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Inhaltliche Würdigung
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| "The Schizoid Man" entstand noch während der ersten produktionsphase, profitiert aber nicht vom gefilmten material des ersten drehtermins von 1966. Von etwas stock footage abgesehen, spielt sich die (außen-) handlung komplett im ehemaligen Borehamwood-studio ab (mehr...). Die episode ist ein schönes beispiel, dass die benutzung von originalschauplätzen nicht automatisch für mehr produktionsqualität stehen muss. Die ausgangsprämisse ist inhaltlich und visuell sehr originell, die produktionsqualität ausgezeichnet: Nummer Sechs als figur wird verdoppelt bzw. gespalten, einer ist der goodie, der andere der baddie. Die verantwortlichen des Ortes erhoffen sich mit ihrer über eine längere zeit laufenden manipulation, Nummer Sechs in seiner identität zu erschüttern, indem sie ihn, anscheinend, mit sich selbst konfrontieren. Ein dem faktor zeit geschuldetes detail verrät schließlich den plan. Was der plot von "The Schizoid Man" tut, ist dabei nichts geringeres als eine hinterhältige volte zu schlagen und die grundlage der gesamten serie zu unterminieren: nämlich dass Nummer Sechs ein individuum ist. Hier muss Nummer Sechs beweisen, dass er eine nummer ist!
NUMMER
ZWEI GEHT KEIN RISIKO EIN, KEINE KUGELN, ALLES ELEKTRONISCH: NUMMER SECHS
UND Philosophische (un-) tiefen, die mindestens bis zum stummfilm DER STUDENT VON PRAG (1913) zurückreichen, tun sich auf. "Das problem mit der wissenschaft ist, dass sie missbraucht werden kann", ist Nummer Sechs' reaktion auf einen vorschlag von Nummer Zwei, mit technischen mitteln einen von beiden als die wahre Nummer Sechs zu bestimmen. Dazu gibt es den üblichen plot, Nummer Zwei ein schnippchen zu schlagen und die gelegenheit für Nummer Sechs, aus dem Ort zu fliehen. Tricktechnisch und schauspielerisch war "Der Doppelgänger " die
größte herausforderung der serie NUMMER 6. McGoohan
in einer doppelrolle, aufwändiges splitscreening kam zum einsatz
und McGoohans stunt-double Frank Maher musste sein können u.a. beim
fechten zeigen. Die szene, in der sich Nummer Sechs die selbstbeherrschung
über sein handicap wieder verschafft, ist dagegen wenig überzeugend. Der allgemeine ton der folge ist durchaus ernst, obwohl es ironie gibt. Diese episode wie auch "2:2=2" entsprechen sich in ihrer gegensätzlichkeit. In "The Schizoid Man" wird die person und persönlichkeit von Nummer Sechs verdoppelt. In "2:2=2" werden seine person und persönlichkeit gespalten. Dabei ergibt sich ein widerspruch: die doppelte persönlichkeit von Nummer Sechs bewirkt eine persönlichkeitsspaltung oder zumindest eine identitätskrise. Andererseits bringt die gespaltene persönlichkeit von Nummer Sechs (aus "2:2=2") auch eine art von doppelgänger, ein zweites exemplar seiner teilidentität, hervor. Außerdem bedeutet der englische begriff double (doppelgänger oder doppelt) in verbindung mit "personality" die persönlichkeitsspaltung. Eine verrückte - schizoide und schizophrene - angelegenheit ist das allemal. Dank an Michael Brüne für diese beobachtung! Bis zur veröffentlichung der deutschen DVD 2006 bzw. der synchronisation durch Arte 2010 wurden dem deutschen publikum auch die süffisant-superben dialoge zwischen Nummer Sechs und seinem verdoppler-widersacher Nummer Zwölf vorenthalten. Die erste begegnung zwischen (dem echten) Nummer Sechs und dem double Nummer 12; eine kleine kostprobe: Nummer
12: What the devil...? Und Rover, der weiße ballon, der wachhund des Ortes, wird nur in dieser folge so beim namen genannt.
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