![]() |
| Inhaltliche
Würdigung: A Change Of Mind - Sinneswandel |
|
Nummer Sechs sieht sich im Ort von einem bis dahin unbekannten "Komitee" verfolgt, das ihn bedrängt und zum unsozialen außenseiter stigmatisiert, weil er seiner eigenen wege zu gehen pflegt, sich kaum an den gemeinschaftsaktivitäten beteiligt und wenig kooperativ ("unmutual") ist. Nachdem gute worte nichts ausrichten konnten, wird er schließlich zwangsweise einer gehirnoperation unterzogen, die ihn kurieren soll. Und damit alle etwas davon haben, wird die erfolgreiche "soziale konversion" live im örtlichen fernsehen gezeigt. Die behörden scheinen auf dem richtigen weg zu sein, Nummer Sechs ist wie ausgewechselt, reiht sich in die gemeinschaft ein.
NUMMER
SECHS THERAPIERT SEINE ÄRZTIN IN EINER WENIG GLAUBWÜRDIGEN Wie einige andere episodentitel von NUMMER 6 ist "A Change of Mind" mehrdeutig im sinne von geheirnwäsche, verstandesänderung, sinneswandel. Ambivalent ist auch die episode, die durchaus ihre momente hat, bleibt als eine unter mehreren aber deutlich zurück. Ein wenig liegt das daran, dass der ursprünglich vorgesehene regisseur von McGoohan gefeuert wurde und dieser selbst das kommando übernahm, und damit der gehalt über die absolut notwendige verpackung, die story, siegte.
NUMMER ZWEI ALS GÜTIGER GROSSER BRUDER Der
konformitätsdruck, sich allseitig anzupassen, einzufügen und
den mund zu halten, war selten stärker in NUMMER 6, die zeichnung
des Ortes und seiner bewohner, der allgemeinen atmosphäre
war nie so unsympathisch und bedrückend wie hier; überdeutlich
die Orwellschen anklänge aus 1984. Dass
die episode trotzdem schwach ausfällt, liegt auch am wenig inspirierenden
studio-setting und am plot, der nicht so weit gehen darf, wie man erwarten
müsste, nämlich dass der held Nummer Sechs lobotomiert, also
"die oberfläche beschädigt" wird, oder dass
etwa das drehbuch mit einer rettung in letzter sekunde herbeikäme.
Das wäre wahrscheinlich gegen McGoohans verständnis der rolle
gewesen, der die dinge immer selbst in der hand hat. |