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COMBAT SHOCK
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"Vietnam-Vet
Kills Wife, Kid" - "Six Dead After Viet Vet's Rampage"
- Schlagzeilen der Boulevardpresse, die COMBAT SHOCK das Motiv liefern:
Franky (Ricky Giovinazzo) ist aus Vietnam zurück. Das Trauma des Krieges
aber wirkt noch. Er war dem Entlaubungsmittel Agent Orange ausgesetzt
und zwei Jahre in Gefangenschaft. Jetzt hat seine Frau (Veronica Stork)
ein mutiertes, winselndes Baby. Die Wohnung ist, wie die Stadt, eine Müllhalde
an der lower downside zwischen Junkies, Vorortzügen und Strichmädchen.
Jobs gibt es für ihn keine. Seine Existenz sei reinstes Zombietum, hält
seine Frau ihm vor. Realitätsverlust macht sich breit. Die Zeit verrinnt
wie die Tropfen aus dem defekten Wasserhahn. Das ganze Elend mündet, folgerichtig,
in der Katastrophe. Er bringt seine Frau, das Mutant-Baby und sich selbst
um. Buddy Giovinazzo plante den Film als "American Nightmare". Nach der Fertigstellung kaufte ihn die berühmt-berüchtige Troma Inc. (TOXIC AVENGER), schnitt ihn um und brachte ihn (irreführend als Kriegs-Actionfilm) auf den Markt. Das ursprüngliche Finale, Franky erschießt seine Frau (er liebt sie) und schiebt sein Baby in den Backofen, wurde entschärft, um einem X-Rating zu entgehen. Die deutsche Fassung ist, was Wunder, noch einmal selbstzensiert. Ohne Polish, sicher auch mit Schwächen, aber von beißender Ehrlichkeit, läßt diese low budget Produktion Oliver Stones larmoyanten PLATOON, wo alle US-Boys sich permanent im Schlamm aalen, wie eine gemütliche Landpartie aussehen. Interessanter
Nebenaspekt ist das mutierte Kind. Es weist, Zufall oder nicht, Ähnlichkeiten
mit dem missgebildeten Fötus-Baby aus David Lynchs Debüt ERASERHEAD auf.
Überhaupt treffen sich Lynchs Film und COMBAT SHOCK sehr in der Übereinstimmung
des Atmosphärischen der abgewrackten Vorstadtszenerie, der sozialen und
seelische Vereinzelung, dem allgemeinen Verfall. Arno G. Baumgärtel, Filmankündigung 1992 |
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