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PLAN
9 FROM OUTER SPACE
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Reproduktion des Textes mit freundlicher Erlaubnis des Autors; Übersetzung: Arno Baumgärtel Zurück zum Originaltext! |
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Hintergrund"Einmal kommt für jeden Menschen die Zeit, wo er seinen Augen nicht traut!" Criswell (1) An obiges Zitat wird sich wahrscheinlich erinnern, wer PLAN 9 FROM OUTER SPACE das erste Mal gesehen hat. Es ist lächerlich einfach, sich über dieses Denkmal kinematischer Untauglichkeit lustig zu machen, etwa wie Angeln in einem Aquarium, tatsächlich aber ist an Edward D. Wood Jrs vertrackter Geschichte mehr dran, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Wie im Schneeballsystem hat sich über die Jahre der Bekanntheitsgrad des Films ausgebreitet, sodass man ihn richtigerweise nicht mehr nur als ein "Kultphänomen" betrachten darf. In der Öffentlichkeit ist er nun bekannt. Mit meiner Besprechung hier muss ich also umsichtig vorgehen. Keiner, der geradeaus zu denken in der Lage ist, würde bestreiten, dass PLAN 9 ein erbärmliches Stück Zelluloid ist. Aber es gibt etwas, das ihn aus anderen "Grade-Z"-Streifen heraushebt, nicht nur von Wood, auch von zahlreichen anderen Filmemachern wie Jerry Warren, Al Adamson und Andy Milligan. Eine fantasievolle Szene in Tim Burtons ED WOOD (2) zeigt Ed, wie er mit Orson Welles zusammentrifft, wie sie sich angeregt unterhalten. Ganz sicher kann man PLAN 9 als Ed Woods CITIZEN KANE sehen, er enthält viele seiner grundlegenden Ideen und Ansichten und verkörpert ungefähr alles, was Woods Filme so einzigartig machen. Also festgeschnallt, ihr Menschen, wo wir dabei sind, den Schrecken von PLAN 9 FROM OUTER SPACE aufzulösen. Gott helfe uns in der Zukunft! StorySchon ganz am Anfang versucht unser Film, sich mit einführenden Worten des berühmten Mediums Criswell einen dokumentarischen Anschein zu geben. Die bombastisch klingende Eröffnung dieser blumigen Erscheinung versucht uns auf die unglaubliche Geschichte vorzubereiten, die wir gleich zu sehen bekommen, basierend "auf den beschworenen Zeugnissen jener armen Seelen, die diese schwere Schicksalsprobe überlebt haben." Mit ernsten Worten fragt uns Criswell: "Meine Freunde, seid ihr bereit für die schockierenden Tatsachen hinter 'Grabräuber aus dem Weltall'?!" Der größte Teil der Handlung spielt auf einem kalifornischen Friedhof, wo soeben die geliebte Gattin eines älteren Mannes beerdigt wurde. Seine Trauer ist derart groß, dass er beim Überqueren der Straße von einem Auto überfahren und getötet wird. Er wird neben seiner Frau zur Ruhe gebettet. Jedoch die Toten haben keine Ruhe auf diesem Friedhof. Die Frau des alten Mannes wird alsbald aus ihrem Grab geholt und der wollüstige, böse aussehende Zombie macht den Friedhof unsicher und bringt jeden um, der unvorsichtig genug ist, sich dorthin zu begeben. Schon bald wird auch der Ehemann auf mysteriöse Weise wiedererweckt und wandelt zwischen den Grabsteinen herum. Auch die Polizei, die sich mit den seltsamen Morden befasst, ist schockiert, als einer von ihnen, der massige Inspektor Clay, tot aufgefunden wird, von irgendeiner unheimlichen Macht auf dem Friedhof auseinandergerissen. Der