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gaz

gefunden in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 17.05.2003

In der tat.
Bevor die wörter Bill Gates bzw. Microsoft auch nur erfunden waren, gab es das "Elefantenklo" in Gießen. Ein monströses fußgänger-, radfahrer-, kinderwagen und behindertenfeindliches bauwerk über einer der verkehrsreichsten kreuzungen der stadt. Es wurde zum Namensgeber für eine zeitschrift, die sich, wie auch in einigen anderen bundesdeutschen städten (Frankfurt "Pflasterstrand", Nürnberg "Plärrer", Vogelsberg "Basalt" etc.), mitte der 70er jahre aus einem studentischen szeneblättchen zu einem alternativem stadtmagazin entwickelt hatte.

Das Elephantenklo war die "Alternativzeitung" in Gießen und erschien von 1977 bis 1987. Politische und "betroffenen"-berichterstattung, die verbreitung unterdrückter nachrichten standen am anfang. Sozialpolitische meldungen und debatten kamen dazu. Chronischer personal- und geldmangel waren seine markenzeichen. Die auflagenstärkste zeit erlebte die zeitschrift zu zeiten der häuserbesetzungen anfang der 80er jahre.

Obwohl man sich mit kulturellen themen immer schwer getan hatte, erschienen in den späten jahren immer häufiger auch musik- und filmbesprechungen. Nach mehreren strategiediskussionen, konzeptionellen änderungen und facelifts kam 1987 mit der nummer 12 das ende. Darin der beitrag über Stanley Kubricks Full Metal Jacket.

Elephantenklo

1977 - Nullnummer und regelmäßiges Erscheinen
1987 - letzte Ausgabe
2007 - 30 Jahre Jubiläumsveranstaltung und Sonderausgabe

Aus anlass des 30-jährigen gründungsjubiläums hatten sich 2007 einige ehemalige mitarbeiterinnen und mitarbeiter zusammengetan, um einen blick in die geschichte zu werfen.

Im Jugendzentrum Jokus gab es am 3. November ein veranstaltungsprogramm mit podiumsdiskussion (vor den mikrofonen von Radio Unerhört, Marburg), einer ausstellung mit den interessantesten titelbildern sowie großartigen fotografien von Gerhard Schlatter, einer vorführung der 1981 auf super-8 entstandenen kurzdoku "Wer schreibt schon über seine Erfahrungen" der S.A.F.T.-Filmproduktion (Barbara Trapp, Martin Wagner und Joachim Gliem), einer lesung mit Hans-Jürgen Hilbig sowie auftritten der a-capella-gesangsgruppe TAKT und der gießener jazzformation Wahlheimat. Um 0.00 Uhr konnten wir Hans Kamp zum 70. Geburtstag gratulieren. Glückwunsch!

Begleitet wurde die veranstaltung von einer kostenlos verteilten 76-seitigen jubiläumsausgabe des Elephantenklo.

Gegen eine spende noch erhältlich sind einige exemplare der von Arno Baumgärtel erstellten CD-ROM, darauf
• alle titelbilder 1977 - 1987 in guter laserdruckerqualität,
• mehrere Elephantenklo-sonderausgaben in vollem umfang,
• samt inhaltverzeichnissen,
• eine PDF-Datei der jubiläumsausgabe,
• der oben erwähnte film,
• ein HR-radiobeitrag über das Elephantenklo aus dem jahr 1982,
• sowie der 1999 erschienene buchbeitrag von Gunter Klug über die geschichte des zeitung "Wer Gießen überlebt, stirbt nicht."
• titelbilder und rückseiten der Elephantenklo-vorläuferpublikation Gießener Anzünder.

Ein teil der ausstellungsbilder ist auch zu bewundern in einem von Gerhard Schlatter erstellen Wandkalender für 2008.

CD-bestellung und Kontakt (webformular)

www.elephantenklo.de

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