sie mir!
[SR
steht vor P auf und weint noch. Aber P sagt nur kühl...]
Nummer
Sechs:
Your services will not be required tomorrow. Ich werde Sie
morgen nicht brauchen.
[Innen.
Beobachtungsraum. PS (als Supervisor) beobachtet beide auf dem monitor.]
Nummer
Sechs:
Don't forget what you came back for. Vergessen Sie nicht,
weshalb Sie zurückgekommen sind.
[Kurze
pause, während PS SR beim verlassen von P's haus beobachtet.
Er geht dann hinüber zu einem steg, wo GD wartet.]
Supervisor:
She was most convincing. I felt sure she was going to pull it off.
Sie war sehr überzeugend. Ich dachte, sie würde es
schaffen.
Nummer
Zwei:
He's no ordinary man. This has got to be handled very differently.
Ein besonderer Fall. Wir müssen die Sache anders anfassen.
Supervisor:
That could be dangerous. Das könnte gefährlich sein.
Number
Two:
You know how important this is. Sie wissen, wie wichtig es ist.
[Innen.
P's haus. P sieht draußen einen reparaturtraktor ankommen.
OM (als elektriker) betritt das haus ohne anzuklopfen.]
Elektriker:
Electrics, sir. Sorry about the intrusion. Elektrotechnik.
Entschuldigen Sie die Störung.
Nummer Sechs:
Help yourself. Why do you drive those things? Keine Ursache.
Warum fahren Sie diese Dinger?
Elektriker:
What? Bitte?
Nummer Sechs:
The... the tractors. Diese ... kleinen Traktoren.
[OM
ist damit beschäftigt, den lautsprecher zu ersetzen und die
bruchstücke aufzusammeln.]
Elektriker:
They're steady. They get you there in the end. Sie sind
stark und kommen überall hin.
Nummer Sechs:
A bit slow. Bisschen langsam.
Elektriker:
In an emergency, we walk. In dringenden Fällen gehen
wir zu Fuß.
Nummer Sechs:
I, er... I feel like a bit of a walk myself. Ich eh, ...
sollte jetzt auch ... ein bisschen spazierengehen.
Elektriker:
Feel free. Tun Sie das.
[Kurze
pause, P betrachtet, wie sich die tür mit einem summen öffnet.]
Nummer
Sechs:
Be seeing you. Wir sehen uns.
Elektriker:
And you. Wir sehen uns.
[Außen.
P's haus. P sieht, wie sich die tür hinter ihm schließt
und beginnt einen spaziergang durch den Ort. Er grüßt
einen vorbeikommenden radfahrer...]
Nummer
Sechs:
Lovely day. Schöner Tag.
Radfahrer:
Showers later! Später regnet es.
fortsetzung
TEIL 2
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