kluge Lieutenant, der den Fall verfolgt, bemerkt dabei weise: "Eins ist sicher, Inspektor Clay ist tot. Und jemand ist dafür verantwortlich." Auch am Himmel geschehen seltsame Dinge. Jeff Trent, Pilot eines Zivilflugzeuges, und seine Crew werden auf einem Linienflug von drei fliegenden Untertassen "geschnitten". Von seinen Vorgesetzten erhält er nach der Landung einen Maulkorb. Er ist nicht der einzige, der etwas gesehen hat - im ganzen Land werden fliegende Untertassen gesichtet und wecken das Interesse des U.S.-Militärs, das dennoch standhaft deren Existenz abstreitet. Die fliegenden Untertassen und die lebenden Toten haben miteinander zu tun. Bald erfährt man, dass zwei fortschrittliche "Fremde aus dem Weltraum", Eros und Tanna, für die Erschaffung der Zombies verantwortlich sind, als Teil eines unverständlichen Plans, mit den Erdbewohners in Kontakt zu treten. Dies ist nun "Plan 9", und wie immer die vorausgegangenen acht aussahen, sie sind erbärmlich daneben gegangen. Bisher haben Eros und Tanna nur drei Tote wieder aufstehen lassen, den alten Mann, seine Frau und eben jetzt den gewichtigen Inspektor Clay. Zufällig wohnt Trent mit seiner Frau neben dem Friedhof, auf dem all das passiert. Und bald finden sich die Trents im Gespinst von Polizei und Armee, angeführt von Colonel Tom Edwards, wieder. Kurz darauf wird der ehedem ruhige Friedhof zum Ort, wo sich die Zukunft der Menschheit entscheidet, die Lebenden gegen die Toten kämpfen. Was funktioniertTja, wie fangen wir an? Ganz sicher kann man PLAN 9 oder auch einen anderen Ed-Wood-Film nicht nach den üblichen Standards des Filmemachens beurteilen. Es ist wahr, dieser Film ist in fast jeder Hinsicht furchtbar, lachhafte Spezialeffekte, grausamer Schnitt, schauderhafte Schauspielerei. Eins aber ist er nicht - öde. PLAN 9 begeht nicht die Sünde zu langweilen. Die Figuren sind in ständiger Bewegung und laufend passiert etwas. Man beobachtet ständig und verfolgt den ganzen Schnickschnack, und das wiederrum macht einen guten Teil der Unterhaltung aus. Ed Wood war für bizzarre und surrealistische Dialoge bekannt, und hier läuft einem das Ohr über. Das beste Beispiel ist der beinahe todernste Erzähler Criswell. Einmal heißt es: "Zukünftige Ereignisse wie diese werden uns alle in der Zukunft betreffen." Dann erzählt er uns mit aller Strenge: "Früher haben wir über den pferdelosen Wagen gelacht, das Radio, Flugzeuge, sogar das Fernsehen. Jetzt lachen wir über den Weltraum. Gott helfe uns in der Zukunft." Diese Art pompöser Aufrichtigkeit durchzieht den ganzen Film. Der geschmäcklerische Außerirdische Eros (gespielt von Dudley Manlove, der spricht wie ein Inneneinrichter) sorgt für viele der besten Sprüche, der Höhepunkt die denkwürdige Zeile: "Sehen sie, sehen sie? Ihr Törichten! Töricht, töricht!" Aber die Außerirdischen in PLAN 9 besitzen anscheinend eine höchst interessante Kultur. So spricht Eros ernsthaft über Gott und versetzt Tanna im nächsten Moment einen Schlag, dabei hört man von ihm: "Oh meine Welt, Frauen sind nur dazu da, die Rasse zu erhalten." Ein ziemlich wüster Haufen. Tor Johnson könnte nicht in einer nassen Papiertüte schauspielern, aber er hat eine Ehrfurcht einflößende Präsenz. Als lebendiger Inspektor Clay nur ein Witz, ist er als Zombie Clay ein richtig unheimlicher Geselle. Die Szene, als er sich aus dem Grab erhebt, ist wirklich eindrucksvoll und vielleicht die beste, die Ed Wood jemals gefilmt hat. Vampira sagt kein Wort und sieht auch nicht aus wie die Frau eines alten Mannes, aber Junge, niemand sieht mehr nach einem weiblichen Vampir aus als sie, auch nicht Elvira (Anm.d.Ü.: präsentierte Horrorfilme im US-Fernsehen). So eine schmale Taille habe ich noch bei keiner Frau gesehen. Einer der interessantesten Aspekte an PLAN 9 ist seine Perspektive auf Regierung und Militär. In den meisten Filmen der 50er Jahre tut die Armee immer das Richtige, handelt nach unserem besten Gewissen. Hier bekommen wir einen anderen Blick. Diese Armee betreibt Geheimniskrämerei und macht Bürger wie Jeff Trent mundtot. Und nicht nur das. Armee und Polizei unterlaufen Fehler, wenn sie nicht sogar Zerrbilder sind. Die Außerirdischen haben etwas Sympathisches an sich. Und am Schluss behält Eros Recht, als er und Tanna von den gewalttätigen Menschen getötet werden. PLAN 9 FROM OUTER SPACE war seiner Zeit voraus, in gewissem Sinne... Was nicht funktioniertViele von Ed Woods Regie-Missgriffen sind amüsant, aber die endlosen wieder und wieder verwendeten Szenen, in denen Bela Lugosi über den Friedhof wandelt, sind lächerlich und beweisen nur, wie sehr sein Double (im wahren Leben Eds Chiropraktiker) ihm überhaupt nicht ähnlich sieht, auch nicht mit einem Cape über dem Gesicht. Tag- und Nachtszenen wechseln ständig und sinnfrei, es nervt und betont nur das Unwirkliche dieses Films. Ein Angriff passiert in völliger Dunkelheit, das Polizeiauto, das daraufhin erscheint, kommt bei hellem Tageslicht an. Als die Polizisten den Tatort erreichen, ist es wieder Nacht. Oh, Mann! Mona McKinnon ragt in einem Film mit einigen schwachen darstellerischen Leistungen heraus. Als Jeff Trents Ehefrau hat sie den Sexappeal eines brünstigen Elchbullen. Und etwa die selbe Portion körperlicher Anmut. SchlusswortPLAN 9 FROM OUTER SPACE ist so unsterblich wie THE WIZARD OF OZ oder CITIZEN KANE. Denkt man an unfähiges, einschläferndes Filmemachen, kommt einem gewöhnlich dieser Film zuerst in den Sinn, und zu Recht. Aber kein Film behält diesen Status, ohne etwas in den Zuschauern zu berühren. Hier ist mehr, als man sieht. See also Dave Sindelar's article on PLAN 9 FROM OUTER SPACE. |
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Ergänzung
1: Ex-Horrordarsteller Bela Lugosi, in den 30er und 40er Jahren
als Dracula-Darsteller berühmt geworden, war ein Freund von Ed Wood
und zum Zeitpunkt der Produktion von PLAN 9 weit jenseits seines schauspielerischen
Zenits und drogenabhängig. Er spielte auch 1953 in Woods semi-autobiografischem
GLEN OR GLENDA (aka: I CHANGED MY SEX), ein Plädoyer für die
Toleranz gegenüber Männern, die gerne Damen-Angorapullover anzogen.
Unglücklicherweise verstarb er, bevor alle seine Aufnahmen gemacht
waren. Woods Chiropraktiker doubelte für ihn. Dass er fast zwei Kopf
größer als Lugosi war, schien Wood nicht zu stören.
Das Original: Prolog Epilog Tim Burtons ED WOOD bietet darüber hinaus für alle, die nie das Original gesehen haben, die Gelegenheit, ein paar der berühmtesten PLAN-9-Szenen in ihrer "Entstehung" kennen zu lernen. |
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